Zuflucht und Zukunft für die Straßenkinder Yangons

Anfang 2015 fiel der Startschuss für das umfangreiche Straßenkinderprojekt in Yangon und Umgebung, der größten Stadt Myanmars. Das von RED CHAIRity getragene Projekt setzt dort an, wo es am dringendsten nötig ist.

Wer sind diese Straßenkinder und wie kann ihnen geholfen werden?

Die betreuten Straßenkinder sind Kinder, deren sozioökonomische Umstände sie auf die Straße zwingen. Viele leben zwar nicht permanent auf der Straße, aber sie leben von ihr. Durch das Sammeln von Müll verdienen sie ein paar Kyats pro Tag dazu, um sich und ihre Familie über die Runden zu bringen.

Viele Familien wohnen in provisorischen Hütten auf öffentlichem Land, von dem sie als Landlose jederzeit von der Regierung deportiert werden können. In die Schule schaffen es nur wenige der Kinder, ein Großteil fällt nach ein paar Jahren aus verschiedenen Gründen raus, andere waren noch nie in der Schule. Auch wenn die staatliche Schulgebühr 2015 abgeschafft wurde, ist es für diese Familien meist unmöglich, die Schulmaterialien zu finanzieren und auf das zusätzliche Einkommen ihrer Kinder zu verzichten.

Die Probleme sind komplex, so auch der Ansatz unseres Projekts. Aufgrund einer im Juni 2015 durchgeführten Erhebung des lokalen Teams konnten neue Projektaktivitäten etabliert werden, welche völlig auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt sind. Im Moment gibt es insgesamt drei SONNE- Tagesbetreuungszentren für Straßenkinder in drei höchst marginalisierten Regionen der Stadt, an einem vierten wird derzeit gebaut.

In unseren SONNE-Tagesbetreuungszentren geht es den Kindern gut

Ungefähr 120 Kinder kommen täglich in unsere drei Tagesbetreuungszentren, um zu essen, sich zu waschen und am informellen Unterricht teilzunehmen. Die Kinder können jederzeit kommen und so lange bleiben, wie es ihr (Berufs-)Alltag erlaubt. Flexibilität und Spaß am Unterricht sind die zentralen Faktoren dieser Einrichtungen, die den Kindern einen sicheren Raum und Rückzugsort geben sollen, als Ausgleich zu ihrem turbulenten Alltag auf der Straße.

Wir geben schulische Starthilfe

Viele Faktoren tragen dazu bei, dass diese Kinder nicht am Unterricht in der öffentlichen Schule teilnehmen können. Kinder ohne Geburtsurkunde können sich laut Gesetz in keine Schule einschreiben, viele müssen zu den vorgegebenen Unterrichtszeiten arbeiten oder können sich den Schulbesuch finanziell einfach nicht leisten. Insgesamt 100 Kinder jährlich können wir durch Beschaffung von Dokumenten und Bereitstellung von Schulmaterial in eine formelle Schule integrieren.

Nicht rundum sorglos, aber rundum versorgt

Zu unserem umfassenden Förderungsprogramm zählen noch weitere wichtige Aktivitäten, wie etwa Mikrokredite für bedürftige Eltern, besondere Unterstützung bei beeinträchtigten Kindern, Durchführung außerordentlicher Ausflüge und bewusstseinsbildende Maßnahmen (z.B. Workshops zu Hygiene, Malaria, HIV/Aids) und Fortbildungsmaßnahmen für LehrerInnen und MitarbeiterInnen. Ziel ist es, die gesamte Gemeinschaft einzubinden sowie die Qualität unseres Programms zu steigern und individuelle Bedürfnisse bestmöglich zu befriedigen.

Dieses Projekt wird finanziert durch: