Beiträge

Julias Ankunft in Myanmar!

Hi, ich bin Julia!

Nach langem Zuwarten und großer Vorfreude bin ich jetzt endlich in Myanmar angekommen. Ich möchte versuchen, euch den Alltag hier und die Abläufe der einzelnen Projekte bzw. Projektteile so anschaulich wie möglich zu schildern und euch an meinen Erlebnissen, Eindrücken und Gedanken teilhaben lassen. Am Dienstag wurde ich am Flughafen in Yangon sehr herzlich von Sabine empfangen. Bereits bei der Fahrt zurück ins Quartier erhielt ich alle Infos und wurde sehr gut „eingeweiht“, sodass die Spannung noch größer wurde und ich mich noch mehr auf die kommenden vier Wochen, die Kinder, die SONNE-Mitarbeiter und die Projekte freute.

HEALTH CARE CENTER (mobile Gesundheitsuntersuchungen)

Das Health Care Center findet regelmäßig in den drei Day Care Centers (DCC) statt.
In der Früh geht es vollgepackt mit Medikamenten und den „Gesundheitspässen“ durch die Straßen von Yangon, die es einem nicht immer leicht machen, zur vereinbarten Zeit anzukommen. Im DCC angekommen, verfliegen die Anstrengungen der Fahrt jedoch sofort, wenn man die freundlichen Gesichter der Kinder sieht und mit einem lautstarken und erfreuten Mingalaba (Hallo) begrüßt wird. Im Health Care Team mit dabei sind immer die Krankenschwester, die Ärztin, die SONNE-Mitarbeiterin Cho Thandar und in diesem Monat nun auch ich. Nach ein paar Vorbereitungen kann es auch schon losgehen.

Vorbereitungsarbeiten für die Gesundheitsuntersuchung

Vorbereitungsarbeiten für die Gesundheitsuntersuchung

Gesundheitspässe der Kinder

Gesundheitspässe der Kinder

JuliaIMG_0106

Die Ärztin befragt unsere Schützlinge nach Beschwerden

Bei den kleineren Kindern sind stets die älteren Geschwister darauf bedacht, der Ärztin alle nötigen Antworten zu geben und dass die Kleinen ordentlich untersucht werden und ihre Medikamente nicht verlieren. Überhaupt ist es schön zu beobachten, wie liebevoll sich die älteren Geschwister um die Kleinen kümmern.

Den meisten Kindern merkt man an, dass sie etwas verunsichert und nervös sind, wenn sie von den LehrerInnen, die das Health Care Team tatkräftig unterstützen, aufgerufen werden. Aber spätestens, wenn sie von der Ärztin freundlich empfangen werden, ist ihre Skepsis verschwunden und sie antworten meist bereitwillig auf die Fragen.

Besonders häufig sind bei den Kindern diverse Hautkrankheiten aufgrund der meist sehr widrigen hygienischen Umstände bei den Kindern zu Hause. In den DCCs wird versucht, der fehlenden Hygiene entgegenzuwirken, indem die Kinder die Möglichkeit haben, sich von Kopf bis Fuß zu waschen und die Zähne zu putzen. Sehr viel Wert wird außerdem auf das Händewaschen vor und nach dem Essen gelegt. Momentan müssen viele Kinder wegen starken Hustens von der Ärztin behandelt werden.

Auch die Familien und die Nachbarn der Kinder können sich kostenlos untersuchen und behandeln lassen. In Myanmar muss man für einen Krankenhausbesuch bezahlen, was es für viele Familien unmöglich macht, dorthin zu gehen. Die meisten Personen kommen mit einem Anliegen und aufgrund bestimmter Beschwerden ins SONNE Health Care Center. Zusätzlich wird aber auch Blutdruck gemessen und eine Allgemein-Untersuchung vorgenommen.

