Lauras Blog aus Myamar – ein Rückblick

Ich kann es kaum glauben, aber es ist tatsächlich schon Februar, und damit das Ende meines Volontariats bei SONNE. Zurückblickend ist die Zeit wahnsinnig schnell verronnen, es kommt mir eher wie zwei als sechs Monate vor. Aber sagt man nicht, dass wenn man beschäftigt ist und es einem gefällt, die Zeit noch rascher vergeht als sonst? Und beschäftigt war ich allemal: Übersetzen helfen bei Yoga und Englisch in den DCCs, Zirkusstunden, Artikel für die Website schreiben, Home Visits, Englischunterricht, Reports vervollständigen, und generell als „Mädchen für alles“ aushelfen wo ich konnte. Aber auch abgesehen von meiner Arbeit als Volontärin gab es viel zu tun: Wöchentlicher Burmesisch- Schreib- und Leseunterricht, Myanmar Thai Training, Burmesisch kochen lernen, Familienmitglieder 5. Grades kennenlernen und sich bei so vielen Sehenswürdigkeiten wie möglich als waschechte Burmesin darzustellen. Jeden Tag gab es etwas Neues zu erledigen, erkunden oder entdecken. Besonders die Erfahrungen, die ich bei SSO gesammelt habe waren unglaublich wertvoll, und ich werde immer mit einem Lächeln auf meine Zeit hier zurückblicken. Ein paar Highlights, die ich gerne hervorheben würde:

  • Die Team Meetings im Büro – oft einmal ein wildes Wechselspiel zwischen Sprachen. Jemand begann auf Deutsch, endete auf Englisch und bekam auf Burmesisch eine Antwort, aber trotzdem klappte es immer irgendwie. Der Mensch ist ja bekanntlich ein fähiges Wesen.
  • Der Kauf des Grundstücks für das neue Straßenkinderzentrum. Was für eine Tortur das war! Nach hunderten Assessments, Verhandlungen und Komplikationen waren alle stolz und froh darüber, den Grundbaustein für das Projekt erledigt zu haben. Wenn alles gut läuft und ich nächstes Jahr wieder nach Myanmar kommen kann, steht das Förderzentrum in seiner ganzen Pracht vor mir.
  • Als Übersetzungshilfe in den DCCs arbeiten. Auch wenn ich mit gutem Gewissen sagen kann, dass die über fünf Monate, die ich jetzt schon hier bin, meinem Burmesisch deutlich auf die Sprünge geholfen haben, bin ich noch weit entfernt von flüssigem Reden. Dennoch verstanden die Kinder Alles wenn‘s darauf ankam, und viel Gelächter begleitete meistens den Unterricht (Pantomime inkludiert).
  • Auf Kriegsfuß mit der Technik. Normalerweise sind elektronische Geräte, WLAN etc. und ich die besten Freunde, nicht so aber hier in Burma. Der Laptop schaltete sich genau zum falschen Zeitpunkt ab, Stromausfall wenn die wichtigsten Dokumente gedruckt wurden, gespeicherte Daten verschwanden von burmesischen USB Sticks, Mobile Daten wurden in Sekundenschnelle aufgebraucht. Sehr frustrierend und zeitraubend, aber ultimativ eine Lektion in Geduld die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Summa Summarum: Auch wenn nicht immer alles 100% so verlief wie man erwartete (ganz nach burmesischer Art), war es schlussendlich ein bereicherndes Erlebnis, welches hoffentlich einen positiven Einfluss auf meinen zukünftigen Lebensweg haben wird. Ich schätze mich glücklich, dass ich meine burmesische Wurzel näherkommen konnte – und jetzt endlich an scharfes Essen gewöhnt bin 😉 Einen großen Dank auch an Sabine und das restliche SONNE Team, die mich mit offenen Armen und großer Hilfsbereitschaft empfangen haben. Bis zum nächsten Mal! မကြာမီသင်တို့ကိုတွေ့မြင် !

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