Fotoblog Mymensingh

Hier sind die versprochenen Fotos von Mymensingh:

 

 


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In der Runde des Dichterkreises

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In der Runde des Dichterkreises

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Zwischen 2 Frauen, die Holz für die Feuerstelle am Flussufer sammeln waren

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Zwischen 2 Frauen, die Holz für die Feuerstelle am Flussufer sammeln waren

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Mit dem Boot an das andere Ufer des Flusses Brahmaputra

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Mit dem Boot an das andere Ufer des Flusses Brahmaputra

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Unterwegs mit dem Boot

LG,

eure Carmen

Eine Hochzeit in Bangladesch

Da ich jetzt das erste Mal alle drei Tage bei einer moslemischen Hochzeit dabei war, versuch ich nun das in dem Blog zusammenzufassen. Es war die Hochzeit von Rabbanis, meinem Manager hier in Jhenaigati, jüngster Schwester. wenn ich mitgekommen bin beim zählen, dann hat er 9 Schwestern und 3 Brüder. Also der erste Tag heißt Guy Holud. Da ist die Braut mit einem gelb-rotem Sari gekleidet, und die „Brautjungfern“ ebenso. Da sind eigentlich nur die Familienmitglieder dabei. Da ich aber wie ein „Ehrengast“ war, war ich auch am ersten Tag eingeladen. Wie man auf den Fotos sehen kann, wird die Braut von den Frauen unter einem großen, rotem Tuch aus dem Haus zu einem Baldachin geführt.

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Dort steht Essen, wie süßer Reis und Obst. Jedes Familienmitglied gibt ihr zu essen, auch ich, und mit einer braunen Salbe wird sie auf der Stirn, ich sag mal, „gesalbt“. Sie wird vom Junggesellenleben verabschiedet. Eine genauere Erklärung konnte mir niemand geben. Ich vergleich das wie bei uns mit dem Polterabend. Nach sehr vielen Fotos, weil die Familie ja sehr groß ist, sind wir Frauen, mit Obstkorb zum Bräutigam gefahren. Dort passiert dann das Gleiche wie bei der Braut. Dann gibt es Essen beim Bräutigam. Nachher geht es wieder zum Elternhaus der Braut. So nah liegen die Dörfer auch nicht beieinander, somit hat der Tag von der Abfahrt um 15 Uhr bis zum Heimkommen bis 22 Uhr gedauert, mit einem Radwechsel am Weg zur Braut zurück. Zum Glück war das Reserverad ok!

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2.Tag: Tag der Vermählung

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Abfahrt um 13 Uhr. bei der Ankunft wird die Braut begrüßt, die heute in rot gekleidet ist, und Fotos gemacht. Die Zeit des Wartens auf den Bräutigam wird mit essen und reden überbrückt. Da, ich sag mal, das ganze Dorf eingeladen ist, sind das ca. 400 Leute. Der Bräutigam hätte um 15 Uhr kommen sollen, aber wir sind ja in Bangladesch, also ist er ca. 1 Stunde später angekommen. Dann läuft das so ab, wie eigentlich bei uns im Burgenland, der Bräutigam muss sich den Weg zur Braut „freikaufen“. Na das dauert dann schon etwas länger als bei uns, und es wird echt lautstark verhandelt. Hab echt zwischendurch gedacht die fangen zum Raufen an! Na endlich wird das Band durchschnitten, und der Bräutigam darf durch das bunte, extra aufgestellte Tor fahren, das am Abend auch mit vielen Lichtern geschmückt ist.

Im Hof haben sie dann wegen dem Geld nochmal hin und her gestritten, dann durfte der Bräutigam endlich aussteigen. Der sitzt dann mit 2 „Bewachern“ wieder unter einem Baldachin. Also Braut und Bräutigam sehen sich noch immer nicht. Da es dann zu regnen begonnen hat, eher ungewöhnlich für diese Zeit, wird der Bräutigam in ein Zimmer des Hauses geleitet.