JuliaIMG_0101

Händewaschen als wichtige Hygienemaßnahme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HAUSBESUCHE

In aller Kürze möchte ich von den Hausbesuchen berichten, die jeden Tag vorgenommen werden. Es gäbe sehr viel darüber zu erzählen, da die Umstände, unter denen die Kinder und ihre Familien leben müssen, oft erschreckend sind. Das ganze Areal, auf dem die sehr ärmlichen Hütten aufgebaut sind, ist eine ehemalige Müllhalde, die zugeschüttet wurde. Eine Hütte ist an die andere gereiht und dazwischen häufen sich die Müllberge. Menschen und Tiere (Hühner, Hunde, Katzen etc.) leben miteinander, essen teilweise sogar von denselben Tellern. Wasser steht nur begrenzt zur Verfügung, sauberes Wasser so gut wie gar nicht.
Trotzdem fühlt man sich dort nicht unwohl. Der Grund dafür sind die herzlichen und gastfreundlichen Menschen. Überall wird man freundlich gegrüßt, mit einem Lächeln beschenkt und auf einen Tee eingeladen.

Die Kinder, die dort leben, haben nur selten die Möglichkeit eine öffentliche Schule zu besuchen, regelmäßig zu essen und sich zu waschen oder medizinisch untersucht zu werden. Ihre Eltern versuchen jeden Tag aufs Neue genügend Geld für den nächsten Tag zu verdienen, um die ganze Familie versorgen zu können. Deshalb sind die Day Care Center von enormer Wichtigkeit für Eltern und Kinder. Die Kinder werden betreut und müssen nicht alleine sein, sie werden versorgt und lernen zu alledem auch noch Lesen, Schreiben und Rechnen. Nicht zu vergessen ist die fürsorgliche Zuneigung, die sie von den bemühten LehrerInnen bekommen.

NONNENKLOSTER

Nicht vergessen möchte ich unseren Besuch im Nonnenkloster, denn wie ihr vielleicht schon gesehen habt, ist das Christkind nun auch in Myanmar angekommen. Mit dem Geld der Weihnachtspakte konnten wir für die Mädchen im Nonnenkloster ein Hygiene- und Versorgungspaket zusammenstellen und ihnen überreichen. Ehrlich gesagt fühlten wir uns auch ein bisschen wie zu Weihnachten, denn die Freude und Dankbarkeit bei der Übergabe war riesig ….

Im nächsten Blogeintrag werde ich euch vom Patenkinderprojekt und den Sportprojekten sowie dem Ausbildungsprojekt berichten!
Bis dahin eine schöne Zeit und Kyae Zu Tin Par Tal (danke) fürs Lesen!

Eure Julia

 

Mingalaba aus Myanmar!

Nach nun bald einem Monat in Yangon melde ich mich endlich mit einem lautstarken Mingalaba von mir und allen SONNE-Kindern bei euch. Es geht heiß her bei uns. Nicht nur die Sonnenstrahlen werden von Tag zu Tag stärker, auch unsere SONNE heizt mit ihren Projekten ordentlich ein. Es gibt viel Positives zu berichten – hier nur ein paar Highlights!

Tagesbetreuungsstätten Upgrades – LehrerInnentraining und Verschönerungsaktion

Wo wir vor nicht einmal einem halben Jahr die Kinder noch in ihren Hütten besucht und von unserem Vorhaben der Day Care Centers (DCCs) erzählt haben, laufen die zwei neuen Zentren mittlerweile auf Hochtouren. Seit meinem letzten Aufenthalt hat sich also einiges getan. Etwa 40 Kinder pro DCC kommen täglich, können lernen, spielen, reichhaltig essen und sich waschen. Der harte Alltag und die traurigen Rahmenbedingungen sind jedoch leider noch dieselben. Die meisten der Kinder müssen täglich Müllsammelnd zum minimalen Einkommen der Familien beitragen und fristen ein tristes Leben auf den dreckigen Straßen und grauenhaften Müllhalden. Ich habe ein paar Kinder auf ihrem Weg zur „Arbeit“ begleitet und auch wenn mir diese Orte schon vom letzten Besuch bekannt sind – es wird nicht weniger schockierend.

