Mingalaba aus Myanmar!

Nach nun bald einem Monat in Yangon melde ich mich endlich mit einem lautstarken Mingalaba von mir und allen SONNE-Kindern bei euch. Es geht heiß her bei uns. Nicht nur die Sonnenstrahlen werden von Tag zu Tag stärker, auch unsere SONNE heizt mit ihren Projekten ordentlich ein. Es gibt viel Positives zu berichten – hier nur ein paar Highlights!

Tagesbetreuungsstätten Upgrades – LehrerInnentraining und Verschönerungsaktion

Wo wir vor nicht einmal einem halben Jahr die Kinder noch in ihren Hütten besucht und von unserem Vorhaben der Day Care Centers (DCCs) erzählt haben, laufen die zwei neuen Zentren mittlerweile auf Hochtouren. Seit meinem letzten Aufenthalt hat sich also einiges getan. Etwa 40 Kinder pro DCC kommen täglich, können lernen, spielen, reichhaltig essen und sich waschen. Der harte Alltag und die traurigen Rahmenbedingungen sind jedoch leider noch dieselben. Die meisten der Kinder müssen täglich Müllsammelnd zum minimalen Einkommen der Familien beitragen und fristen ein tristes Leben auf den dreckigen Straßen und grauenhaften Müllhalden. Ich habe ein paar Kinder auf ihrem Weg zur „Arbeit“ begleitet und auch wenn mir diese Orte schon vom letzten Besuch bekannt sind – es wird nicht weniger schockierend.

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Es gibt noch viel zu tun

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt nun auf der Steigerung und Sicherung der Qualität. Schließlich soll nicht nur ein Klassenzimmer zur Verfügung stehen, sondern auch dafür gesorgt sein, dass die Zeit darin so nutzbringend wie möglich verbracht wird. Auch wenn viele Kinder aufgrund zahlreicher Probleme nach formalen Richtlinien wahrscheinlichkeine vergleichbaren Lernerfolge erreichen können, haben sie doch zahlreiche Talente und viel Potential, mit denen wir durch unterschiedliche Methoden non-formaler Bildung  gute Ergebnisse erzielen wollen.

Die Erstellung eines spezifischen Lehrplans, angepasst an die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Kinder sowie ein regelmäßiges Fortbildungsprogramm für die LehrerInnenwerden derzeit intensiv diskutiert. Um den Kindern das Wohlfühlen zu erleichtern, starten wir auch eine kleine Verschönerungsaktion. Nachdem schon lange darüber geredet wurde, habe ich das Reden beendet und mich mit dem hilfsbereiten Lehrer Eh Taw in den Malershop begeben und selbst „Hand an die Wand angelegt“. Die ehemals dreckig bröckeligen Wände des Day Care Centers erstrahlen jetzt einladend in einem frischen SONNE-Orange. Die optische Aufbesserung wird auch von den Kindern aktiv mitgestaltet, mit Zeichnungen und Dekorationenan den Wänden. So soll der Zufluchtsort zu einem ihrer wenigen Wohlfühl-Orte werden und sie gleich noch mehr zum Mitmachen motivieren.

Büro-Meeting

Ausmalen

Unterricht-im-ddc1

Aufräumaktion im Minghalartheikti Kloster

Den kleinen Nonnen, die von SONNE vor allem durch medizinische und nahrungsergänzende Versorgung unterstützt werden, geht es gut. Dank eines Privatspenders wurde das Gebäude erweitert und es gibt jetzt mehr Platz. Leider sind die hygienischen Bedingungen nach wie vor sehr prekär, es fehlt hier wirklich an vielem. Einmal monatlich kommt eine Abordnung des SONNE-Teams zum Generalputz vorbei, diesmal mit mir an Bord. Gemeinsam erlösen wir die Kids von all dem Schmutz. Eine dreckige Angelegenheit, die unsere Lungen trotz Mundschutz spürbar mit Staub füllt.

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Die DCCs on theRoad – Ausflug als Bewusstseinstraining

Vorletzten Freitag war ein großer Tag und große Aufregung. Alle 120 (!) Kinder inklusive aller LehrerInnen, Köchinnen und MitarbeiterInnen machten sich im Bus gemeinsam auf den Weg ins nationale Drogenmuseum und im Anschluss in die Schule für Blinde in Yangon. Ziel des Besuchs war es, den Kindern den Umgang mit und vor allem die Auswirkungenvon Drogen auf interaktive und erlebnisorientierte Art näher zu bringen. Viele der Kinder stammen aus Familien, in denen die Väter (Sucht ist hauptsächlich ein männliches Problem) drogen- oder alkoholsüchtig sind. Der Besuch in der Schule für Blinde war ebenfalls sehr prägend und ermöglichte ihnen die Begegnung mit körperlich benachteiligten Menschen. Diese Begegnung zu beobachten war unglaublich spannend. Die Kinder zeigten sehr viel Interesse und respektvollen Umgang. Selbst die davor auffallend Vorlauten und Eigensinnigen verhielten sich ganz vorsichtig. Mit der Rückfahrt im angemieteten Bus ging ein aufregender Tag zu Ende.

