Voller Tatendrang ins neue Jahr: Unsere Vorhaben für 2026 im Überblick

Unser Projektfokus bleibt auch 2026 klar: Bildung soll für so viele Kinder wie möglich zugänglich sein. Die Gesundheitsversorgung soll Menschen in Regionen mit schlechtem Zugang nähergebracht werden. Und die Förderung von Mädchen soll über gut gemeinte Worte hinausgehen und konkrete Lern- und Lebensbedingungen verbessern. Bei der Planung unserer Projekte für 2026 achten wir auf Partnerschaftlichkeit und Bedarfsorientierung. Gemeinsam mit lokalen Verantwortlichen, Partnerorganisationen und den Communities stellen wir sicher, dass die Lösungen alltagstauglich sind und langfristig Früchte tragen.

Welche Projekte wir dafür in Bangladesch, Myanmar, Malawi und Indien planen und weiterentwickeln, erfahren Sie hier …

Bootsfamilie der Manta-Community. Ein Leben ohne festen Boden unter den Füßen

Bangladesch: Hilfe für die Manta-Community

Ein besonders wichtiges Vorhaben für das Jahr 2026 betrifft die Manta-Community in Bangladesch. Bei einem Besuch vor Ort im Rahmen unserer letzten Pat:innenreise wurde deutlich, wie schnell Familien ohne festen Wohnort aus bestehenden Systemen herausfallen. Die Mantas leben und sterben auf ihren Booten. Durch klimawandelbedingte Landerosion haben sie in den letzten Jahrzehnten ihren Grund und Boden verloren.

Leben auf Booten: Warum Kinder kaum Zugang zu Schule und medizinischer Versorgung haben

Wenn das Zuhause auf dem Wasser ist, fehlt oft ein stabiler Zugang zu Schule, Gesundheitsversorgung und Unterstützungsstrukturen durch die Regierung. Genau das macht den Alltag besonders für Kinder so fragil: Lernen wird unmöglich, medizinische Hilfe ist schwer erreichbar, wenn die nächste Versorgungseinrichtung weit weg ist oder der Zugang zu Informationen, Transportmitteln und Planung scheitert.

Zwei informelle Lernorte und ein Gesundheitsprojekt in unterversorgten Regionen

Für 2026 planen wir deshalb zwei informelle Lernorte für die Manta-Community. Diese Lernorte sollen niedrigschwellig funktionieren und den Kindern regelmäßige Lernzeiten ermöglichen, auch wenn ein klassischer Schulbesuch kaum umsetzbar ist. Parallel dazu bereiten wir ein Gesundheitsprojekt vor, das in unterversorgten Regionen ansetzt und Basisangebote näher zu den Familien bringt. Die Ausgestaltung wird derzeit gemeinsam mit der Community und lokalen Verantwortlichen entwickelt. Unser Ziel ist, dass Bildungszugang und Gesundheitsversorgung für die Mantas nicht länger „zu weit weg“ sind, sondern Schritt für Schritt erreichbar werden.

  • Die Mädchen vor dem SONNE-Hostel in Bangladesch

Leben und lernen gemeinsam im Schülerinnenheim Jhenaigathi

Bangladesch: Ausbau des Schülerinnenheims in Jhenaigathi

Im Jahr 2026 werden wir uns in Bangladesch auf den Ausbau des Schülerinnenheims in Jhenaigathi konzentrieren. Für viele Mädchen aus ethnischen Minderheiten ist dieses Heim oft die einzige Möglichkeit, weiterführende Bildung zu erhalten. Die Mädchen stammen aus den abgelegensten Dörfern Bangladeschs, in denen es keine höheren Schulen gibt.

Weiterführende Bildung trotz großer Distanzen: Eine sichere Unterkunft als Schlüssel

Um eine solche Schule besuchen zu können, müssen Kinder in weit entfernte größere Städte umziehen. Doch ihre Familien können sich in der Regel keine Unterkunft in der Nähe dieser Schulen leisten. Daher haben wir ein Schülerinnenheim errichtet, in dem die Mädchen seit Jahren kostenlos untergebracht und betreut werden. Aufgrund des wachsenden Bedarfs und der begrenzten Platzkapazität planen wir für das Jahr 2026 eine Aufstockung um ein zweites Stockwerk.

Aufstockung um ein zweites Stockwerk: mehr Plätze, mehr Schutz, mehr Perspektiven

So wird es mehr Mädchen möglich sein, sicher zu wohnen, zu lernen und ihre Ausbildung fortzusetzen. Dieses Vorhaben verbindet Mädchenbildung und -schutz auf konkrete Weise, indem es den Mädchen mehr Stabilität im Alltag bietet und ihnen bessere Chancen für einen selbstbestimmten Bildungsweg eröffnet.