DCC3_2

DCC2_3

Es gibt noch viel zu tun

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt nun auf der Steigerung und Sicherung der Qualität. Schließlich soll nicht nur ein Klassenzimmer zur Verfügung stehen, sondern auch dafür gesorgt sein, dass die Zeit darin so nutzbringend wie möglich verbracht wird. Auch wenn viele Kinder aufgrund zahlreicher Probleme nach formalen Richtlinien wahrscheinlichkeine vergleichbaren Lernerfolge erreichen können, haben sie doch zahlreiche Talente und viel Potential, mit denen wir durch unterschiedliche Methoden non-formaler Bildung  gute Ergebnisse erzielen wollen.

Die Erstellung eines spezifischen Lehrplans, angepasst an die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Kinder sowie ein regelmäßiges Fortbildungsprogramm für die LehrerInnenwerden derzeit intensiv diskutiert. Um den Kindern das Wohlfühlen zu erleichtern, starten wir auch eine kleine Verschönerungsaktion. Nachdem schon lange darüber geredet wurde, habe ich das Reden beendet und mich mit dem hilfsbereiten Lehrer Eh Taw in den Malershop begeben und selbst „Hand an die Wand angelegt“. Die ehemals dreckig bröckeligen Wände des Day Care Centers erstrahlen jetzt einladend in einem frischen SONNE-Orange. Die optische Aufbesserung wird auch von den Kindern aktiv mitgestaltet, mit Zeichnungen und Dekorationenan den Wänden. So soll der Zufluchtsort zu einem ihrer wenigen Wohlfühl-Orte werden und sie gleich noch mehr zum Mitmachen motivieren.

Büro-Meeting

Ausmalen

Unterricht-im-ddc1

Aufräumaktion im Minghalartheikti Kloster

Den kleinen Nonnen, die von SONNE vor allem durch medizinische und nahrungsergänzende Versorgung unterstützt werden, geht es gut. Dank eines Privatspenders wurde das Gebäude erweitert und es gibt jetzt mehr Platz. Leider sind die hygienischen Bedingungen nach wie vor sehr prekär, es fehlt hier wirklich an vielem. Einmal monatlich kommt eine Abordnung des SONNE-Teams zum Generalputz vorbei, diesmal mit mir an Bord. Gemeinsam erlösen wir die Kids von all dem Schmutz. Eine dreckige Angelegenheit, die unsere Lungen trotz Mundschutz spürbar mit Staub füllt.

Nonnenkloster_das-Putzteam

Die DCCs on theRoad – Ausflug als Bewusstseinstraining

Vorletzten Freitag war ein großer Tag und große Aufregung. Alle 120 (!) Kinder inklusive aller LehrerInnen, Köchinnen und MitarbeiterInnen machten sich im Bus gemeinsam auf den Weg ins nationale Drogenmuseum und im Anschluss in die Schule für Blinde in Yangon. Ziel des Besuchs war es, den Kindern den Umgang mit und vor allem die Auswirkungenvon Drogen auf interaktive und erlebnisorientierte Art näher zu bringen. Viele der Kinder stammen aus Familien, in denen die Väter (Sucht ist hauptsächlich ein männliches Problem) drogen- oder alkoholsüchtig sind. Der Besuch in der Schule für Blinde war ebenfalls sehr prägend und ermöglichte ihnen die Begegnung mit körperlich benachteiligten Menschen. Diese Begegnung zu beobachten war unglaublich spannend. Die Kinder zeigten sehr viel Interesse und respektvollen Umgang. Selbst die davor auffallend Vorlauten und Eigensinnigen verhielten sich ganz vorsichtig. Mit der Rückfahrt im angemieteten Bus ging ein aufregender Tag zu Ende.

 

Eine schöne Bescherung in Myanmar

Was für ein Fest, wenn Weihnachten auch noch zwei Monate später glitzernde Kinderaugen und freudige Momente hervorrufen kann. Das wurde vor allem durch EUCH ermöglicht! Der Dank gilt dabei allen, die sich dieses Jahr dazu entschieden haben, zu Weihnachten sozial zu schenken und dadurch das schwere Leben der jungen Nonnen im Mingalar Theikdi Nonnenkloster in Yangon zu erleichtern. Somit konnten zahlreiche Personen an den Feiertagen das gute Gefühl genießen, dass den jungen Nonnen in Myanmar in ihrem Namen ein Hygienepaket übergeben wurde.

