Erfolgsgeschichten aus Malawi: Sportförderung schafft Perspektive
Noch vor einem Jahr hatte die Chitale Primary School weder einen Fußballplatz noch ein Netballfeld. Eines unserer ersten Projekte in Malawi war es, den Kindern dieser Schule Sportplätze zu finanzieren. Nun wurde unsere 14-jährige Schülerin Innocencia für die regionale Netball-Meisterschaft „gescoutet“. So schnell kann es gehen, wenn Talente und gezielte Fördermaßnahmen aufeinandertreffen …
Innocencia schaffte bereits den Sprung in die Meisterschaft
Talente bekommen ihre Chancen!
Wenn Innocencia demnächst für ihren Heimatdistrikt Ntcheu auf dem Netball-Feld steht, ist das ein großer persönlicher Erfolg für die 14-jährige Schülerin. Gleichzeitig ist ihre Teilnahme eine besondere Auszeichnung für ihre Schule und unser erstes Projekt in Malawi.
Die Chitale Primary School wurde bereits 1975 gegründet. Trotzdem gab es dort fast 50 Jahre lang keine geeigneten Sportplätze. Das änderte sich durch das Sportförderungsprogramm, das unsere lokale Partnerorganisation Save the Poor Foundation (SAPOF) mit Unterstützung von SONNE-International umsetzt.
Im August 2025 konnten wir dank der Unterstützung unserer Fördergeber und Spender einen neuen Fußballplatz und ein Netballfeld eröffnen. Gleichzeitig starteten regelmäßige Trainings in Fußball, Netball, Tischtennis und Selbstverteidigung. Die Kinder erhielten Sportausrüstung und fachliche Begleitung, sodass sie seither ihre sportlichen Fähigkeiten entdecken und weiterentwickeln können. Bereits ein Jahr später zeigen sich die ersten Erfolge.
Plötzlich ist vieles möglich
Schon bei ihren ersten Einsätzen auf regionalen und überregionalen Wettbewerben überzeugte Innocencia als Netball-Verteidigerin. Talentscouts wurden auf sie aufmerksam und wählten sie für die regionale Ebene der Talent Identification Initiative der Malawi Schools Sports Association (MASSA) aus.
Für Innocencia ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, der vor Kurzem noch kaum vorstellbar war.
„Dass ich es so weit geschafft habe, verdanke ich den Trainingseinheiten, die SAPOF an unserer Schule durchführt. Ich möchte meinen Lehrer:innen und Trainern dafür danken, dass sie dazu beigetragen haben, mich auf professioneller Ebene antreten zu lassen“, sagte Innocencia.
Ihr Sportlehrer Geoffrey Dzidekha kennt ihre Entwicklung genau. Für ihn zeigt ihr Erfolg vor allem eines: An Talent hat es den Kindern nie gefehlt, sondern an den Möglichkeiten, es zu entwickeln.
Er beschreibt Innocencia als eine der stärksten Verteidigerinnen der Schule: diszipliniert, engagiert und immer bereit, Neues zu lernen.
Neun Talente und jede Menge Begeisterung
Innocencia ist nicht die Einzige, die durch das neue Sportangebot über sich hinauswächst. Bei den jüngsten MASSA-Wettbewerben wurden gleich neun Schüler:innen der Chitale Primary School von Talentscouts ausgewählt: drei Mädchen für Netball und sechs Jungen für Fußball. Zwei der jungen Fußballer schafften es anschließend sogar auf Distriktebene.
Auf dem neuen Sportplatz ist inzwischen richtig viel los. Die Kinder spielen Fußball und Netball, trainieren Tischtennis und lernen Selbstverteidigung. Sie probieren sich aus, messen sich miteinander und entdecken dabei Fähigkeiten, von denen manche vorher vielleicht selbst noch nichts wussten.
Die 14-jährige Shamim Ali schaffte es mit ihrem Netballspiel bis auf die Zonenebene. Für die nächste Runde hat es dieses Mal noch nicht gereicht, doch davon lässt sie sich nicht entmutigen:
„Ich habe viel dazugelernt und möchte beim nächsten Mal noch besser spielen.“
Ähnlich geht es den Fußballern Limbikani Mponda, Gift Malward und Davie Bwanali. Für sie war es vor allem aufregend, gegen andere, stärkere Teams anzutreten und dabei Neues zu lernen.
Sport ist nun Teil des Schulalltags
Die neuen Sportplätze haben an der Chitale Primary School viel verändert. Die Kinder können nun regelmäßig trainieren und sich gemeinsam auf Wettbewerbe vorbereiten. An zwei Tagen pro Woche stehen an der Schule Sport und andere gemeinsame Aktivitäten auf dem Programm.
Das bedeutet für unsere Kinder vor allem, dass sie Raum bekommen, ihre Talente zu entdecken, Selbstvertrauen aufzubauen und körperlich stärker und gesünder zu werden. Und ihre schulischen Leistungen verbessern sich auch.
Ein Gewinn für die Schule und die Mädchen
Auch die Schulleitungen unserer Partnerorganisationen berichten von positiven Entwicklungen. Das Sport- und Selbstverteidigungsprogramm stärkt nicht nur einzelne Schülerinnen, sondern wirkt in die ganze Schule hinein.
Uns wurde berichtet, dass zusätzliche Schulanmeldungen dazugekommen sind und Schulabbrüche durch das Sportprogramm verhindert werden konnten. Für uns ist das ein starkes Zeichen: Wenn Mädchen sich sicherer fühlen, steigen auch ihre Chancen, ihren Bildungsweg fortzusetzen.
Die Begeisterung der Schülerinnen motiviert uns sehr. Sie zeigen jede Woche, wie viel Kraft, Teamgeist und Lebensfreude in ihnen steckt.