Die Familienmitglieder des Bräutigams werden verköstigt. das zieht und zieht sich, und es werden Fotos und Fotos und Fotos gemacht. Irgendwann, ich denk es war ca. 19 Uhr, kommt wie bei uns der Standesbeamte. Der sitzt dann mit 2 Beiständen und anderen Männern an einem Tisch, und so wird die Trauung vollzogen, und in einem Buch festgehalten. dann gehen diese ganzen Männer zu dem Bräutigam. Der spricht alles brav nach, was ihm vorgesagt wird, und der Bräutigam unterschreibt. Dann geht der Standesbeamte in das andere Zimmer, zur Braut. Ob die auch was sagen muss, hab ich ehrlich gestanden nicht verstanden, denn das Zimmer war sehr klein, und es waren viele Leute da. Das ist die Trauungszeremonie. Dann geht endlich der Bräutigam zur Braut. das nun vermählte Brautpaar wird mit einem blauen Tücherl, ob das immer blau sein muss, weiß ich nicht, bei den Kleidern unten am Saum zusammengebunden. Na die nehmen das wörtlich: „der Bund für`s leben!“

Ja, dann folgt eine sehr emotionale Szene, denn die Brautmutter gibt beiden unter Tränen und Gejammer ihren Segen. Die Braut fällt ihren Geschwistern lautstark weinend um den Hals. Da sie dann weinend zu Boden fällt, tragen sie sie aus dem Haus und bevor sie in das Auto einsteigt, weint sie sich an der Schulter ihres Bruders nochmal so richtig aus. Aber die Tränen verflüchtigen sich dann doch. Ich war dann doch ein bisschen konfus, weil sie mir gesagt haben, dass sie sich zwar flüchtig kennen, aber doch kennen, und sich ineinander verliebt haben. Was mir ja auch die Braut am Vortag bestätigt hat.

Aber angeblich läuft das immer so ab, weil es ja ein „Weggehen“ vom Elternhaus darstellt. Andere Länder, andere Sitten!

Dann war noch ein Essen und dann ging es endlich heim, denn es war ein langer Tag, der bis ca. 23 Uhr dauerte.

3Tag im Haus des Bräutigams.

Da bin ich dann ca. um 14 Uhr hingefahren, weil ich zuerst beim Hearing
von den Lehrern für die Highschool dabei war. Gott sei Dank, hab ich das Hochzeitspaar glücklich vereint vorgefunden. und endlich hatte ich die Gelegenheit ihnen meine Glückwünsche zu übermitteln. Dann wurden Fotos gemacht, gegessen und nach ca. 2 Stunden, mit wieder viel erklären von wo ich komm, was ich da in Bangladesch mache, und warum ich so viele Fotos machen, ging es dann für mich nach Hause.

Ich hab mich dann glücklich und zufrieden, weil die beiden doch verliebt sind, zu Hause wieder meinen Schuluniformen gewidmet!

Das ist nun mein Bericht über eine moslemische Hochzeit. Ich  bin mir sicher, dass ich auch Gelegenheit habe, bei einer „Hinduhochzeit“ dabei zu sein. Ich hab mir sagen lassen, die dauert 7 Tage.

Bis bald,

Carmen

P.S.: Ich schick euch bissi SONNE mit

Hier sind noch eine Eindrücke von der Hochzeit:


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Winter in Dhaka

Da ich  meinen Blog 2014 mit einem Zitat beendet habe, möchte ich mit einem 2015 beginnen:

 

„Die zwei wichtigsten Tage im Leben: 

Der Tag, an dem du geboren wurdest, 

und dann der Tag, 

an dem du herausgefunden hast, warum.“

(Mark Twain)

Ich bin seit 18.1. wieder in Bangladesch. Wir wollten schon am 19. nach Jhenaigati fahren, aber die politische Lage hat das leider nicht zugelassen, weil es zu gefährlich auf den Straßen war. Ich hab dann den Montag genützt, um endlich die Sehenswürdigkeiten in Old Dhaka anzuschauen. Das hat mir gut gefallen, und der Tag war gut genützt. Wir sind dann am 20.1. um 20 Uhr 30 abgefahren, und da es sehr, sehr nebelig war, auch 2 Mal in der Garage gestanden, sprich, die Straße war aus.