Jetzt war es endlich soweit: Das lokale Team (mit österreichischer Unterstützung von Julia und Sabine) konnte die Geschenke verteilen und viel Freude verbreiten. Die Pakete sind sinnvoll auf die konkreten Mängel und Bedürfnisse der Kinder abgestimmt. Aufgrund schlechter Wohn- und Hygienebedingungen leiden die Kinder immer wieder unter Hautkrankheiten und anderen hygienisch bedingten gesundheitlichen Problemen. Nun kann dem zumindest im nächsten halben Jahr entgegengewirkt werden: In jedem Paket waren Seife, Zahnbürsten, Zahnpasta, Hautcreme, eine Decke, ein Moskitonetz, Slippers, ein Handtuch, ein Polster sowie einige nahrhafte Snacks.

Wir alle sagen DANKE für diese äußerst erfolgreiche Aktion! So sehen sinnvolle Weihnachtsgeschenke aus.

Nur zum Vormerken: Für alle, die Lust haben, dem Weihnachtsgeschenkestress im kommenden Advent ebenfalls zu entgehen und ganz einfach soziale Geschenke zu machen – wir garantieren doppelte Freude!

 

 

Myanmar4

Die Vorbereitung der Bescherung: Solange die Kinder außer Haus sind, können die fleißigen Christkinderchen heimlich alles vorbereiten.

Myanmar2

Große Freude bei der Übergabe: Die schüchternen Nonnen sind ganz vorsichtig, damit auch ja nichts zu Boden fällt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Myanmar1

Familienfoto unter der Sonne statt unter dem Christbaum: Die jungen Nonnen freuen sich über ihre neue Ausstattung.

 

 

 

 

Myanmar – Spannend wie am ersten Tag

Die Spannung nimmt kein Ende – jeder Tag hat etwas Neues für mich auf Lager. Nachdem ich mich in der ersten Woche in Yangon eingelebt habe, ging es für mich mit der Arbeit los. In den nächsten Zeilen die Highlights der letzten drei Wochen.

Im DCC 1 durfte ich ein paar Straßenkinder zu deren Siedlungen und Häusern begleiten. Ich habe nicht viel erwartet, aber das Chaos und die hygienischen Zustände haben mir wieder einmal die Augen geöffnet (wie so vieles, das man hier tagtäglich beobachten kann). Zusätzlich zur miserablen Wohnsituation droht noch etwas anderes: Die Siedlung ist auf fremdem Grund und Boden bzw. von der Regierung nicht bewilligt. Das bedeutet, dass die Räumung des Gebietes (mit dutzenden von Familien) jederzeit angeordnet werden kann.

Bild Nummer 2

Neben dem Aushelfen im DCC1 fahre ich jeden Tag ins Office (ca. 1,5h mit dem Zug) und beschäftige mich mit Dingen wie dem Gestalten von Flyern und Buchcover für das SONNE-Büro in Myanmar. Ein anderer, viel wichtigerer Tagespunkt ist momentan das NPK-Dorf, 2,5h vom Büro entfernt. SONNE-International und seine Paten unterstützen dort nicht nur die Aufrechterhaltung und Finanzierung der gesamten Schule, sondern ermöglichen auch, dass etwa 20 mittellose Kinder die Schule besuchen können und eine erste Chance im Leben bekommen.

Bild Nummer 3

Wie man sich aus der Sicht der Pateneltern natürlich vorstellen kann, möchte man dann doch ab und zu von seinen Patenkindern vom anderen Ende der Welt hören – und genau das war unsere Aufgabe.

Wir haben hierfür einen informellen Fragebogen vorbereitet. Diesen nahmen wir (Su Su Bo, Nyein und ich) als groben Leitfaden um Gespräche mit den unglaublich herzlichen Patenkindern zu führen und Infos zu deren Hobbies, Lieblingsspeisen und Alltag zu bekommen. Die erlangten Informationen aus den wirklich toll gelaufenen Gesprächen werden wir zusammenfassen und mit einer kleinen Überraschung nach Österreich senden. Anfang Jänner ist es dann so weit – also seid gespannt liebe Pateneltern!