Straßenkinder in den Slums von Yangon und im SONNE-Day Care Center

Myanmar: Ein neues Day Care Center in Yangon

Im Jahr 2026 wollen wir die Betreuung von Straßenkindern in Yangon weiter vorantreiben. Geplant ist die Eröffnung eines zusätzlichen Day Care Centers in einer neuen Slum-Community.

Ein sicherer Hafen für Straßenkinder

Dieses Zentrum soll rund 40 Kindern, die derzeit auf der Straße leben oder sich in sehr instabilen Lebensverhältnissen befinden, einen verlässlichen Betreuungsplatz während des Tages bieten. In solchen Kontexten ist ein Day Care Center weit mehr als nur eine Betreuungsstelle. Es bietet den Kindern Struktur, sichere Bezugspersonen und einen Ort, an dem sie spielerisch lernen und wieder Vertrauen in den Alltag und seine Regeln entwickeln können.

Schulvorbereitung, Nachhilfe und Basisgesundheit als Brücke ins Schulsystem

Darüber hinaus soll die Basisgesundheitsversorgung gesichert werden. Ein zentraler Fokus liegt auf der Schulvorbereitung, der Schulintegration und Nachhilfe, um den Kindern den Einstieg ins Schulsystem zu erleichtern und ihnen den Verbleib dort zu ermöglichen.

Das Vorhaben für das Jahr 2026 baut auf den Erfahrungen bestehender Angebote auf und erweitert die Unterstützung dort, wo der Bedarf am größten ist.

Patenkinder in Malawi

Malawi: Durch Patenschaften den Schulbesuch ermöglichen

Mit unserem neuen Patenschaftsprogramm in Malawi können wir 21 Kinder der Chitale Primary School begleiten. Durch regelmäßige Beiträge stellen wir das Schulgeld sowie die grundlegende Ausstattung bereit, zu der eine Schuluniform, feste Schuhe, eine Schultasche, Hefte und Stifte gehören.

Schultasche, Uniform und Lernmaterial

Gerade diese Dinge sind für viele Familien die Hürde, die einen Schulbesuch verhindert – selbst wenn die Kinder motiviert sind. Mit einer verlässlichen Ausstattung wird Schule planbarer und regelmäßiger, sodass sich die Kinder auf das Lernen konzentrieren können.

Wer Bildung langfristig durch eine Patenschaft stärken möchte, findet auf unseren Programmseiten weitere Informationen und Möglichkeiten.

  • Bildung im Fokus: Wie SONNE Kinder in entlegenen Regionen Indiens unterstützt.

Schülerinnen und Schüler in unserer indischen SONNE-Schule in Bihar

Indien: SONNE-Schule Bihar – Zubau und Sanierung

In Indien planen wir für das Jahr 2026 die Weiterentwicklung unserer SONNE-Schule im Bundesstaat Bihar. Die Schule besteht seit 2014 und der nächste Schritt soll es ermöglichen, Kindern künftig Bildung bis zur Mittelschule und darüber hinaus zu bieten.

Dafür sind zwei zusätzliche Klassenräume notwendig. Gleichzeitig ist eine Sanierung notwendig, da die extreme Sommerhitze die Bausubstanz stark belastet. Dieses Vorhaben ist ein wichtiger Baustein, um die Bildungswege der Kinder der Dalits, der untersten Kaste in Indien, zu verlängern.

So stellen wir sicher, dass die Kinder und Jugendlichen nicht nur ein sicheres Lernumfeld haben, sondern durch qualitativ hochwertige Bildung ihren Weg in ein selbstbestimmtes, würdevolles Leben finden.

Warum der Ausbau unserer Schule so wichtig ist, erklärt Armin Mösinger in diesem Video …

  • Die Gemeinde bei der Feldarbeit

In Äthiopien bringen wir die Wüste zum Blühen

Äthiopien: Landwirtschaftsprojekt für die Afar fortsetzen und ausbauen

Im Jahr 2026 werden wir unser Landwirtschaftsprojekt für die Afar fortsetzen und ausbauen. Damit stärken wir die Ernährungssicherheit und schaffen zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für mehr Familien.

In der Afar-Region treffen extreme Trockenheit, fragile Lebensgrundlagen und große Entfernungen zu Versorgungsmöglichkeiten aufeinander. Deshalb sind praxistaugliche Lösungen gefragt, die vor Ort verankert sind. Gemeinsam mit APDA entwickeln wir landwirtschaftliche Ansätze weiter, vertiefen Wissen und stärken lokale Strukturen. So wirkt unsere Arbeit über einzelne Ernten hinaus.

Valerie Browning von unserer Partnerorganisation APDA erklärt alle Details zu diesem wichtigen Projekt in diesem Video

Jubiläum 2026: 20 Jahre SONNE-Arbeit in Äthiopien mit APDA

Übrigens feiern wir im Jahr 2026 auch noch etwas ganz Besonderes: 20 Jahre SONNE-Arbeit in Äthiopien!  Genauso lange besteht auch die großartige und verlässliche Zusammenarbeit mit unserer Partnerorganisation APDA.