Lauras erster Blog aus Myanmar

Hallo zusammen, nun ist es auch für mich an der Zeit einen Blog zu schreiben: Mein Name ist Laura, 18, und ich bin seit September in Myanmar um mit SONNE zu arbeiten.

Viele Leute fragten mich schon, was mich um Gottes Willen so kurz nach meiner Schulausbildung zu einer Sozialarbeit in einem Entwicklungsland drängte. Nun, die Antwort ist einfach: Schon seit ich eines kleines Kind war, war mir klar, dass ich eine Weltreise machen wollte (was ich auch vorhabe – ab Februar, wenn ich hier fertig bin), und dabei dachte ich mir, nun, ich kann genauso gut einen Teil meiner Zeit dazu verwenden, etwas Gutes zu tun. Zugegeben, dies war zugegeben nicht der einzige Grund, der mich zu SONNE führte. Tatsache ist, dass ich Halb- Burmesin bin (meine Mutter stammt aus Yangon, mein Vater ist Österreicher), und meine Familie  unterstützt schon seit Jahren SONNE-International. Des Weiterem sind drei meiner Tanten Mitarbeiter für SSO in Myanmar, deshalb ist es auch kein Wunder, dass ich seit frühen Kindheitstagen oft die Projekte hier besuchte, ja, sie waren ein genauso selbstverständlicher Teil meiner Besuche in Burma, wie das Sehen meiner Familie.

Deshalb kann ich euch auch nicht die üblichen Eindrücke beschreiben, die die meisten Reisenden haben, wenn sie hier in Yangon ankommen, das Staunen und den oftmals dazugehörigen Kulturschock. Für mich war es eher wie das gewohnheitsmäßige Ankommen in einer neuen Jahreszeit, ich legte meinen europäischen Mantel ab und setzte meine burmesische Sonnenbrille auf. Dennoch war es gänzlich etwas Neues, wirklich für SONNE zu arbeiten. Zwar wusste ich, durch zahlreiche Besuche, welche Projekte es gab – zum Beispiel das Nonnenkloster oder die Gefängniskinder – aber es ist doch ein Unterschied ob man jetzt einmal den Kindern beim Essen zusieht und ein paar mitgebrachte Schulsachen und Stofftiere austeilt, oder ob man wirklich täglich in die Schulen geht und sie unterrichtet. Zusätzlich hatte ich davor nie wirklich von der Existenz eines SONNE- Büros in Yangon gewusst (wobei es logisch ist – man vergebe meinem jüngerem Ich), doch in den letzten zwei Monaten ist mir erst wirklich bewusstgeworden, wieviel großartige, fleißige Menschen hinter dem reibungslosen Ablaufen der Projekte stecken.

Meine Arbeit hier deckt viele Tätigkeitsfelder, beginnend bei Englisch- und Sportunterricht in den Day-Care-Centers, über Social Media- Campaigning bis zu Artikel und Newsletters schreiben, und Englischnachhilfe den Mitarbeiter zu geben. Ich kann euch beruhigen, auch wenn ich noch keine Ausbildung per se habe, sind acht Jahre englisches Gymnasium doch ziemlich hilfreich. Leider kann ich kein fließendes Burmesisch, geschweige denn Lesen oder Schreiben, aber mit meinem „Broken Burmese“ komme ich in Alltagssituationen sonst ganz okay zurecht. Dank meiner Mutter schaue ich auch nicht unbedingt wie der vorstellungsgemäße weiße Europäer aus, weshalb ich mich schon bei vielen Pagodeneintritten als Burmesin hineinschwindeln konnte 😉.

Die Tage bis jetzt sind wie im Flug vergangen, und ich habe mich schon recht gut eingelebt, mit der Zeit merkt man den dünnen Schweißfilm und die Staubschicht die einen tagein, tagaus bedecken nicht mehr so. Heimweh habe ich bis jetzt noch nicht, die strahlenden Kindergesichter machen’s da einem leichter. Ta – da! (Sowie tschüss)