 

Eine schöne Bescherung in Myanmar

Was für ein Fest, wenn Weihnachten auch noch zwei Monate später glitzernde Kinderaugen und freudige Momente hervorrufen kann. Das wurde vor allem durch EUCH ermöglicht! Der Dank gilt dabei allen, die sich dieses Jahr dazu entschieden haben, zu Weihnachten sozial zu schenken und dadurch das schwere Leben der jungen Nonnen im Mingalar Theikdi Nonnenkloster in Yangon zu erleichtern. Somit konnten zahlreiche Personen an den Feiertagen das gute Gefühl genießen, dass den jungen Nonnen in Myanmar in ihrem Namen ein Hygienepaket übergeben wurde.

Jetzt war es endlich soweit: Das lokale Team (mit österreichischer Unterstützung von Julia und Sabine) konnte die Geschenke verteilen und viel Freude verbreiten. Die Pakete sind sinnvoll auf die konkreten Mängel und Bedürfnisse der Kinder abgestimmt. Aufgrund schlechter Wohn- und Hygienebedingungen leiden die Kinder immer wieder unter Hautkrankheiten und anderen hygienisch bedingten gesundheitlichen Problemen. Nun kann dem zumindest im nächsten halben Jahr entgegengewirkt werden: In jedem Paket waren Seife, Zahnbürsten, Zahnpasta, Hautcreme, eine Decke, ein Moskitonetz, Slippers, ein Handtuch, ein Polster sowie einige nahrhafte Snacks.

Wir alle sagen DANKE für diese äußerst erfolgreiche Aktion! So sehen sinnvolle Weihnachtsgeschenke aus.

Nur zum Vormerken: Für alle, die Lust haben, dem Weihnachtsgeschenkestress im kommenden Advent ebenfalls zu entgehen und ganz einfach soziale Geschenke zu machen – wir garantieren doppelte Freude!

 

 

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Die Vorbereitung der Bescherung: Solange die Kinder außer Haus sind, können die fleißigen Christkinderchen heimlich alles vorbereiten.

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Große Freude bei der Übergabe: Die schüchternen Nonnen sind ganz vorsichtig, damit auch ja nichts zu Boden fällt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Familienfoto unter der Sonne statt unter dem Christbaum: Die jungen Nonnen freuen sich über ihre neue Ausstattung.

 

 

 

 

Myanmar – Spannend wie am ersten Tag

Die Spannung nimmt kein Ende – jeder Tag hat etwas Neues für mich auf Lager. Nachdem ich mich in der ersten Woche in Yangon eingelebt habe, ging es für mich mit der Arbeit los. In den nächsten Zeilen die Highlights der letzten drei Wochen.

Im DCC 1 durfte ich ein paar Straßenkinder zu deren Siedlungen und Häusern begleiten. Ich habe nicht viel erwartet, aber das Chaos und die hygienischen Zustände haben mir wieder einmal die Augen geöffnet (wie so vieles, das man hier tagtäglich beobachten kann). Zusätzlich zur miserablen Wohnsituation droht noch etwas anderes: Die Siedlung ist auf fremdem Grund und Boden bzw. von der Regierung nicht bewilligt. Das bedeutet, dass die Räumung des Gebietes (mit dutzenden von Familien) jederzeit angeordnet werden kann.

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Neben dem Aushelfen im DCC1 fahre ich jeden Tag ins Office (ca. 1,5h mit dem Zug) und beschäftige mich mit Dingen wie dem Gestalten von Flyern und Buchcover für das SONNE-Büro in Myanmar. Ein anderer, viel wichtigerer Tagespunkt ist momentan das NPK-Dorf, 2,5h vom Büro entfernt. SONNE-International und seine Paten unterstützen dort nicht nur die Aufrechterhaltung und Finanzierung der gesamten Schule, sondern ermöglichen auch, dass etwa 20 mittellose Kinder die Schule besuchen können und eine erste Chance im Leben bekommen.

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Wie man sich aus der Sicht der Pateneltern natürlich vorstellen kann, möchte man dann doch ab und zu von seinen Patenkindern vom anderen Ende der Welt hören – und genau das war unsere Aufgabe.

Wir haben hierfür einen informellen Fragebogen vorbereitet. Diesen nahmen wir (Su Su Bo, Nyein und ich) als groben Leitfaden um Gespräche mit den unglaublich herzlichen Patenkindern zu führen und Infos zu deren Hobbies, Lieblingsspeisen und Alltag zu bekommen. Die erlangten Informationen aus den wirklich toll gelaufenen Gesprächen werden wir zusammenfassen und mit einer kleinen Überraschung nach Österreich senden. Anfang Jänner ist es dann so weit – also seid gespannt liebe Pateneltern!

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Außer dem alltäglichen Arbeiten im Büro ging es für mich letzte Woche noch ganz woanders hin: ca. 480 Kilometer von Yangon entfernt ist ein kleines Dorf nahe der Stadt „Taungtwingyi“, das man in Mindestzeit (7h) erreichen kann, aber nicht muss (wir benötigten ruckelige 14h zu neunt auf der Rückfläche eines Pickup-Trucks).

