Die Ausgangslage: Leben im Wartestand
Seit der Massenflucht im Jahr 2017 aus dem angrenzenden Myanmar leben rund eine Million Rohingya unter prekären Bedingungen in den Flüchtlingscamps von Cox’s Bazar. Das Camp hat sich längst zu einer riesigen Slum-Stadt entwickelt. Die Menschen dort leiden nicht nur unter Armut, sondern vor allem unter Perspektivlosigkeit. Es gibt keinen Zugang zum regulären Arbeitsmarkt oder Bildungsangeboten.
Auch die bangladeschische Aufnahmegesellschaft in den umliegenden Gebieten (wie Ukhiya) ist stark von Armut betroffen. Dadurch können Spannungen zwischen den Gruppen entstehen, etwa durch den Konkurrenzkampf um externe Ressourcen. Besonders Frauen sind in dieser konservativen Region strukturell benachteiligt und haben kaum Möglichkeiten, finanziell unabhängig zu werden.
Unser Ansatz: Vom Gesundheitszentrum zur Ausbildungsstätte
Bereits 2017 errichtete SONNE gemeinsam mit der Else-Kröner-Fresenius Stiftung (EKFS) eine Gesundheitsstation in diesem Camp, um tausende Familien medizinisch zu versorgen. Da die medizinische Grundversorgung dort Anfang des Jahres erfolgreich an eine lokale Organisation übergeben werden konnte, nutzen wir unsere bestehende Infrastruktur nun neu:
Das bestehende Gebäude im Camp wird zu einem Trainingszentrum umgebaut. Zusätzlich mieten wir in unmittelbarer Nähe außerhalb des Camps Räumlichkeiten an, um auch die lokale Aufnahmegesellschaft einzubinden.
Praktische Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt
Unser Ziel ist „Hilfe zur Selbsthilfe“. Wir bieten praxisnahe Ausbildungen an, die auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten sind und echte Einkommenschancen bieten – sei es durch Anstellung oder den Weg in die Selbstständigkeit.
Unsere Kursangebote umfassen:
- Schneiderei: Eine Basisausbildung speziell für Mädchen und Frauen, um Kleidung herzustellen und zu verkaufen.
- Weberei: Ein traditionelles Handwerk (Angebot exklusiv im Camp), das Frauen ermöglicht, Stoffe zu produzieren.
- Solartechnik & Handyreparatur: Da es im Camp eine hohe Nachfrage nach Reparaturen gibt, bieten diese technischen Kurse (für alle Geschlechter) hervorragende Möglichkeiten für Kleinunternehmen.
Unsere ehemalige Gesundheitsstation ist nun zu einem Trainingszentrum geworden und bietet den Menschen Ausbildungsmöglichkeiten und damit wichtige Zukunftsperspektiven
Fokus Frauenförderung und sozialer Frieden
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung von Frauen: Mindestens 80 % unserer Ausbildungsplätze sind für Frauen und Mädchen reserviert, da diese am stärksten von Armut und Ausgrenzung betroffen sind.
Zudem fördern wir den sozialen Zusammenhalt: Indem wir sowohl Geflüchtete als auch bedürftige Menschen aus der bangladeschischen Nachbarschaft unterstützen, bauen wir Vorurteile ab und tragen zu einem friedlicheren Miteinander bei.
Unsere Ziele
- Einkommen schaffen: Absolvent:innen sollen in der Lage sein, für sich und ihre Familien zu sorgen – sei es durch selbstständige Arbeit, Kooperativen oder Anstellungen.
- Selbstwertgefühl stärken: Bildung schafft Chancen und verringert die Abhängigkeit von externer Nothilfe.
- Nachhaltigkeit: Wir bieten nicht nur Kurse, sondern auch individuelles Business-Mentoring an, um den Einstieg ins Erwerbsleben zu begleiten.
Factbox:
- Standort: Cox’s Bazar, Bangladesch (Camp 8E & Ukhiya Distrikt)
- Laufzeit: 24 Monate
- Zielgruppe: Insgesamt 1.024 Personen
- Davon ca. 700 Rohingya-Geflüchtete und 320 Einheimische
- Besonderer Fokus: 80 % Frauen und Mädchen
- Maßnahmen:
- Umbau einer Gesundheitsstation zum Trainingszentrum
- Ausbildung in Schneiderei, Weberei, Solartechnik & Handyreparatur
- Mentoringprogramm
Vielen Dank an die Stadt Wien für die wertvolle Unterstützung dieses wichtigen Projektes!
Was kann ich tun ?
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