Bild Nummer 4

Außer dem alltäglichen Arbeiten im Büro ging es für mich letzte Woche noch ganz woanders hin: ca. 480 Kilometer von Yangon entfernt ist ein kleines Dorf nahe der Stadt „Taungtwingyi“, das man in Mindestzeit (7h) erreichen kann, aber nicht muss (wir benötigten ruckelige 14h zu neunt auf der Rückfläche eines Pickup-Trucks).

Bild Nummer 5

Bild Nummer 6

Im Dorf, genauer gesagt im dortigen Kloster, durfte ich zusammen mit meiner lieben Kollegin San San und ihrer Familie drei Tage verbringen und das buddhistische Lichterfest zu Vollmond feiern. Was für ein Fest!

Bild Nummer 7

Bild Nummer 8

Zusätzlicher Grund für den Trip: Das schwer erreichbare Dorf (Fluss versperrt den Zugang, keine Brücke vorhanden) ruft die Notwendigkeit von Unterstützung hervor: Es gibt grundsätzlich keine Trinkwasserversorgung über Brunnen oder Leitungen – das Wasser kommt vom Fluss und sorgt dementsprechend für viele Krankheiten und natürlich ist ärztliche Versorgung ebenfalls mangelhaft.

 

Bild Nummer 10

Außerdem ist das Ackerland unfruchtbar und staubtrocken. Die allgemeine Armut führt sogar zu fehlendem Geld bei Begräbnissen. Die Zukunft wird zeigen inwiefern man den Dorfbewohnern helfen kann.

Das war es auch schon wieder von mir, bis zum nächsten Mal! Es ist schon spät hier – ich bin „hundsmüde“!

Bild Nummer 11

Gerührt und geschüttelt – Im Wechselbad der Gefühle

 Heute ist Besuchsmarathon bei den SONNE-Projekten in Yangon. Unsere Reisegruppe ist diesmal um einige lokale SONNE-Mitarbeiter gewachsen und wir verschaffen uns einen Überblick über die Vielzahl an Aktivitäten unserer Bildungs-NGO. 

Insgesamt besuchen wir heute 3 Kinderbetreuungsstätten (Day Care Centres), die Obdachlosensiedlung im Tha Ba Wa Kloster und einige kleine Ausbildungsstätten (Korbflechterei, Mopedwerkstatt).

Day Care Center 2 - Yangon

Dieses bunte Bild begrüßt uns bei jedem unserer Day Care Center – Aber nicht alles in Myanmar ist so schön geordnet.

 

Typisch für unsere Day Care Centres ist, dass wir überall auf gepflegte und fröhliche Kinder treffen, die uns voll Enthusiasmus begrüßen. Gemeinsam ist diesen Einrichtungen leider auch, dass sie sich in den Slums von Yangon befinden, wo die Not und die Armut besonders bedrückend sind. Es ist erschütternd, unter welchen menschenunwürdigen Bedingungen hier unzählige Familien auf engstem Raum hausen müssen!

In den Slums von Yangon

In diesen zerlumpten Hütten wohnen bis zu fünf Personen, zu Essen gibts pro Tag oft nicht mehr als eine Schale Reis mit ein wenig Fischsauce

Durch die Arbeit von SONNE-International können zumindest einige der Kinder tagsüber ein paar Stunden Schutz, Zuneigung und Pflege genießen.

Dort können sie lernen, spielen und werden verpflegt  (was pro Kind schon ab ca. 60 cent pro Tag möglich ist). Darüber hinaus werden die Kinder wenn nötig medizinisch versorgt.

Empfang im Day Care Center - Yangon

Überall werden wir mit dem SONNE-Tanz empfangen und mit weiteren ausgelassenen Gesangs- und Showeinlagen unterhalten. Hier ist von der bedrückenden Lebenswirklichkeit der Kleinen nichts zu merken.