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Im Dorf, genauer gesagt im dortigen Kloster, durfte ich zusammen mit meiner lieben Kollegin San San und ihrer Familie drei Tage verbringen und das buddhistische Lichterfest zu Vollmond feiern. Was für ein Fest!

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Zusätzlicher Grund für den Trip: Das schwer erreichbare Dorf (Fluss versperrt den Zugang, keine Brücke vorhanden) ruft die Notwendigkeit von Unterstützung hervor: Es gibt grundsätzlich keine Trinkwasserversorgung über Brunnen oder Leitungen – das Wasser kommt vom Fluss und sorgt dementsprechend für viele Krankheiten und natürlich ist ärztliche Versorgung ebenfalls mangelhaft.

 

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Außerdem ist das Ackerland unfruchtbar und staubtrocken. Die allgemeine Armut führt sogar zu fehlendem Geld bei Begräbnissen. Die Zukunft wird zeigen inwiefern man den Dorfbewohnern helfen kann.

Das war es auch schon wieder von mir, bis zum nächsten Mal! Es ist schon spät hier – ich bin „hundsmüde“!

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Schulstart, Fußball und ein freier Tag – viele außergewöhnliche Ereignisse in kurzer Zeit

Auf die Plätze, fertig, los – ab in die SONNE-Schule für die Straßenkinder Yangons!

All die Planerei, Herumfragerei und Aufschreiberei der letzten Wochen hat sich nun endlich in die Realität umgesetzt: Seit ein paar Tagen können insgesamt knappe 80 Kinder (Tendenz steigend) aufgeteilt auf zwei Regionen am SONNE-Bildungsprogramm teilnehmen. Die wenigsten dieser Kinder waren jemals in der Schule und können somit weder schreiben, lesen noch rechnen. Die informelle Bildung bzw. Alphabetisierung soll der Grundstein für die weiterführenden einkommensschaffenden Trainings sein, an denen nach erfolgreichem Abschluss der Grundbildung teilgenommen werden kann. Am ersten „Schultag“ gab es trotz Fehlen von Schultüten und dem bei uns üblichen Trara eine große Aufregung bei den Kindern. Samt LehrerInnen und SozialarbeiterInnen fanden wir uns in der bescheidenen Hütte von Kin Kin, unserer Schneiderinnentrainerin ein, die zwischen den beiden Regionen wohnt. Bei all den Kindern bogen sich die Bodenholzbretter bedenklich (zumindest für meinen Geschmack). Es wurde ganz schön eng und heiß, was aber der guten Stimmung nichts ausmachte. Nachdem alle Kinder registriert und eingeteilt wurden (in Vormittags- und Nachmittagsunterricht) durften wieder alle nachhause gehen. Der Boden war danach noch ganz. Wir statteten den beiden Klostern einen Besuch ab, wo ab morgen der Unterricht startet. Gegen eine kleine freie Spende können wir hier in Zukunft den Kindern Raum geben zum Lernen. Ein paar Familienbesuche geben einmal mehr Einblick in das ärmliche Leben der Menschen hier. Hat man einmal eine dieser Hütten gesehen, kann man sich nur schwer vorstellen, wie hier ganze Familien schlafen, essen und leben können.

Schuleinschreibung - eine enge Angelegenheit...

Schuleinschreibung – eine enge Angelegenheit…

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Einer der neuen Kloster-Klassenzimmern der SONNE-Schule (wie man sieht auch verwendbar für ein Mittagsschläfchen)

Einer der neuen Kloster-Klassenzimmern der SONNE-Schule (wie man sieht auch verwendbar für ein Mittagsschläfchen)

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Aufteilung der Schulklassen und Registrierung aller Kinder

Aufteilung der Schulklassen und Registrierung aller Kinder

Die Ballsaison ist eröffnet: die Gefängiskinder im Fußballfieber

Meine nächsten zwei Besuche im YCDC, bei den Gefangenenkindern bestätigen einmal mehr, dass alle Kinder Spaß brauchen – vor allem jene, denen ohnehin nicht oft zum Lachen zumute ist. Wie schon das letzte mal festgestellt, bewährt sich Sport-Entertainment bei Sprachhürden, bedingt durch meine nicht vorhandenen Burmesisch-Kenntnisse. Nachdem ich ein paar Bälle besorgt habe (selten war ich über einen Einkauf im Nachhinein so zufrieden), ging es heiß her bei den scheinbar überaus fitten und talentierten Jungs. Nach kurzer Diskussion, erlaubten uns die Aufseher mit allen Kindern in den Hof zu gehen. Der steinige Boden ist zwar vielleicht kein optimaler Fußballfelduntergrund bei Barfüßlern, aber das scheint die Euphorie nicht zu mindern. In kleinen Gruppen wurde großer Einsatz beim Fußball gezeigt. Danach zeigte Win Thein, unser Ex-General, was er sich körperlich noch so vom Militär gemerkt hat. Auch ich ließ mich zu all den Hampelmännern und Liegestütz motivieren. Etwas überrascht, dass ich mit den fitten Burschen mithalten konnte, schließe ich daraus, dass man im Kollektiv einfach mehr erreichen kann – und auf alle Fälle mehr Spaß hat!

