Allgemeine Kurzbeschreibung

SONNE-International errichtete 2012 ein Schülerheim in Alikadam, um den SchülerInnen aus den entlegenen 11 SONNE-Volksschulen eine weiterführende Schulbildung in einer öffentlichen Mittelschule in Alikadam zu ermöglichen. Da sich unser Schülerheim in Alikadam zu einem Vorzeigeprojekt in der Region entwickelte und die einzige Möglichkeit für Kinder von ethnischen Minderheiten ist, ihren Bildungsweg fortzuführen, ist nun im Rahmen dieses Projektes geplant, dieses Konzept auch im Verwaltungsbezirk Jhenaigati anzuwenden. Um den talentiertesten AbsolventInnen einer unserer entlegenen acht Volksschulen – im Bezirk Sherpur – erstmalig den Zugang zu einer weiterführenden öffentlichen Mittelschule in Jhenaigati zu ermöglichen, wird ein neues Schülerheim für ethnische Minderheiten errichtet. Langfristig wird dieses Schülerheim von SONNE-International betrieben, um jährlich 30 SchülerInnen zu beherbergen.

Hintergrund, Strategie und konkrete Maßnahmen

Die Mehrheitsbevölkerung in Bangladesch sind muslimische Flachland-Bengalen. In den Grenzregionen zu Indien und Myanmar leben viele ethnische Minderheiten. Die Entwicklung der Grenzregionen sind im Vergleich zu anderen Regionen in Bangladesch rückständiger. Besonders Kinder in diesen Gebieten sind stark benachteiligt, denn sie haben nicht denselben Zugang zu Bildungseinrichtungen wie in anderen Regionen. Ethnische Minderheiten bekommen nämlich nicht dieselbe Unterstützung wie die Mehrheitsbevölkerung.

In Anbetracht dieser Umstände begann SONNE-international 2004 mit einem Schulprojekt in den Chittagong Hill Tracts, in der Nähe der Grenze zu Myanmar. Seit Beginn dieses Projektes ist das Oberziel, Kindern, die in entlegenen Gebieten leben, einen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. In diesem Gebiet betreibt SONNE-International derzeit 11 Dorfvolksschulen für ungefähr 500 Kinder. 2008 bekamen die ersten 15 SchülerInnen dieser Dorfschulen ihre staatlich anerkannten Abschlusszeugnisse und waren dadurch berechtig, in eine weiterführende Mittelschule zu gehen. Die von der Regierung betriebenen Mittelschulen sind aber immer in einer weit entfernten Stadt. Wenn Kinder nach Abschluss der Volksschule in eine weiterführende Mittelschule gehen wollen, müssen sie in eine Stadt ziehen. Die Eltern dieser Kinder sind traditionelle Farmer und verfügen nicht über die nötigen finanziellen Mittel, um ihren Kindern eine Unterkunft in einer Stadt zu ermöglichen. Jedoch ist der Abschluss einer Mittelschule auch im ländlichen Kontext eine Grundvoraussetzung, um einen qualifizierten Job zu bekommen. Somit haben Kinder aus armen Verhältnissen keine Möglichkeit, der Armutsspirale zu entkommen und können gesellschaftlich nicht aufsteigen.

Deshalb hat SONNE-International entschieden, 2012 ein SchülerInnenheim für ethnische Minderheiten in Alikadam zu errichten und langfristig zu betreiben, um AbsolventInnen unserer Dorfschulen eine weiterführende Bildung zu ermöglichen. Seit 2014 ist dieses  SchülerInnenheim in Betrieb und derzeit werden dort 30 SchülerInnen beherbergt und rundum versorgt. Diese Kinder haben nun die Möglichkeit, in eine weiterführende öffentliche Mittelschule zu gehen. Pateneltern aus Österreich unterstützten diese Kinder.

Aufgrund der guten Resultate in den Chittagong Hill Tracts erweiterte SONNE-International 2010 sein Bildungsprogramm auf  die Verwaltungseinheit Jhenaigati im Bezirk Sherpur. Dieses Gebiet befindet sich im nordöstlichen Teil von Bangladesch und grenzt an Indien. Die Mehrheitsbevölkerung in diesem geografischen Kontext sind Muslime. Es leben hier aber auch stammeszugehörige  Minderheiten. Diese sind bekannt als Garo, Hajong, Koch, Hudi, Bongshi, Bormon, Muchi, etc. Sie werden von der Mehrheitsbevölkerung nicht gefördert und es fehlt ihnen an Zugang zu Gesundheits- und Bildungseinrichtungen. Derzeit betreibt SONNE-International im Unterbezirk Jhenaigati acht Volksschulen für insgesamt 530 Kinder unterschiedlicher Minderheiten. Mittelschulen gibt es in dieser entlegenen Region nicht. Die Eltern können sich eine Unterkunft für ihre Kinder in einer Stadt – wo sich eine Mittelschule befindet –  nicht leisten und somit haben diese Kinder keine Möglichkeit eine öffentliche Mittelschule zu besuchen und ihren Bildungsweg fortzuführen.  Durch das vorliegende Projekt wird sich diese Mangelsituation verbessern.

Das SONNE-SchülerInnenheim in Alikadam hat sich zu einem Vorzeigeprojekt in der Region entwickelt und ist die einzige Möglichkeit für Kinder von ethnischen Minderheiten, ihren Bildungsweg fortzuführen. Nun ist im Rahmen dieses Projektes geplant, dieses Konzept auch im Verwaltungsbezirk Jhenaigati anzuwenden. Um den talentiertesten  AbsolventInnen einer unserer entlegenen acht Volksschulen – im Bezirk Sherpur – erstmalig den Zugang zu einer weiterführenden  öffentlichen Mittelschule in Jhenaigati zu ermöglichen, wird ein neues Schülerheim für ethnische Minderheiten errichtet. Nur durch den Abschluss einer weiterführenden Schule haben auch diese marginalisierten Kinder eine Chance am Arbeitsmarkt und so die Möglichkeit, der Armutsspirale zu entkommen.

Oberziel

Durch das vorliegende Projekt wird sich der Bildungsgrad der Dorfbevölkerung wesentlich erhöhen und der soziale Status der Minderheiten verbessern.

Projektziel

Durch die Unterbringungsmöglichkeit im neuen Schülerheim haben marginalisierte Kinder aus entlegenen Dörfern erstmalig die Möglichkeit, eine weiterführende Mittelschule zu besuchen und ihren Bildungsweg fortzuführen.

Zielgruppe

Die Zielgruppe des Projektes sind Kinder aus den unterschiedlichen ethnischen Minderheiten, die im Bezirk Sherpur (Unterbezirk Jhenaigati) ansässig sind. Diese Kinder kommen aus entlegenen Dörfern ohne Möglichkeit, eine weiterführende Bildungseinrichtung zu besuchen. Insgesamt werden hier 30 SchülerInnen aus den acht SONNE-Dorfvolksschulen das neue Schülerheim kontinuierlich besuchen, um ihre Bildung nach Abschluss der Volksschule in einer öffentlichen Mittelschule weiterzuführen. Hier zu sehen sind  Mädchen aus einer der acht SONNE-Dorfschulen im Verwaltungsbezirk Jhenaigati:

Diese Projekt wird unterstützt von:

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