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Zum Jahresausklang: Vollgas feiern – Ein indisches Kinderfest!

Die vergangenen Tage waren sehr produktiv und auch sehr aufschlussreich für mich. Da wir nun zwei große Projekte am Laufen haben, war es mir sehr wichtig gemeinsam mit meinem lokalen Partner ein übersichtliches Abrechnungssystem zu etablieren. Was wir auch geschafft haben! Die Details erspare ich euch lieber. Die Zusammenarbeit mit unserem indischen Partner läuft meiner Meinung nach immer besser und wir ziehen alle einem gemeinsamen Strang. Eine gegenseitige Wertschätzung ist nicht nur  mir, sondern allen Beteiligten hier sehr wichtig. Auch wenn wir aus unterschiedlichen kulturellen Welten kommen, vereint uns doch ein gemeinsamer Traum von einer gerechtere Welt!

Nicht nur alle Projektbeteiligten sind top motiviert die Kinder hier zu fördern, sondern auch meine lieben mitgereisten Freunde aus Österreich haben sich auch schon mitreißen lassen und sich in das Projekt integriert. Nicht nur dass Sie das Kinderfest – zu dem ich später noch komme – finanzierten, sondern auf Anfrage von Siegi haben Sie eine Geografie Stunde mit Schwerpunkt Österreich abgehalten. Mit einem Globus und einem Bilderbuch über Österreich konnten die Drei unsere Kinder begeistern. Bestimmte Ähnlichkeiten bezüglich traditioneller Speisen wurden von den Kindern sofort erkannt.


An einem Abend hab ich mich mit Virendra, einem Lehrer einer öffentlichen Schule, getroffen. Wir hatten uns im letzten Jahr kennengelernt und auch Kontakt gepflegt. Ist ja eigentlich nichts Unübliches, aber was er mir persönlich erzählte, war es für mich schon. Er sagte zu mir so beim Abendessen: ,,Ich war als ich dich vor einem Jahr kennen lernte total beeindruckt, dass jemand von so weit weg nach Indien kommt um unsere Kinder zu unterstützen. Dass hat mich dazu motiviert gemeinsam mit vier Lehrerkollegen selbst eine gemeinnützige Organisation zu gründen und offiziell zu registrieren. Ich hab mir gedacht, wenn Armin um die halbe Welt fliegt um unsere Kindern in ihrer Entwicklung zu fördern, ist es auch meine Pflicht da selbst was zu machen. Ich und meine vier Kollegen bezahlen nun zwei Teilzeitlehrerinnen, die 30 Kinder in einem kleinen Dorf unterrichten und wir geben nach unserer Schule dort gratis Nachhilfe“ Ich muss schon sagen, so etwas zu hören tut wirklich gut und ist ein Beweis für die Vorbildwirkung von SONNE-International.

Nun zum bereits erwähnten Kinderfest ! Wir haben uns gedacht, dass es sicher eine nette Idee wäre, an unserem letzten Tag ein riesen Sport-Picknick-Kinderfest mit allen SchülerInnen, Lehrern, Volontären, etc.zu veranstalten. Natürlich waren alle für dieser Idee Feuer und Flamme. Danke nochmal an meine lieben Mitreisenden, denn Sie haben die gesamte Verpflegung (Puri mit frischem Gemüse, Milchreise und Curry) finanziert und unsere Partner haben es perfekt organisiert. Der Tag war nicht nur für unsere Kinder eine gelungen Abwechslung, sondern wird auch für mich ein unvergesslicher sein. Ob Groß oder Klein, Inder oder Ösi, Jung oder Alter, jeder hatte Spaß und Freude am gemeinsamen Schabernack treiben.