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Der tapfere Tormann hält die Stellung

Der tapfere Tormann hält die Stellung

Versteckte Talente: wer hätte gedacht wie gut diese Kids jonglieren können?

Versteckte Talente: wer hätte gedacht wie gut diese Kids jonglieren können?

Endlich ein freier Tag. Oder: Wie aus Sightseeing eine Familienfeier wird

Am letzten Wochenende stand tatsächlich so wenig am Programm, dass ich Zeit hatte für einen Tag Vollblut-Touristin zu sein. Mein Tagesausflug führte mich in den Süden Yangons, nach Bagu. Die ehemalige Hauptstadt und viertgrößte Stadt Myanmars hat außer Pagoden nur Pagoden zu bieten. Der restliche Charme ist auf die Menschen dieser Stadt angewiesen. Und die sind wie immer einladender denn je. Eigentlich wollte ich mir nur eine Pagode von innen anschauen. Tatsächlich endete ich inmitten einer großzügig ausgerichteten Familienfeier, mit (für meine Ohren) unaushaltbar schrägen Tönen und Klängen, Tänzen mit als Frauen verkleideten Männern und viel Essen. Wie das geht? Ganz einfach. Man beobachtet mit neugierigem Blick die Meschenansammlung, läuft aus Versehen in deren gemieteten Nebenraum und schon winken einen alle zum Tisch. Man (ich) sollte (kann) nicht ablehnen. Daher hocke ich mich einfach einmal hin und lasse mir diverse Gerichte auf den Teller häufen. Mein ganzes Leben lang in Österreich ist mir nicht soviel Gastfreundschaft untergekommen wie hier. Und es sei nur angemerkt, dass hier der Durchschnittslohn vielleicht bei einem Sechstel im Vergleich zum Österreichischen liegt.

Touritrip nach Bagu

Touritrip nach Bagu

Inya Lake - Yangon von seiner schönsten Seite

Inya Lake – Yangon von seiner schönsten Seite

Rückblick, Ausblick und ein bisschen Wehmut

Meine Zeit in Yangon neigt sich mittlerweile dem Ende zu. Die Tage sind voll mit letzten Meetings und Zusammenkratzen von Informationen für die finalen Reporte. (Klingt einfach, ist es nicht: man bedenke immer die Sprachbarriere mit!). Auch wenn die letzten Wochen nur so verflogen sind, ist rückblickend in kurzer Zeit einiges geschehen und viel weitergegangen. Die Anzahl der an unseren Programmen begünstigten Kindern und Jugendlichen konnte um einiges erhöht werden und wird in Zukunft noch weiter steigen. Auch wenn meine Nerven manchmal kurzfristig aufgebraucht waren, war ich letztendlich doch sehr glücklich, für diese (zu kurze Zeit) Teil des lokalen Teams sein zu dürfen. Der Einsatz jedes und jeder Einzelnen hier ist bemerkenswert und bestärkt meine Unterstützung für und Überzeugung von SONNE umso mehr. Für manche mag vielleicht das Ausmaß unserer Projekte in Relation zu Myanmars Population (ca. 53 Mio!) und Vielfalt der sozio-ökonomischen Probleme wie ein Tropfen auf dem heißen Stein wirken. Auch wenn dem so ist und KeineR von uns die Welt „retten“ kann, so zählt letztlich jedes einzelne Kind, jeder Jugendliche, jede alleinerziehende Mutter (u.v.m.), die durch eine kleine Unterstützung größere Chancen auf ein aussichtsreicheres und selbstbestimmtes Leben bekommen. Das sollten wir uns alle vor Augen halten!

Heute ist nicht aller Tage, ich komme wieder, keine Frage!

Zusammengefasst: Ich freue mich schon auf mein hoffentlich baldiges Wiederkommen. Jetzt geht es aber erst einmal ab nach Indonesien für mich. Somit verabschiede ich mich in die „Ferien“ und danke all jenen, die eifrig beim Lesen dabei waren! (Diverse Reiseerlebnisse kann man bei Interesse übrigens auf meinem privaten Blog http://sabinebner.blogspot.co.at/ mit verfolgen.) Ansonsten bis zu meiner nächsten SONNE-Reise und allen noch einen schönen Sommer!

