Im Osten VIEL Neues – in Myanmar laufen nicht nur die Temperaturen auf Hochtouren

Nach mittlerweile sieben Monaten in Myanmar habe ich es geschafft: 1. Einen Blog zu schreiben. 2. Zu viele einzigartige, unvergessliche und beeindruckende Geschichten zu erleben, die sich im Format eines Blogs wieder geben lassen. Es folgen daher nur die Highlights einer intensiven und erlebnisreichen Zeit – es hat sich viel getan in unserer lokalen Organisation.

Alles auf Anfang: Im Jänner bin ich nach Myanmar abgerauscht, zu unserer lokalen Partnerorganisation – SONNE Social Organization (SSO) – um unser Team, unsere Projekte und die finanzielle Zukunft vor Ort zu stärken.

Wir SSOler“ sind ein kleines Team mit großer Wirkung: Jährlich unterstützen wir mit unseren Aktivitäten über 1.500 Menschen. Wie diese Unterstützung so aussieht und was „hinter den Kulissen“ abgeht – die letzten sieben Monate im Schnelldurchlauf.

JÄNNER – Ein Monat im Umbruch. Nicht nur für mich, weil ich mich an Hitze, Sprachbarrieren, Moskitos, Stromausfälle, neues Leben gewöhnen musste, sondern vor allem weil wir in ein neues Büro umgesiedelt sind. Wir sind jetzt am Stadtrand Yangons, ganz nah an unseren Tagesbetreuungsstätten und an unserer Zielgruppe – ein wahres „Feldbüro“ inmitten unserer Community.

Ebenso fand im Rahmen unseres von RED CHAIRity finanzierten Straßenkinderprojekts ein „Hygienewochenende“ statt. In allen drei Daycare Centres (DCCs) wurden Workshops gehalten; insgesamt konnten wir 200 Hygienepakete an hilfsbedürftige Familien verteilen. Ein hygienisches Fest sozusagen.

Ein tolles und starkes Team hier vor Ort

Das erfolgreiche „Hygienewochenende“

Es gab ganz schön was zu schleppen….

FEBRUAR – Mittlerweile habe ich die ersten Freundschaften geschlossen und diese gleich für unsere Aktivitäten beansprucht – und siehe da, wir haben seitdem einen kleinen Pool an Internationaler Expats mit im SSO-Boot, die bereits in Yangon leben und sich nun freiwillig für u.a. Fußballtrainings mit den Kids oder Englischkurse für unsere MitarbeiterInnen engagieren.

Österreichischer Besuch stellte das nächste Highlight dar. Neben Erfried und unseren zwei Patinnen Barbara & Barbara war auch Kamera-Lady Marion Mayer-Hohendahl mit von der Partie, um unsere nächste ORF-Dokumentation zu drehen. Diese spannende Woche wird in spannenden 60 Minuten im Herbst auf ORF III „Brennpunkt“ zu sehen sein.

Internationale Freiwillige machen unsere Kids zu den nächsten Ronaldos und Beckhams

Ganz nah dran mit der Kamera: Dreharbeiten für unsere ORF Dokumentation mit Marion und Erfried

MÄRZ – Letzte Umbauarbeiten und Fertigstellung des neuen Küchengebäudes im Mingalar Theikdi Nonnenkloster sowie Aufpeppen der kompletten Infrastruktur am Klostergelände hinterlassen ein kleines Wunder – seht selbst auf den Vorher Nachher Bildern! Die Eröffnungsfeier war ein Fest, das einmal mehr die Augen öffnete wie wirksam unsere Arbeit hier ist- wenn wir das nötige finanzielle Fundament haben – diesmal dank dem Land Steiermark und Land Kärnten!

Kücheneröffnung im Nonnenkloster

Nonnenkloster-Küche VOR dem Umbau

Nonnenkloster-Küche NACH dem Umbau

Die Mädchen im Nonnenkloster mit den neuen Küchenutensilien

APRIL – Das Myanmar Highlight des Jahres steht an: Das Waterfestival! Das größte Fest im Land zieht sich über zwei Wochen hinweg. Bevor wir uns aber dem Feiern hingaben stand noch ein entscheidendes Ereignis an: Wir bekamen Besuch von RED CHAIRity, die österreichische Stiftung von der unser Straßenkinder Projekt (derzeit) finanziell lebt. Wir haben viel gelernt, auch viel gezittert und JA, wir haben die Verlängerung bekommen und können auch die nächsten drei Jahre unsere drei Straßenkinder Zentren betreiben!

Noch ein (finanziell) erfreuliches Ereignis (oder wieder einmal die „richtigen“ Leute getroffen): Dank einer jungen, innovativen und sozial engagierten KünstlerInnen-Truppe in Yangon sind wir nun Chairity Partner von diversen Kunstausstellungen und -events. Mit diesen kleinen Zusatzspenden können wir nun wöchentlich in allen unseren Straßenkinderzentren einen professionellen Malkurs mit einem Künstler abhalten. Die Begeisterung der Kids ist groß, so auch das Talente-Aufkommen unter ihnen. Hoffen wir auf weitere Unterstützung durch diese Charity Events bzw. andere großzügige SpenderInnen (Kontonummer unten :), die sich mit uns einig sind: Alle Kinder haben ein Recht auf künstlerische & kreative Bildung!