Alles in allem hatte ich eine sehr produktive und spannende Projektreise. Viele Unklarheiten konnten geklärt werden und das Wissen, dass sich Siegi um das Sportprogramm und Kaya um den Schulbau kümmern werden, erleichtert mir meine Abreise sehr. Diese beiden jungen Frauen machen eine unglaublich gute Arbeit an einem Ort, wo bei weitem nicht alles einfach ist. Ihr seid GROßARTIG!

Danke auch an alle Sponsoren und PatInnen, denn ohne eure Unterstützung wäre unser gemeinsames Engagement in Indien nicht möglich und viele Kinder hätten keinen Zugang zu Bildung!

Wir haben in den letzten Tagen gemeinsam unsere nächsten Schritte ausführlich diskutiert und Prioritäten festgelegt. Obwohl wir viele nötige Maßnahmen, wie zum Beispiel im Gesundheitsbereich, in Zukunft vorhaben umzusetzen, haben wir einstimmig beschlossen, dass wir zuerst die Gehälter unserer engagierten LehrerInnen endlich auf ein  vernünftiges Niveau heben müssen. Unsere LehrerInnen leisten wirklich viel und haben zumindest ein lokales Durchschnittsgehalt verdient. Obwohl wir das Land Steiermark und das Sportminsterium von unserem Projekt in Indien überzeugen konnten, sind die Löhne unserer LehrerInnen zu 100% von Patenschaften anhängig. Durch eine LehreInnenpatenschaft könnten Sie uns helfen unseren LehreInnen faire Löhne zu bezahlen.

Gerne hätte ich mit euch noch Vieles hier geteilt, aber das hätte den Rahmen eines Blogeintrages mit Sicherheit gesprengt. Wer sich näher für unser Engagement in Indien interessiert, darf mich jederzeit in unserem kleinen aber feinen Büro in Erdberg besuchen kommen oder begleitet mich persönlich auf meiner nächsten Projektreise.

Gemeinsam für eine Zukunft in der WIR heute schon gerne leben würde. Danke für eure Unterstützung!

Liebste Grüße,

euer Armin

Wir bauen eine neue SONNE-Schule in Indien

Nun endlich ist es so weit! Seit fast zwei Jahren betreue ich unser Schulprojekt in Indien und  hier kommt mein erster Blogeintrag. Fast live und direkt mit einer kleinen Zeitverzögerung  werde ich versuchen, euch meine Erlebnisse so gut wie möglich mitzuteilen. Nun bin ich bereits zum dritten Mal nach Bodhgaya gereist und auch dieses Mal war meine Vorfreude auf die Reise groß. Es ist immer wieder schön, meine indischen Partner persönlich zu treffen und in lachende Kindergesichter zu blicken.