SONNIGE Grüße und alles Liebe, eure Sabine

Ein bisschen glückliche Welt auch in Myanmar

Von glücklichen Welten und Blitzhochzeiten

Mittlerweile habe ich meine erste burmesische Hochzeit erleben dürfen. Das Erlebnis bestand aus Essen, Fotos, Handschütteln, viel zu lauter Musik und stressiger Verabschiedung nach bereits zwanzig Minuten. Abgesehen von dem hektischen Reis hineinstopfen und den unerträglichen „musikalischen“ Klängen, war die Stimmung beinahe entspannend. Leider haben wir die Hochzeitszeremonie verpasst, weil wir davor noch schnell mal das neue Trainingscenter eröffnet haben. Im Rausch der Feierlaune haben wir die Zeit aus den Augen verloren. Nachdem bei der Hochzeit aber ohnehin ein Kommen und Gehen Usus zu sein scheint, fielen wir nicht weiter ungut auf. Das Auffallen wurde von meiner Wenigkeit abgedeckt, dank weißer Hautfarbe und ausländischen Allüren wurde ich kurzfristiger Exotik-Star des Festes.

Hochzeit auf burmesisch...

Hochzeit auf burmesisch…

 

Freud und Leid am SONNE-Sonntagsausflug

Unser kurzer Aufenthalt hatte aber einen guten Grund, denn schließlich steht auch sonntags die Arbeit bei SONNE nicht still. Bereits vor der Hochzeit gab es Anlass zu Feiern: Die Eröffnung unseres neuen Schneiderinnen-Ausbildungszentrums! Hier können ab Montag zehn Mädchen und Frauen an dem kostenlosen Schneiderinnen-Training teilnehmen. Zugleich ist ihnen auch eine Jobgarantie gewiss, nach der dreimonatigen Ausbildung können sie in der hauseigenen kleinen Schneiderei mitarbeiten und somit ein Grundeinkommen verdienen.

Grund zur Freude: Eröffnung des neuen Schneiderinnen-Trainingscenter

Grund zur Freude: Eröffnung des neuen Schneiderinnen-Trainingscenters

Sonntagsausflug Teil 3 galt dem Stadtviertel, wo wir demnächst unser neues Trainings- und Teachingcenter eröffnen werden. Am Programm standen Hausbesichtigungen für potentielle Räumlichkeiten und nochmalige Treffen mit den zukünftig teilnehmenden Kindern und Familien. Die meisten der Kinder hier haben noch nie die Schule besucht und freuen sich dementsprechend, wenn sie bald lesen und schreiben lernen könnten. Wir trafen einen zehnjährigen lungenkranken Jungen, der mit seinen Eltern, seiner Oma und seinen drei Geschwistern in einer kleinen zerlumpten Hütte wohnt. Er leidet seit seiner Geburt unter Tuberkulose, auch seine Eltern haben dieselbe Krankheit. Wieder einmal wird mir vor Augen geführt, wie sehr Unterstützung notwendig ist. Zumindest kurzfristig können wir ihn zum Lachen bringen, er darf sich ein paar Spiele vom kleinen Laden gegenüber aussuchen.

die kleinen Helden der Straße

Die kleinen Helden der Straße

Der lungenkranke Bub in seinem Haus

Der lungenkranke Bub in seinem Haus

Hausbesichtigung und Verhandlung im gemütlichen Sitzkreis am Boden

Hausbesichtigung und Verhandlung im gemütlichen Sitzkreis am Boden

Wir statten auch dem Kloster ums Eck einen Besuch ab. Viele Kinder werden schon im frühen Alter von ihren Familien ins Kloster geschickt, weil ihnen dort eine Grundversorgung zugesichert ist. Aber auch dem Kloster fehlt es an finanziellen Mitteln und die Räumlichkeiten sind mittlerweile zu klein um noch mehr Kinder aufnehmen zu können.

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Zu Besuch bei den kleinen Mönchen und Straßenkindern des Viertels

 

Heile Welt für einen Tag: Auf nach Happy World!

Auch wenn Kinder in den ärmsten und tragischsten Verhältnissen aufwachsen, sind sie immer noch Kinder. Und Kinder wollen Spaß haben. Unter diesem Motto ging es diese Woche mit knapp hundert Kindern aus unseren Projekten nach Happy World, ein Vergnügungs-Indoor-Park. Mit eigens angemieteten Bussen vereinten wir die Kids von insgesamt drei unterschiedlichen Stadtvierteln. Autodrom, Geisterbahn, Spiegelkabinett, Zauber- und Talenteshow – der Tag hatte einiges zu bieten und man konnte den Kindern den Spaß ansehen. Auch wir MitarbeiterInnen wurden wieder ein bisschen zu Kindern und ich ließ mich sogar auf meine allererste (!) Geisterbahnfahrt ein (was aber nur bestätigte, dass ich einfach doch eher der Achterbahntyp bin). Was für Kinder in Österreich oft selbstverständlich sein mag, schien an diesem Tag alles andere als selbstverständlich zu sein. Die Kinder, die sonst mit dem harten Straßenleben und anstrengender Arbeit zu kämpfen haben, so ausgelassen und fröhlich zu sehen, ist wirklich etwas Einprägsames. Ein Tag den weder die Kinder noch ich so schnell vergessen werden.

Schon im Bus herrscht ausgelassene Stimmung

Schon im Bus herrscht ausgelassene Stimmung

 

einmal im Leben im Scheinwerferlicht auf der Bühne...

