Eine besondere Begegnung in Malawi – Die Geschichte von Poldis Kinderpatenschaft
Heute möchte ich mit euch, liebe SONNE-Freunde, eine schöne Geschichte teilen, die sich für eine arme malawische Familie wohl wie ein Weihnachtswunder anfühlen muss, für mich aber ein Zeugnis für ein großes Spenderherz darstellt …
Spontan entschlossen – Poldi reist mit nach Malawi
Unsere Reise nach Malawi war schon länger geplant, als mich 3 Wochen vor Abflug mein alter Reise- und SONNE-Freund Leopold Berger, genannt Poldi, aus Argentinien anrief. Seit der Poldi in Pension ist, widmet er sich dem Reisen und ist ständig irgendwo unterwegs, mal in Asien, mal in Lateinamerika und ein anderes Mal auch in Afrika. Mit mir war Poldi auch schon in einigen SONNE-Ländern unterwegs und weil er den Menschen vor Ort gerne direkt hilft, unterstützt er seit vielen Jahren Patenkinder in Myanmar und Bangladesch.
„Was, du fährst nach Malawi?“ schrie er ins Telefon. „Ja, magst du mitkommen?“, antwortete ich reflexartig. Es dauerte keine 5 Sekunden, dann meinte er: „Ja!“, und so war es dann auch. Drei Wochen später trafen wir uns alle in Addis Abeba (Ulli kam direkt aus der äthiopischen Afar-Region, Poldi aus Wien und ich aus Bangladesch), um dann gemeinsam nach Lilongwe, der Hauptstadt Malawis, weiterzureisen. Poldi war sich schon vor dem Abflug sicher, dass er ein armes Schulkind in Malawi bei seiner Schulbildung unterstützen möchte.
Nach einer intensiven langen Anreise per Auto war dann endlich der Tag gekommen, an dem Poldi sein Patenkind kennenlernen sollte.
Schulalltag in Malawi
Zuerst besuchten wir unsere Partnerschule ‚MPAPA‘ in Blantyre, in der wir 21 Schulkinder bei ihrer Sekundarbildung unterstützen. Insgesamt folgen derzeit 1600 Kinder dort dem Unterricht – in nur 16 Schulklassen. Man kann sich wohl vorstellen, was es für die lokale Lehrerschaft bedeutet, wenn tagtäglich 100 Kinder in jeder Klasse sitzen!
Hausbesuche zeigen die Realität der Armut
Bei darauffolgenden ‚home visits‘ besuchten wir einige Familien, deren Kinder durch unser Patenkinderprojekt unterstützt werden. Es ist wichtig zu verstehen, unter welchen Lebensumständen diese Kinder schulische Leistungen erbringen müssen. Jeder Besuch war für uns ein erschütterndes Zeugnis darüber, was Armut wirklich bedeutet. Alle Lehmhäuser, die wir sahen, waren in einem derart desolaten Zustand, dass man es sich als Europäer nicht vorstellen kann, auch nur eine einzige Nacht darin zu verbringen.
Die Räume sind zumeist fast leer, bis auf ein paar Fetzen, die am Boden herumliegen. Möbel gibt es nicht, die Menschen schlafen ohne Matratze auf dem Lehmboden, es gibt keinen elektrischen Strom, keine Toilette, kein fließendes Wasser. Eine absolut unwürdige Lebenssituation – mit unseren Augen betrachtet.
Nach 5 Hausbesuchen kamen wir dann endlich zu der Familie, die für Poldis Patenkind ausgewählt wurde.
Poldi lernt sein Patenkind Innocent kennen
Vor einer ärmlichen Hütte saß ein kleiner Bub namens Innocent. Er lebt dort mit seiner alleinerziehenden Mutter und seiner 5-Jährigen Schwester. Einen Vater gibt es nicht. Zumeist sind die Kinder tagsüber alleine zu Hause, nur ab und zu kommt die Tante vorbei, denn die Mutter muss als Tagelöhnerin tagsüber irgendwo auf den Feldern arbeiten. Beide Kinder, aber insbesondere der kleine Innocent, machten einen sehr verwahrlosten Eindruck.
Hilfe für die ganze Familie
Für Poldi war es in der Sekunde klar: Diesem Buben möchte er helfen. Die aus Österreich mitgebrachte nagelneue und mit Schulutensilien vollgepackte Schultasche fand sofort einen neuen Besitzer, der wohl nicht sofort verstand, was ihm gerade passierte: In Zukunft wird der Bub nicht mehr auf dem Lehmboden schlafen müssen, genauso wenig wie seine Mutter und seine kleine Schwester. Außerdem muss sofort eine Solarlampe her und gut lernen kann man nur, wenn genug zum Essen da ist und überhaupt, wer in die Schule geht, der soll auch ordentlich angezogen sein. Und obendrein war es Poldi klar, dass Innocents kleine Schwester nicht benachteiligt werden darf: Auch sie wird dieselbe Schule besuchen können und dieselbe Unterstützung erhalten. Alles in allem für Poldi ein Komplettpaket!
„Hilfe ist nur echte Hilfe, wenn sie umfassend und langfristig erfolgt“, davon ist Poldi voll und ganz überzeugt. Für die nächsten Jahre hat Poldi viel vor. Er will all seinen Patenkindern eine langfristige Stütze sein….
Langfristig helfen und Chancengleichheit ermöglichen
Für mich ist Poldi ein wahrlich guter Mensch, dem das Schicksal der Menschen auf der anderen Seite des Planeten nicht egal ist. Und wenn Sie, werte Leserinnen und Leser, Lust bekommen haben, so wie Poldi die unterschiedlichen SONNE-Länder mit uns zu bereisen, dann freue ich mich auf ihre Kontaktaufnahme!
Herzlichst, Ihr
Erfried Malle
Obmann und Mitbegründer von SONNE-International