Heuer war ich besonders gespannt auf den Fortschritt unseres Projekts, denn seit Anfang Oktober bauen wir – mit Unterstützung vom Land Steiermark und dem Verein Project Kinder– eine neue Schule, um endlich auch in Basadhi Village unseren SchülerInnen eine reguläre Bildung zu ermöglichen. Zeitgleich hat  unser umfangreiches, vom Sportministerium unterstütztes, Sportprogramm begonnen.  Was dieses feine Sportprogramm so alles beinhaltet, werdet ihr später noch erfahren.
Um ins Projektgebiet zu kommen, muss man schon eine etwas längere Anreise in Kauf nehmen als zu einem Badeurlaub nach Bibione. Normalerweise vertreibe ich mir die Wartezeiten auf Flughäfen und Bahnhöfen mit ,,Leuteschaun“ und lesen, heuer jedoch wurde ich von der sympathischsten Reisegruppe der Welt begleitet. Heide, Simon und Lisi (meine Freundin und SONNE-Patin) waren heuer mit von der Partie, um sich selbst ein Bild von unserem Projekt zu machen. Fotos sagen ja bekanntlich mehr als 1000 Worte, jedoch wie es ist, selbst mit allen Sinnen in das Projekt einzutauchen, kann man meistens mit Worten nur schwer beschreiben.
In Bodhgaya  angekommen, wurden wir in unserer Schule in Bakrour sehr herzlich in Empfang genommen. Als uns gesagt wurde, dass auf einem Feld – nicht weit weg von der Schule – gerade Sportunterricht ist, sind wir schnurstracks hin spaziert. Ich war schon so gespannt, weil der regelmäßige Sportunterricht ein Teil unseres neuen Sportprogrammes ist, das erst Anfang Oktober begann. Ich war begeistert, mit welcher Freude unsere SchülerInnen am Sportunterricht teilnahmen. Endlich Sportausrüstung und Bewegung an der frischen Luft! Nach einem gemeinsamen Aufwärmen und Dehnen konnten die SchülerInnen selbst wählen, welche Sportart sie ausüben wollten. Ich habe kein einziges Kind gesehen, das nicht mit Begeisterung teilnahm und selbst meine Mitreisenden wurden von der Stimmung angesteckt und machten mit.

Im Anschluss gingen wir gemeinsam in eine unserer Schulne zurück, wo eine freudige Überraschung auf unsere Kinder wartete. Juhu, die Sportuniformen sind eingetroffen! Die Vorfreude der Kinder auf richtige Sportschuhe und geeignete Sportkleidung war deutlich sichtbar. Eine dynamische Verteilaktion begann und schneller als ich dachte, war jedes Kind von Kopf bis Fuß sportlich eingekleidet.

Nach der Verteilaktion hatte ich dann noch Zeit, mich mit meinen lokalen Projektpartner in Ruhe zu unterhalten. Das ganze Jahr per Mail zu kommunizieren ist eine Sache, aber endlich wieder mal persönlich mit einem Chai in der Hand zu quatschen, ist etwas Anderes. Und glaubt mir, es gab und gibt viel zu besprechen. Auch der erste persönliche Austausch mit Siegi, unserer Englischlehrerin und Sport-Projektkoordinatorin, und mit Kaya, unserer ehrenamtlichen Architektin, war sehr wertvoll.

Mehr über die Inhalte unsere Gespräche verrate ich vielleicht in meinem nächsten Blogeintrag.
Bis dann,
euer Armin

Abenteuer in Bangladesch

Hey Freunde,

Die prognostizierte Dauer der Busfahrt nach Alikadam von 10 bis 20 Stunden hat sich nicht bewahrheitet, denn unser Fahrer hat seinen Riesenbus durch den Verkehr geschlängelt wie Walter Röhrl in seinen besten Zeiten. 

In Alikadam angekommen, wurde ich sehr herzlich von unseren Hostelkids im SONNE-Hostel in Empfang genommen. In diesem Hostel – das SONNE baute und seit einigen Jahren betreibt – fühlte ich sofort eine sehr positive Atmosphäre und eine sehr gute Grundstimmung unter den 31 Kindern. Nach einer erholsamen Nacht in meiner neuen Homebase starteten wir früh am Morgen unsere Tagestour zu drei von unseren elf Schulen in diesem Gebiet. Um diese Schulen überhaupt erreichen zu können mussten wir ein Boot mieten um die langen Distanzen zu den abgelegenen Schulen über den Flussweg zu überwinden.  Vom Fluss aus konnten wir unsere Dorfschulen zu Fuß gut erreichen, doch manchmal mussten wir auch kleine Bäche überqueren um unsere Kinder zu erreichen.