Einmal im Leben im Scheinwerferlicht auf der Bühne stehen…

Es schlummern definitiv einige versteckte Talente in den Kids - unserer Breakdancer in Action

Es schlummern definitiv einige versteckte Talente in den Kids – unser Breakdancer in Action

wen man nicht alles in dieser Happy World trifft

Wen man nicht alles in dieser Happy World trifft

kühle Temperaturen im Ice-World Raum

Kühle Temperaturen im Ice-World-Raum

Versuchskaninchen bei der Zaubershow

Versuchskaninchen bei der Zaubershow

manchen merkt man es nicht an, dass sie das erste Mal im Leben Autodrom fahren

Manchen merkt man es nicht an, dass sie das erste Mal im Leben Autodrom fahren

große Truppe, großer Spaß

Große Truppe, großer Spaß

News aus Yangon

Bevor ich über Myanmar schreibe, will ich meine – und der des ganzen Myanmar Teams – Anteilnahme an der tragischen Flutkatastrophe in Bangladesch ausdrücken. Die Katastrophe hat leider auch unsere SONNE-Projektregion stark getroffen. Wir hoffen, dass den Opfern schnell geholfen werden kann und sie bald wieder ein Dach über den Kopf haben werden und unsere SchülerInnen wieder regulär zur Schule gehen können. Für nähere Infos und den Notfallspendenaufruf: http://www.sonne-international.org/language/de/flut-in-bangladesch/

 

In Myanmar hingegen hat zum Glück der Regen endlich etwas nachgelassen und dafür eine unglaublich anstrengende Hitze hinterlassen, von der man erst abends mit stundenlangen Schauern und Gewittern erlöst wird. Ja, ich muss mich noch an das Wetter gewöhnen und ja, ich werde versuchen, dass dies meine letzte Wetternörgelei war. Dafür habe ich mich schon anderwärtig anzupassen versucht: Ich kann mittlerweile auf burmesisch bis fünfzig zählen, weiß wie man mit dem Bus von A nach B kommt und habe mir meinen ersten longyi angeschafft (eine Art Wickelrock den jedermann/jedefrau hierzulande trägt). Soweit also alles gut.

 

In den letzten Tagen hat sich wieder einiges getan.

Unsere Befragungen für die neuen Projekte sind so gut wie abgeschlossen. In drei Teams geteilt, haben wir unterschiedliche Viertel von Yangon aufgesucht und Straßenkinder sowie auch ihre Familien gesucht und befragt. Bis zur Umsetzung der geplanten Einrichtungen und Trainings wollen wir nicht viel Zeit verlieren. Der Bedarf zu Handeln ist groß. Die Menschen, die wir getroffen haben sind bitterarm. Sie sind obdachlos, oder leben in kleinen provisorischen Hütten. Die Eltern arbeiten meist als Tagelöhner. Viele der Kinder verdienen mit Plastiksammeln oder Aussortieren von Fischresten am Markt ein kleines Zusatzeinkommen für die Familie. Die meisten von ihnen sind in Gruppen unterwegs, mit ihren Geschwistern oder Nachbarskindern. Manche unter ihnen haben keine Eltern mehr und wechseln ihre Schlafplätze regelmäßig. Andere haben zwar Eltern, schlafen aber von Zeit zu Zeit lieber auf der Straße als zuhause. Nicht nur auf der Straße sind sie Gefahren ausgesetzt, auch häusliche Gewalt ist leider eine Begleiterscheinung von so prekären, armen Verhältnissen. Von dem neuen „freien Zugang“ zum Schulsystem in Myanmar (seit 1. Juni 2015) haben die Kinder nur wenig, schließlich brauchen die SchülerInnen eine schulische Vorbildung um in den Unterricht einsteigen zu können. Einige besuchen zwar die Schule, fehlen aber fast die Hälfte der Zeit, weil sie aufgrund ihrer Arbeit nicht hinkönnen. Es mangelt also an vielem und Unterstützung würde an vielen Ecken benötigt werden. Eines unserer Teams trifft auf einen 13-jährigen Bub mit Kopftumor. Seine Familie hat bereits alles ihnen mögliche Kapital in eine Behandlung investiert, aber es wäre noch viel mehr nötig. Wir hoffen, dass sich hier eine finanzielle Unterstützung finden lässt. Zusammengefasst: Die letzten Tage, Eindrücke und Geschichten sind mir unter die Haut gegangen.

Wir fragen nicht nur die Kinder nach ihren Interessen...

Wir fragen nicht nur die Kinder nach ihren Interessen…

...sondern wir erhalten auch einen kleinen Einblick in die Lebenswelten der Kinder und Familien.

…sondern wir erhalten auch einen kleinen Einblick in die Lebenswelten der Kinder und Familien.

Die Müllsammelstelle des Viertels: Hier liefern die Kinder die gesammelten Plastikflaschen ab und können sich damit etwa 1 EUR pro Tag dazuverdienen.

Die Müllsammelstelle des Viertels: Hier liefern die Kinder die gesammelten Plastikflaschen ab und können sich damit etwa 1 EUR pro Tag dazuverdienen.