Die Betreuer leisten offensichtlich hervorragende Arbeit!

image2-1

Der SONNE-Song ist in Yangon der Sommerhit der Jahres – Dazu wird ausgelassen getanzt und geklatscht

Beim Weggehen werden wir jedes Mal herzlich und liebevoll, wie alte Freunde, verabschiedet. Diese Zuneigung und Anhänglichkeit der Kinder berührt uns zutiefst.

image3

Die Kleinen haben sich sofort in unsere Hanni verliebt und wollen sie gar nicht mehr gehen lassen

 

In der Obdachlosensiedlung des Klosters Tha Ba Wa sind wir mit ähnlichen Eindrücken konfrontiert. Einerseits bedrückendes Leid, andererseits große Menschlichkeit:

Ein buddhistischer Mönch hat tausenden von Obdachlosen auf dem Gelände des Klosters eine Zufluchtsstätte geboten und jetzt setzt er alles daran, deren Lebensumstände zu verbessern – SONNE hilft nach Kräften.

Wir spenden Medikamente und Lebensmittel an TBC-, HIV- und Leprakranke.

image4

Wir besuchen die TBC-Station und helfen beim Verteilen von kleinen Geschenken

Außerdem betreibt SONNE hier ein Ausbildungszentrum für Korbflechtarbeiten und versucht, einen Vertriebsweg für die Produkte aufzubauen.

image3-1

Eifrig bei der Arbeit – Die Lehrlinge in unserer Korbflechterei

Unsere nächste Station ist die sogenannte „Training School for Boys“, wo derzeit 184 Straßenkinder, Waisenkinder und Kleinkriminelle zwischen 6 und 16 Jahren resozialisiert bzw. betreut werden. SONNE finanziert hier ein Sportprojekt und hilft auch bei der medizinischen Betreuung und Grundversorgung.

Dieser Tag hat uns wirklich tief gerührt und seelisch durchgeschüttelt. Wieder einmal bewundern wir Erfried für sein grenzenloses Engagement und Durchhaltevermögen.

Dank seines unermüdlichen Einsatzes und dem unserer Mitarbeiter und Freiwilligen in Myanmar und Österreich können viele Kinder wieder ein bisschen unbeschwerter lachen.

Das war’s für dieses Mal, in einer Stunde geht’s ab zum Strand. So viele Eindrücke müssen erst einmal verarbeitet werden.

Liebe Grüße,

Gerhard, Mario und die SONNE-Reisegruppe

Mit der Formel Tuk Tuk ins NPK-Dorf

Eine kleine, aber feine Gruppe von Freunden und Mitarbeitern von SONNE-International ist derzeit in Myanmar unterwegs und besucht unter anderem einige der Projekte vor Ort.
Hier ein erster Bericht von Gerhard und Mario

Hanni, Gerhard und Mario - noch ungeschüttelt

Hanni, Gerhard und Mario – noch ungeschüttelt

Um 7.00h geht’s los, wir starten zu einem Ausflug ins NPK-Dorf (alle Fakten zum dortigen Projekt findet ihr hier: http://www.sonne-international.org/language/de/project/nga-pyaw-kyaun-im-deltagebiet-des-ayeyarwaddy/).

Nach einer kurzen, zügigen Fahrt durch das überraschend gut organisierte Verkehrsgewühl von Yangon (immerhin eine Stadt mit 8 Millionen Einwohnern) erreichen wir die Stadtgrenze. Jetzt dreht unser Tuk Tuk-Fahrer so richtig auf! Gefühlt durchbricht unser Gefährt die Schallmauer und wir werden kräftig durchgeschüttelt. Walter, einer unsere Paten, macht uns Mut: „Das dauert eh nicht lang – dann wird’s sicher noch schlimmer!“ Und Recht hat er gehabt. Nicht das Gerüttel dreht uns den Magen um, sondern was wir zu sehen belommen: Im Hintergrund große Fabriken bekannter Firmen (die Namen werden wir hier lieber nicht erwähnen), im Vordergrund die ärmlichen Behausungen der total unterbezahlten Arbeiter.

