Projektreise nach Malawi zwischen Jubel und Armut

Direkt im Anschluss an ihre Reise nach Äthiopien reiste Ulli weiter nach Malawi, wo sie Erfried traf, der gerade seinen Projektbesuch in Bangladesch beendet hatte. Auf dem Programm der Projektreise standen ein großes Sportfest und Besuche bei Patenkindern. Hier erzählen die beiden von ihren Eindrücken, Begegnungen und den Lebensbedingungen der Kinder vor Ort …

Heißer Empfang in Ntcheu

Es ist heiß, hier in Malawi. Zwar ist der Oktober der wärmste Monat, aber gerade befinden wir uns in einer Hitzewelle mit bis zu 38° im Schatten. Wir starten um 07:00 in Lilongwe zu unserem ersten Projektbesuch ins 200km entfernte Ntcheu, wo heute ein Sportfest stattfindet. Dort treten unsere beiden Partnerschulen gegeneinander an: im Fußball, Netball und Taekwondo.

Möglich ist dies unter anderem deswegen, weil bei der heurigen Radl-Challenge so viele Menschen für die Kinder in Malawi mitgeradelt sind!

Endlich bei der Schule angekommen, erwartet ein Spektakel, bei dem die ganze Schule, viele Eltern, offizielle Vertreter:innen, die traditionellen Dorfvorstehenden sowie neugierige Nachbar:innen anwesend sind.

Kaum aus dem Auto ausgestiegen, werden wir schon zu den Spielfeldern komplimentiert, die wir mit dem Erlös aus der Radl-Challenge bauen konnten. Dort angekommen werden wir gleich zum Begrüßen der Spieler:innen eingeteilt. Alle haben auf uns gewartet, sodass die Spiele endlich losgehen können.

Wir schütteln unzählige Hände und schon geht’s los mit dem Fußballspiel. Sogar ein Kommentator ist dabei, der die Namen aller Spieler und den Ballwechsel kommentiert.

Mit vollem Einsatz und lautstarkem Jubel

Die Kinder hängen sich total rein und auch die Fans fiebern am Spielfeldrand mit. Wir sind begeistert, welche Leidenschaft so ein Sportevent auslöst. Wenige Zeit später starten auch die Netball Spielerinnen mit ihrem Match. Auch sie zeigen größten Einsatz und bei jedem versenkten Ball des Heimteams wird laut gejubelt und getanzt. Schlussendlich gewinnt das Team aus der gegnerischen Schule, während am Fußballfeld unentschieden herrscht. Also gibts Elfmeterschießen. Als das Heimteam das entscheidende Tor schießt, stürmt die ganze Schule inkl. Lehrer:innen, Direktor und unseren Kolleg:innen auf das Spielfeld, um die Burschen zu feiern. Mit Musik, Trommeln und viel Tanz und Gelächter feiern alle die Gewinner:innen des heutigen Tages.

Selbstverteidigung und Siegerehrung zum Abschluss

Am Schluss zeigen die Taekwondo-Schülerinnen noch, was sie im Selbstverteidigungsunterricht gelernt haben und beeindrucken uns mit Kicks, Blocks und simulierten Situationen, in denen sie ihre Fähigkeiten einsetzen und ihre Angreifer blockieren. Weiter geht’s zur Ehrung der Sieger:innen.

Weiter geht’s zur Ehrung der Sieger:innen. Uns gebührt die Ehre, die Medaillen und Pokale unter den Sieger-Teams zu verteilen und auch den symbolischen Spenden-Scheck zu übergeben.

Ohne die Unterstützung aus unserer SONNE-Community wäre der gesamte Tag in der Form nicht möglich gewesen. Wir sind sehr dankbar, was wir den Kindern hier bieten können und wie gut der Sportunterricht von allen angenommen wird. Egal ob Spieler:in oder Zuseher:in – Sport löst in Malawi einfach eine besondere Begeisterung aus.

Was für ein Tag!

Dabei war das erst der Anfang unserer Reise. Die nächsten Tage verbringen wir in Blantyre und besuchen unter anderem die Kinder unseres Patenschaftsprogramms. Bei unseren Besuchen bekommen wir die Armut dieser Menschen erst richtig zu spüren. Es stimmt uns traurig, wenn Kinder am Boden schlafen müssen; zugedeckt nur mit alten Mehlsäcken. Das hindert die Kinder aber nicht daran, uns von ihren Wünschen und Träumen zu erzählen.

Wie die Reise weitergeht, erzählt euch Erfried in Teil 2 unseres Reiseberichtes …