Ein erfolgreiches Projekt endet, doch die Not bleibt: Bilanz unserer Arbeit in Äthiopien
Ende 2025 ist eines unserer Gesundheitsprojekte in der extrem abgelegenen Afar-Region in Äthiopien offiziell ausgelaufen. Nach zwei Jahren ziehen wir Bilanz: 2.333 sichere Geburten konnten begleitet und tausende Menschen medizinisch versorgt werden. Auch unser Kampf gegen FGM/C wurde in diesem Projekt weitergeführt. Unter die Freude über das erfolgreiche Projekt mischt sich bei uns allerdings große Sorge: Aufgrund einer ausgelaufenen Förderung fehlen uns derzeit die Mittel, um die medizinische Versorgung der semi-nomadischen Gemeinschaften weiterzuführen. Lassen Sie sich davon inspirieren, was wir gemeinsam erreicht haben – und warum wir die Meschen dort nicht im Stich lassen dürfen.
Sabine Ebner und Ulli Ebner besuchen die Geburtshelferinnen in der Afar Region. Sie leisten täglich großartiges und stellen sicher, dass Geburten unter hygienischen Bedingungen und ohne schädliche Praktiken ablaufen. Auch SONNE Geschäftsführer Erfried Malle erkundigt sich regelmäßig persönlich nach dem Projektfortschritt.
Das Projekt
Im Distrikt Eli Da’ar im Nordosten der äthiopischen Afar-Region (nahe der Grenze zu Dschibuti und Eritrea) haben viele der nomadisch lebenden Gemeinschaften keinen Zugang zu staatlichen Gesundheitseinrichtungen. Der Fußmarsch dorthin dauert oft bis zu zehn Tage. Genau hier hat SONNE-International gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation „Afar Pastoralist Development Association“ (APDA) von Jänner 2024 bis Dezember 2025 ein lebensrettendes Gesundheitsprojekt umgesetzt. Das Projekt, das durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) gefördert wurde , richtete sich an 18 abgelegene Standorte und hatte das Ziel, die Mütter- und Säuglingssterblichkeit durch eine verbesserte Basisversorgung drastisch zu senken
Das mobile Gesundheitsteam ist im ständigen Einsatz, um auch die Frauen in den entlegendsten Gebieten zu erreichen. Oft müssen die Mitarbeiter dafür lange Fußmärsche auf sich nehmen.
Das wichtigste in Zahlen
Sichere Geburten: In den zwei Projektjahren konnten 2.333 Geburten sicher durch geschultes Personal begleitet werden.
Medizinische Behandlungen: Es wurden insgesamt 49.111 medizinische Basisbehandlungen durchgeführt. 67 % dieser Behandlungen kamen speziell Frauen zugute.
Vorsorge und Nachsorge: 2.304 Frauen erhielten wichtige Schwangerenvorsorge-Checks (Antenatal Care), und 1.560 Mütter sowie deren Neugeborene wurden postnatal betreut.
Rettende Überstellungen ins Krankenhaus: 1.162 werdende Mütter wurden zur sicheren Entbindung in spezielle Wartebereiche (Waiting Areas) in Gesundheitszentren überwiesen. Bei Komplikationen konnten 267 Risikopatientinnen rechtzeitig per Krankenwagen in Krankenhäuser gebracht werden.
Geringe Sterblichkeitsrate: Dank der intensiven Betreuung gab es an den 18 Projektstandorten innerhalb der 24 Monate nur einen einzigen gemeldeten Todesfall bei Neugeborenen.
Durch konstante Schulungen der Geburtshelferinnen und Gesundheitsbeauftragen stellen wir sicher, dass das Wissen in der lokalen Community fest verankert bleibt
Einer erleichterte Mutter nach der Geburt ihres ersten Kindes. Dank unseres Programmes konnte auch sie bei der sicheren Geburt unterstützt werden.
Unser größter Dank gilt der Else Kröner-Fresenius Stiftung, die dieses Projekt möglich gemacht hat!