Dort angekommen, in den abgelegenen Dorfschulen, wurde die teils feuchte Anreise durch einen  herzlichen Empfang mehr als wieder gut gemacht. Traditionelle Dorfmusikanten, Blumen, Gedichte, leckere Getränke und fröhliche Gesichter prägten die einzigartigen Willkommenszeremonien. Ich war zum Teil wirklich sehr berührt und es fiel mir nicht immer leicht mich zu  beherrschen. An einem der von uns besuchten Standorte wird bereits fleißig an einem  neuen soliden Schulgebäude gebaut. Was mich so fasziniert hat war, dass bei 18 von 19 neuen Schulen die wir bauen,  das nötige Grundstück von den Dorfbewohnern zu Verfügung gestellt wird.  Dies war für mich ein zusätzlicher Beweis dafür, dass unser Engagement von der lokalen Community sehr geschätzt und unterstützt wird. Auch die Bauarbeiten werden zum Großteil von motivierten Menschen des Dorfes unterstützt. Auch die ältesten Dorfbewohner wissen, dass Bildung für Ihre Kinder eine bessere Zukunft bedeutet.  Diese Schule wird durch ein neues Gebäude ersetzt:

Jaja, man braucht nicht glauben, dass die lokalen Menschen keine Ahnung haben wie ein solides Gebäude gebaut werden sollte. Ich durfte mich nämlich vom Gegenteil überzeugen und unser ehrenamtlicher Architekt (heißt auch Mamun), der uns die ganze Zeit begleitete, war auch mit der Qualität und dem Baufortschritt  sehr positiv überrascht.

Noch mehr überrascht war ich persönlich vom fortgeschrittenen Bildungslevel unserer SchülerInnen. Gerne gesellte ich mich während dem Unterricht zu ihnen und nützte die Gelegenheit mich als Lehrer aufzuspielen. Als ich ein achtjähriges Mädchen das Alphabet aufsagen lies und im Anschluss sie auch noch einen von mir ausgesuchten englischen Text gut vorlas, hat mich das sehr beeindruckt. Beweis dafür, dass Mamum, unser Country Manager, ein Händchen für die Auswahl der LehrerInnen hat und diese Kinder auch Bock darauf haben zu lernen. Bildung ist Zukunft! Diese Message ist bei allen Menschen der Community definitiv angekommen.

Leider gibt es auch weniger positives zu berichten. Als unser Community-Doktor bei einer unserer Schulen eine umfangreiche Gesundheitsuntersuchung durchführte, mussten wir feststellen, dass viele unserer Kinder an Hautkrankheiten, Darm-Würmern und Malaria leiden. Dieses Dorf liegt sehr nahe am Fluss. Man sagte mir, dass der Fluss in den letzten Jahren immer wärmer wurde und sich deshalb die Wasserqualität  verschlechterte und sich krankheitsübertragende Moskitos stärker vermehren konnten. Gesteine wurden dem Fluss entnommen und Schattenspendende Bäume im großen Stil  für industrielle Zwecke geforstet. Dann kommt noch Freund, besser gesagt Feind Klimawandel dazu und jener Mix zerstört die natürliche Flussmorphologie und wirkt sich sehr schlecht auf die Lebenssituation dieser DorfbewohnerInnen aus. Bei einer von mir durchgeführten LehrerInnenbefragung wurde mir mitgeteilt, dass heuer schon 10% unserer SchülerInnen an Malaria erkrankt sind. Tendenz steigend! Wir hoffen mit unseren neu begonnen monatlichen Gesundheitsuntersuchungen etwas gegen die Ausbreitung  dieser Krankheit unternehmen zu können. Zwei an Malaria erkrankte SchülerInnen (siehe unteres Bild)  haben wir noch am selben Tag mit unserem Boot in das nächstgelegene Krankenhaus überstellt. Eine Basisgesundheitsversorgung  speziell in dieser Region ist besonders wichtig, denn kranke Kinder haben auch von einem guten Unterricht sehr wenig.