Das Wohnviertel: Von Infrastruktur und Lebensqualität ist hier eher wenig zu sehen.

Das Wohnviertel: Von Infrastruktur und Lebensqualität ist hier eher wenig zu sehen.

So sieht eine Standardbehausung der besuchten Familien aus. Oft leben in einer Hütte bis zu zehn Menschen.

So sieht eine Standardbehausung der besuchten Familien aus. Oft leben in einer Hütte bis zu zehn Menschen.

Hier wird fleißig gemeinsam gearbeitet: Workshop und Evaluierung der gesammelten Infos

Hier wird fleißig gemeinsam gearbeitet: Workshop und Evaluierung der gesammelten Infos

Ausflug ins NPK Dorf

Am Samstag ging es gemeinsam mit einer Abordnung der Thailändischen Botschaft ins NPK Dorf, dessen Dorfschule und –gemeinschaft wir schon seit längerer Zeit unterstützen. Obwohl eigentlich schulfrei ist, fanden sich die 420 Kinder alle brav in ihren Klassenräumen ein. Neben dem monatlichen Gesundheitscheck, konnte ich meine gesamte Tasche voller Mal- und Spielsachen loswerden und verteilen. Die Freude war auf beiden Seiten groß. Ddas Schleppen hat sich definitiv ausgezahlt! Der Klostervorstehende Mönch des Dorfes lud uns noch auf Tee ein, bevor uns die Thai Botschaft am Rückweg in ein Golf Resort zum Abendessen einlud. Etwas überfordert mit dem unerwarteten Luxus, gestanden wir uns ein, dass das nicht ganz „unser Stil“ ist, aber für einmal nehmen wir das gerne in Kauf.

Die Kinder in ihrer Klasse

Die Kinder in ihrer Klasse

Die neuen Malsachen werden gleich ausprobiert

Die neuen Malsachen werden gleich ausprobiert

Luftballone für alle!

Luftballone für alle!

Zum Glück ist genug für alle da

Zum Glück ist genug für alle da

 

Let’s move it move it!

Nach einer kurzen sonntäglichen Verschnaufpause begann die Woche mit Umsiedeln im großen Stil. Das Trainingcenter in East Dagon wurde aufgelöst (weil ein neues Gebäude folgt) und die Sachen wurden auf drei Locations aufgeteilt. Viel Schlepperei und ein-aus-ein-schlichten ist gefragt. Hat ja auch keiner gesagt, dass der ganze Spaß unanstrengend wird.

Da geht sie dahin, eine unserer Nähmaschinen für das neue Schneiderinnen-Trainingszentrum

Da geht sie dahin, eine unserer Nähmaschinen für das neue Schneiderinnen-Trainingszentrum

Ein weiteres erfreuliches Ereignis war das Wiedersehen der jungen Nonnen des Shwe Mhin Zu Nonnenklosters.

Zu Besuch bei den kleinen Nonnen

Zu Besuch bei den kleinen Nonnen

Auch ein Besuch bei den Gefängniskindern stand diese Woche wieder am Programm. Nachdem wir diesmal nur zu zweit waren und Eh Tow derjenige ist, der burmesisch kann und die Neuzugänge betreut und dokumentiert, muss die andere (also ich) den Rest der Kinder unterhalten. Aufgrund der Sprachbarriere endete das mit einer zweistündigen Tanz- und Sporteinheit. Körperzeichen versteht man eben überall irgendwie. Jedenfalls hatten wir alle einen ziemlichen Spaß. Und das sollten Kinder doch eigentlich haben dürfen: Spaß!

Ein Junge beim Geschichtenerzählen um uns allen eine kurze Sport-Atempause zu gönnen

Ein Junge beim Geschichtenerzählen, um uns allen eine kurze Sport-Atempause zu gönnen

Ich hoffe, auch ihr habt etwas Spaß und Interesse am Lesen – ich freue mich wenn ihr dran bleibt, ich werde euch am Laufenden halten!

 

 

 

 

 

Viel Arbeit und viel Neues – die SONNE steht trotz Regen nicht still

Erst ein paar Tage hier und schon hat sich einiges getan!

Der erste Tag gilt dem Organisatorischem, allem voran der Organisation meines Schlafplatzes für den nächsten Monat. Nachdem im Moment der erste Stock im Day Care Center, der für zukünftig geplante handwerkliche Ausbildungsprogramme neu zugemietet wurde, noch leer steht, bietet sich dieser für eine optimale und günstige Übernachtungsmöglichkeit an. Zurzeit schläft hier auch Hu, eine unserer Lehrerinnen des Zentrums, weil für sie die tägliche Anreise aus ihrem Dorf zu weit wäre. Der Raum ist komplett unmöbliert, Hu schläft nur auf einer dünnen Matte, die sie untertags verstaut und somit den Eindruck erweckt, als wäre der Raum völlig unbewohnt und leerstehend. Wenn das Hu mit ihrer Matte kann, kann ich das auch. Gedacht, gesagt aber nicht akzeptiert. Und schon fanden wir uns inmitten eines Möbelgeschäfts wieder, wo San San und Cho voller Eifer eine Matratze für mich aussuchen. Immerhin kann ich sie davon abhalten auch noch das Bettgestell zu kaufen – wie sieht das denn aus neben Hu und ihrer dünnen Matte…

