Maria Schaunitzer in Myanmar

Willkommen in Yangon

Eintrag vom 13.09.2018

Ich muss ja sagen, das Österreichische in mir hält sich mitunter hartnäckiger, als mir lieb ist. Wie sehr sind wir es doch gewohnt in einer sauberen Wohnung zu leben, in glasklaren Seen zu baden, und der Mist, den wir – versehentlich oder auch nicht – auf die Straße werfen, wird auch noch zusammengekehrt. Reise ich nun in ein fremdes Land, fällt mir das Fehlen dieser Sauberkeit gleich deutlich und auch unangenehm auf. Ob ich will oder nicht.So erging es mir auch in den ersten Tagen in Yangon. Seit vergangener Woche bin nun als internationale Mitarbeiterin hier. Und in den ersten Tagen wurde mein Blick sehr auf die verdreckten Flüsse und mit Müll gesäumten Straßen gelenkt. Für mich das Schlimmste daran ist aber sicherlich, dass Menschen in dieser Umgebung – vor allem in den Slums – leben müssen. Natürlich auch Kinder.

Um so schöner war es, beim ersten Besuch der Straßenkinderzentren zu sehen, dass die Kinder auch in diesem Sinne eine Zuflucht finden. In einer sauberen und sicheren Umgebung dürfen sie lernen, spielen und lachen. Sie bekommen zu Essen, frische Kleidung und werden gewaschen. Man kann sehen, wie die Kinder aufblühen und durch die Zuwendung, nicht nur ihr Wissen erweitern, sondern auch ihr Selbstbewusstsein aufbauen. Für ein paar Stunden dürfen sie hier einfach Kind sein.

Ich diesem Sinne bin ich sehr dankbar, dass ich nun einen kleinen Beitrag leisten kann, das Leben dieser 120 Kinder besser zu machen. In den nächsten zehn Monaten werde ich in diesem Blog regelmäßig darüber berichten. Und auch, wie hartnäckig das Österreichische in mir nun wirklich zu halten gedenkt. Also dranbleiben…