 

Es würde noch so viele Geschichten geben, die ich gerne mit Euch teilen möchten, aber das würde den Rahmen eines Blogs sprengen. Abschließen möchte ich noch kurz mit zwei sehr beeindruckenden Aktivitäten. Wer mich kennt, weiß dass ich nicht gerade ein großer Fußballfan bin, aber als unser SONNE-Hostelteam gegen eine andere Schule spielte, habe auch ich mitgefiebert. In ihren neuen Dressen gesponsert von Rapid haben sie alles gegeben und 2:0 gewonnen.

Alles in allem waren die letzten zwei Wochen eine sehr wertvolle Zeit für mich. Die Menschen in Bangladesch sind extrem gastfreundschaftlich und ich hatte Gespräche an die ich mich noch in Jahren erinnern werde. Unsere Projekte in Bangladesch zu besuchen und den Erfolg dieser mit eigenen Sinnen wahrzunehmen hat einiges für mich verändert. In manchen Momenten hätte ich mir gewünscht meine einzigartigen Eindrücke mit Euch vor Ort teilen zu können!

Liebe Grüße,
euer Armin

Nun ist es endlich soweit! Mein erster Reiseblog…Live aus Bangladesch…

Hier bin ich und verfasse meinen ersten Blogeintrag, nicht aus Indien wie die meisten von euch vielleicht erwartet haben,sondern aus BANGLADESCH!