Plastikfetzen und Holzbretter - gar nicht idyllisch

Plastikfetzen und Holzbretter – gar nicht idyllisch

 

San San, unsere Reiseleiterin und Chefin von SONNE in Myanmar, erklärt, dass die Regierung diese ärmsten Menschen ab und zu aus ihren Notunterkünften vertreibt, um den Grund gewinnbringend zu verkaufen. Da kann einem schon der Optimismus abhanden kommen. Im NPK-Dorf selbst schaut’s auch nicht viel besser aus. Armut, Schmutz und Bretterbuden. Die Schule erreichen wir am Ende der Pause. Einige der jüngeren Kinder spielen noch am von SONNE finanzierten Sportplatz.

 

Das Kinderlachen reißt uns aus unserer nachdenklichen Stimmung

Das Kinderlachen reißt uns aus unserer nachdenklichen Stimmung

 

Die Kinder sind fröhlich, das Herz geht uns auf. Endlich sehen wir etwas Schönes. Das Kinderlachen beweist uns, dass es gar nicht so schwer ist, die Welt ein bisschen besser zu machen!

Bildblog2

Schaukeln statt Müllsammeln – Ein Verdienst der SONNE-Organisation

 

In den Klassenzimmern wird eifrig gelernt und wir werden freudig begrüßt, wenn wir beim Fenster reinschauen. Wir sehen mit eigenen Augen, dass unsere Arbeit wirklich Sinn macht.

A batz'n bahö! - Die "Langnasen" besuchen die SONNE-Schule

A batz’n bahö! – Die „Langnasen“ besuchen die SONNE-Schule

 

Probleme gibt’s natürlich noch jede Menge, unter anderem haben wir bis jetzt noch nicht genug Pateneltern für unsere Schützlinge gefunden. Besonders diejenigen Schüler, die eine weiterführende Schule besuchen wollen, stehen vor enormen finanziellen Hürden.

Gerhard in seinem Element - Er plaudert mit den SONNE-Schülern über ihre Zukunftspläne

Gerhard in seinem Element – Er plaudert mit den SONNE-Schülern über ihre Zukunftspläne

 

Derzeit hilft in diesen Fällen oft San San aus, indem sie das Schulgeld aus ihrer eigenen (recht schmalen) Tasche bezahlt! Das muss doch auch anders zu lösen sein, dafür gibt’s doch wirklich wohlhabendere Leute!  In unserer 7er-Gruppe gibt’s bereits 4 Pateneltern und zwei weitere kommen demnächst dazu. Wie schaut’s aus, wollt ihr euch nicht auch anschließen?

http://www.sonne-international.org/language/de/patenschaften/

Wir haben natürlich noch viel mehr erlebt, aber davon berichten wir beim nächsten Mal.

Mingalabar aus Myanmar
Gerhard & Mario

Wir holen euch raus!

Tag 4 in Myanmar

EIN TAG IM BÜRO!

Bild17

Heute haben wir uns zwar nicht sehr weit bewegt, dennoch sind wir wieder sehr weit gekommen.

Bild10

Tag 5 in Myanmar

Heute haben wird ein Nonnenkloster besucht. Seit einiger Zeit unterstützt SONNE-International mehrere Klosterschulen. Darunter auch das Nonnenkloster Mingalar Theikdi im South Dagon Township.

Bild18

Auch hier wurden die Kinder untersucht, und wenn möglich erstversorgt. Da dieses Kloster sehr arm ist und die Kinder sehr eng nebeneinander schlafen müssen, kein Brunnen mit sauberem Wasser vorhanden ist, Hygieneartikel fehlen, leiden auch hier fast alle Kinder an Hautkrankheiten. Manchmal wundert es mich, dass einem Kinder unter solchen Lebensbedingungen noch immer ein Lächeln schenken!