San San und Cho beim Matratzen-Fachsimpeln

San San und Cho beim Matratzen-Fachsimpeln

Neben Bettutensilien kaufen wir auch die Essentials für die Küche ein. Somit haben wir jetzt zugleich auch eine Grundausstattung und kurzfristige Wohnmöglichkeit für eventuell zukünftige BesucherInnen oder VoluntärInnen geschaffen. Als wir vollbeladen ins DCC kommen, warten schon alle MitarbeiterInnen auf uns und stürzen sich – ich übertreibe nicht – wie Hyänen auf die Sachen, um sie so schnell wie möglich aufzubauen. Sowas nenne ich Hilfsbereitschaft!

Alle packen mit an und schon steht das Hotelzimmer zum Bezug bereit

Alle packen mit an und schon steht das Zimmer zum Bezug bereit

 

Auf die Plätze, fertig, los mit den Befragungen!

Gut aufgewärmt starten wir in unser erstes Meeting, das vor allem die Vorgehensweise der bevorstehenden Befragungen betrifft. Insgesamt schwirren sechs SONNE-MitarbeiterInnen in drei Teams innerhalb der nächsten zehn Tage in unterschiedliche Regionen im weiteren Umkreis von Yangon aus, um auf der Straße lebende Kinder und Jugendliche zu befragen. Insgesamt soll ein Sample von etwa 200 Befragten erreicht werden. Ziel ist es, am Ende ein Bild zu bekommen, was die Bedürfnisse, Wünsche und Probleme von ihnen sind. Diese Daten ziehen wir als Grundlage für die Erstellung der neu geplanten Projekte (mobiles Training, Ausbildungszentren) heran.

Su Su und mein neu eingerichtetes Home Office im DCC (Man beachte die tollen Körbe, die in unserem Trainingscenter produziert werden und hoffentlich bald zum Verkauf bereit stehen sollen.)

Su Su und mein neu eingerichtetes Home Office im DCC (Man beachte die tollen Körbe, die in unserem Trainingscenter produziert werden und hoffentlich bald zum Verkauf bereit stehen.)

 

Die Kinderhäftlinge von Yangon

An meinem zweiten Tag begleite ich unseren Sozialarbeiter bei seinem wöchentlichen Besuch ins YCDC Yangon City Development Center (in Bahoo), das eines von vielen Kindergefängnissen Yangons ist. Die Straftaten der Inhaftierten sind teilweise marginal. Viele werden von der Polizei aufgegriffen, weil sie auf der Straße schlafen, was rechtlich nicht erlaubt ist. Mindestalterbeschränkung gibt es keine. Manchmal werden hier sogar 2-3 Jährige eingesperrt, wenn sie mit ihren größeren Geschwistern auf der Straße gemeinsam gefasst werden. Der Besuch geht mir sehr nahe, man kann nicht nicht traurig werden, wenn man in die verlorenen Kinderaugen sieht. Neben spielerischen Aktivitäten befragen wir auch die 14 Neuzugänge innerhalb der letzten Woche zu ihren Hintergründen. Insgesamt befinden sich fast fünfzig Buben hier, was überdurchschnittlich viel ist und daher räumlich auch an die Kapazitätsgrenzen stößt. Außer einer Mahlzeit täglich gibt es hier nicht viel. Nicht viel Platz, keine Spiele, keine Freiheit und auch wenig Hoffnung. Ein Großteil der Kinder landet nach der Entlassung wieder auf der Straße, weil sie sonst keinen Ort haben wo sie hinkönnen – und landen daher früher oder später wieder hinter Gittern. Geplant von uns sind vor allem mehrere sportliche Aktivitäten, jedoch ist der Aktionsrahmen für Hilfsorganisationen von der Regierung sehr eng geschnürt und erlaubt keine längeren oder mehrmaligen Besuche innerhalb einer Woche.

Ed Who, unser Sozialarbeiter befragt die neu inhaftierten Kinder

Ed Who, unser Sozialarbeiter befragt die neu inhaftierten Kinder

 

Die Kinder im YCDC

Die Kinder im YCDC

 

Meditation als Entspannungsübung

Meditation als Entspannungsübung

 

Und zu guter Letzt – reden wir doch übers Wetter!

Ja, es ist Regenzeit und ja es regnet viel. Seit zwei Tagen nun regnet es ununterbrochen, ich meine wirklich ununterbrochen! In der Früh, am Abend, in der Nacht – immer! Die Hitze ist dadurch dennoch nicht geringer und von der Luftfeuchtigkeit will ich gar nicht reden. Aber das ist wohl auch alles nur eine Sache der Gewohnheit. Und ein bisschen Zeit habe ich ja noch, um mich einzugewöhnen…

die Abenteuer des Alltags: Zugfahren in Yangon

die Abenteuer des Alltags: Zugfahren in Yangon