Obwohl ich schon zweimal in Indien bei unserem SONNE-Schulprojekt gewesen bin, das SONNE bereits seit zwei Jahren betreut aber nicht selbst – sondern von Dr. Fridolin Stögermaier –  ins Leben gerufen wurde, war ich vor meiner Abreise schon sehr gespannt nun ,,endlich“ SONNE-Projekte in Echt zu sehen. Man macht sich zwar sein Bild, wenn man jedes Jahr unseren Jahresbericht studiert und die spannenden Geschichten von Erfried und Co hört, doch glaubt mir unsere Projekte in Realität zu sehen ist um Vieles beeindruckender und ich weiß eigentlich gar nicht wie ich meine ganzen positiven Eindrücke hinsichtlich unsererAktivitäten hier beschreiben und in Wort fassen soll. Ich versuch‘s trotzdem!
Am Flughafen in Dhaka wurde ich von unserem extrem sympathischen SONNE-Bangladesch Manager Mister Mamun sehr herzlich in Empfang genommen und bereits nach der gemeinsamen Fahrt in meine Unterkunft wusste ich, dass es mit diesem Kerlchen eine sehr bereichernde Zeit werden wird. Und ja, die letzten paar Tag und hunderte Kilometer die wir miteinander hinter uns gebracht haben, haben mir bewiesen, dass mich meine Menschenkenntnis auch hier nicht im Stich lässt. Mamun ist für die SONNE echt Gold wert und wie er und sein dynamisches Team unsere SONNE-Projekte mit Herz leiten, echt beeindruckend.  Bevor ich euch was von unseren Projekten erzähle möchte ich euch noch eine kleine Road-Trip Anekdote erzählen:
Als wir von Dhaka nach Jhenaigati gefahren sind, hat unser Fahrer das Tempo massiv verringert und angehalten. Bevor ich fragen konnte warum wir halten,  sah ich einen Elefanten vor unserem Auto stehen. Er rührte sich keinen Millimeter und verhinderte unser Weiterkommen. Erst als unser Fahrer sein Fenster hinunterkurbelte und einen Geldschein in seinen Rüssel steckte, den er übrigens in unser Auto hielt, erlaubt uns das Einkommensschaffende-Fundraising-Rüsseltier  die Weiterfahrt. Wer mir nicht glaubt, ich hab den Beweis auf Video!
Wie dem auch sei, nun zum wirklich Wichtigen, unsere Projekte von SONNE die ich bis jetzt besucht habe:
Die vergangenen Tage haben wir in Jhenaigati verbracht um unsere 8 Dorfschulen um das Traingscenter für IT und Näherinnen zu besuchen. Unser erster Weg in Jhenaigati führte uns zum dortigen Trainingscenter, wo in den vergangenen vier Jahren 354 Frauen die Möglichkeit hatten einen 3-monatigen Kurs in Schneiderei abzuschließen und darüber hinaus 456 Mädchen und Buben einen Computerkurs besuchten. Seit einiger Zeit stellen wir einigen Absolventinnen unseres Schneidereikurses eine eigene Nähmaschine zur Verfügung, und die Kosten für die Maschine können dann über einen bestimmten Zeitraum zurückgezahlt werden. Bis dato wurden 19 Nähmaschinen zur Verfügung gestellt und ich hatte die Ehre eine dieser Maschinen persönlich zu übergeben. Die Frau erzählte mir, dass sie schon einige Bestellungen bekommen hat, und sich sehr freut endlich mit der Arbeit beginnen zu können.
In den darauf folgenden Tagen besuchten wir unsere 8 Dorfschulen wo SONNE insgesamt 377 Kindern den Zugang zu Bildung ermöglicht. Schon alleine die Anreise zu diesen Schulen war ein Abenteurer, denn sie liegen zum Teil sehr abgelegen. Wir wurden in jeder Schule sehr freundlich empfangen und man merkt sofort, dass es den Kindern in unseren Schulen gut geht und sie Freude am Lernen haben. In manchen Schulen wurden für uns traditionelle Lieder gesungen und Sportdarbietungen wie z.B Mädchenhandball und Morgenübungen vorgeführt. Bei all diesen Aktivitäten hatte ich das Gefühl, dass die Kinder mit voller Freude bei der Sache waren. Auch die Dorf-Community beobachteten die Darbietungen ihrer Kinder und waren ebenso total begeistert. Unsere lokalen LehrerInnen wissen wirklich was sie tun und wie man Kinder in ihrer individuellen Entwicklung fördern kann. Hut ab!
In den kommenden Jahren wird SONNE an jedem dieser Standorte ein neues solides Schulgebäude errichten um die Rahmenbedingungen für den Unterricht zu verbessern. Dieses Bild zeigt, dass schon fleißig an einem dieser 8 Standorte gearbeitet wird und der Fertigstellung noch in diesem Jahr nichts mehr im Wege stehen sollte. Die Kinder erzählten mir, dass sie sich jetzt schon auf den Unterricht in dem neuen ,,kühleren“ Gebäude freuen. Ich bin froh bei diesen Projekten meinen Beitrag  leisten zu dürfen und meine beruflichen Erfahrungen einfließen lassen zu können.
Doch was hilft eine neue Schule, wenn Kinder regelmäßig krank werden und die Schule nicht besuchen können? Deshalb wird neben Aufklärungsworkshops bezüglich Hygiene auch eine regelmäßige Gesundheitsuntersuchung bei allen SchülerInnen durchgeführt und für jedes Kind eine eigene Gesundheitskarte angelegt. Bei lokal behandelbaren Krankheiten wie z.B Durchfall werden vom Doktor selbst Medikamente verabreicht und wenn es sich um einen schwierigeren Fall handelt, wird durch unser lokales Team eine Überstellung in ein Krankenhaus organisiert. Zufällig war ich bei einer dieser monatlichen Untersuchungen anwesend und durfte mir selbst ein Bild davon machen.  
So viel  dazu. Ich bin gerade nach Dhaka zurückgekehrt und werde noch schnell in unser Büro hier fahren um diesen Blog online zu stellen. Morgen um 7.00 Uhr geht’s mit dem Bus weiter nach Alikodom zu unseren anderen Projekten. Ich bin schon sehr gespannt was mich in der kommenden Woche erwartet wird und ob die Busfahrt dorthin wirklich 10 bis 20 Stunden dauern wird – wie Mamun meinte – werde ich euch in meinen nächsten Blogeintrag verraten.
Liebe Grüße aus Dhaka City,
Armin