Bild19

Bild20

Wir haben die Leiterin des Klosters gefragt, mit welchen Sachen wir die bittere Situation dort verbessern können. Daraus hat sich eine Liste mit nötigen Artikel ergeben, die zumindest die Hygiene der Kinder verbessern kann, um gängige Krankheiten zu vermeiden. Ich habe beschlossen die SONNE-Weihnachtsgeschenke – wie im Vorjahr, die Winterpakete für Indien – heuer diesen Kindern zu widmen. Hier ist unsere zusätzliche Unterstützung mehr als nötig. Was diese Weihnachtsgeschenke beinhalten, haben wir gemeinsam zusammengestellt, und ihr werdet im November erfahren, mit welchen SONNE-Weihnachtsgeschenken ihr eure Lieben beschenken könnt und gleichzeitig die Lebenssituation dieser Nonnenschülerinnen ein kleines Stück verbessern könnt. Also ich weiß schon, was ich schenken werde.

Bild21

Tag 8 in Myanmar

Auf einen Einblick in diese Aktivitäten war ich schon sehr gespannt, seit ich das erste Mal davon gehört habe. Dennoch muss ich zugeben, dass ich mich mit einem leicht mulmigen Gefühl dieser Einrichtung das erste Mal näherte, denn hierher kommen die Kinder nicht wie bei unserer anderen Projekten freiwillig, sondern sie werden von der Polizei festgenommen und dort untergebracht.

UNSERE LEUTE HOLEN SIE DORT WIEDER RAUS!!!

Bild22

In der sogenannten „Thanlyin Boys Training School“ des burmesischen Sozialministeriums sind viele Kinder inhaftiert, die oft wegen Bagatelldelikten, oder auch nur wegen illegalem Müllsammeln aufgegriffen wurden. Unsere Mitarbeiter kümmern sich um die jugendlichen Insassen dieser Anstalt, sorgen für regelmäßige sportliche Betätigung – wieder gefördert durch das Österreichische Sportministerium – und informelle Bildung. Zuerst aber bemühen wir uns zu verhindern, dass ein Verfahren gegen die Festgenommenen eingeleitet wird. Durch den Einsatz von SozialarbeiterInnen versuchen wir, die Kinder zu ihren Familien (falls vorhanden) zurückzuführen, und in die Schule zu reintegrieren. Leider ist es sehr schwierig die Eltern ausfindig zu machen, und in manchen Fällen davon zu überzeugen ihre Kinder überhaupt wieder aufzunehmen.

Bild23

Bild24

Unsere Mitarbeiter stehen bei diesem schwierigen Unterfangen einer großen Herausforderung gegenüber, aber noch größer ist die Dringlichkeit dieser Aktivitäten. Kein Kind soll wegen eines gewaltfreien Überlebenskampfs auf der Straße auch noch seine Bewegungsfreiheit verlieren.

Die hautnahe Konfrontation mit den Lebensumständen der gefangenen Kinder war nicht gerade einfach zu verdauen. Es sind unschuldige Kinder, oft ohne Perspektive. In ein bitteres Leben geboren für dass sie nichts können und gegen das sie ankämpfen müssen.

Bild25

Egal welche Hautfarben sie haben, egal welche Sprache sie sprechen, egal an welche Religion sie glauben, egal aus welchem weit entfernten Land sie stammen, egal was mit ihnen passiert – NEIN, denn es ist unsere Welt, und unser Privileg diesen Kindern gemeinsam helfen zu können.

Tag 9 in Myanmar

Für mich geht wieder eine wertvolle Reise zu Ende. Viele Momente hätte ich lieber mit euch persönlich geteilt, als oft müde darüber in meinen Blogs zu schreiben. Ich hoffe dass euch meine paar Zeilen und Bilder einen ,,kleinen“ Einblick in unsere Aktivitäten geben konnten, und glaubt mir, eure Unterstützung kommt bei unseren Schützlingen dankend an. Sollten sich Zweifler unter euch befinden, lade ich jene sehr herzlich ein, mich bei meiner nächsten Reise zu unseren Projekten in Indien zu begleiten und sich dann selbst ein Bild zu machen. Glaubt mir, ich würde euch und eure Sinne wirklich viel lieber vor Ort mitnehmen, um euch alles zu zeigen, als darüber in den Abendstunden zu schreiben.

Danke fürs Lesen und euren Rückenwind!

Euer Armin