Wir haben Grund zum Feiern!

Wöchentlicher Malkurs für unsere DCC Kids vom Profi

MAI – Der Mai macht alles neu und SSO macht alle Geburtsurkunden! Insgesamt konnten wir 122 Geburtsurkunden verteilen. Davon konnten wir 68 Kinder für das neue Schuljahr in die Schule einschreiben. Viele Kinder sind noch zu jung für die Schule und werden in einigen Jahren so weit sein. Ohne dieses Dokument können Kinder in Myanmar nicht zur Schule gehen; ein Dokument das über eine perspektivenreiche oder eine perspektivenlose Zukunft jedes einzelnen Kindes entscheidet. Soweit darf man es nicht kommen lassen!

Nicht alles können wir verhindern – eines unserer Straßenkinderzentren bekommt einen neuen Standort, nachdem die dortige Community samt Kindern von der Regierung zwangsweise umgesiedelt wurde. Ein neuer Projektstandort wurde bereits ausgewählt und wir werden nun inmitten eines Slums-Compounds unser Zentrum errichten. Über hundert Kinder umfasst die Community, ein Großteil lebt vom Müllsammeln; in die Schule gehen nur wenige. Wie unser Zentrum aufgebaut werden wird und wie wir versuchen nachhaltig Veränderungen in diesem trostlosen Compound zu erreichen – wir halten euch am Laufenden.

Geburtsurkunden für alle – sogar für die Jüngsten

Auf zu neuen Ufern – der Eingang unseres neuen Standorts für unser DCC1

JUNI – Schulstart in Myanmar heißt für uns Schulmaterial-Verteilungs-Start. In unseren drei Straßenkinderzentren sowie im Nonnenkloster und im Nga Pyaw Kyaun Dorf (Delta Region) konnten wir insgesamt 620 (!) Schulkindern Hefte, Bücher, Schreibzeug und Schuluniformen übergeben. Oft scheitert es gerade an diesen essentiellen Dingen, warum Eltern ihre Kinder nicht in die Schule schicken können/wollen. Der Schulstart ist für alle ein großes Fest, denn es ist kein MUSS in die Schule zu gehen, sondern ein Privileg!

Der Juni ging sportlich weiter. An zwei unserer Projektstandorte (Thanlyn Township, NPK Dorf), an denen wir seit zwei Jahren wöchentliches Sporttraining anbieten (dank dem Österreichischen Sportministerium), wurden knapp 100 Kinder mit Sportuniformen und -Material ausgestattet. Wir hoffen in Zukunft die sportliche Komponente in unseren Projekten noch vielfach ausweiten zu können, denn Sport hält Kids nicht nur fit sondern leistet einen wesentlichen Beitrag in ihrer sozialen und individuellen Entwicklung! Das Konzept für die SONNE-Champions-League steht übrigens auch schon, die finanziellen Ressourcen jedoch (wie so oft) noch nicht.

Schulmaterialien und sogar Regenmäntel für ALLE!

Hula Hoop macht einfach allen Spaß (inkl. mir!)

Neue Dressen für das Team im NPK Dorf

JULI – Wir feiern! 2 jähriges Bestandsjubiläum von zwei unserer Daycare Centres. Nicht nur die Showeinlagen der Kids, die Reden des Teams oder das leckere Essen („Ice Cream for all“) lösten in mir viel Emotion aus sondern auch die Erinnerung, als ich vor genau zwei Jahren ebenso hier war und bei der Location-Wahl, der Wohnungssuche, dem Assessment dabei war. Nach all dieser Zeit die strahlenden Gesichter und die tolle Community, die sich nun als Teil des Zentrums sieht zu sehen, war ein bewegender Moment in der Arbeit, die wir hier machen.

Performance der Kids im DCC3 für das Zwei-Jahresfest

Zwei-Jahresfest im DCC2 – und alle waren dabei!

Angekommen am Ende des Blogs und am Beginn der Zukunft: Online sein ist trendy – und wir sind dabei. Seit Juli sind wir als lokale Organisation stolze Besitzer einer eigenen Website, die ohne unserem fleißigen Freiwilligen Philipp aus Wien nie möglich gewesen wäre. Was für die einen nur noch eine weitere Seite im endlosen World Wide Web ist, ist für uns eine ganz neue Möglichkeit – vor allem im Spenden auftreiben. Daher hier schon mal die erste Werbung: Für alle die es noch nicht versucht haben, ihr könnt JETZT Teil unserer Crowdfunding Campaign werden. Wir sammeln Geld um ein Schneidereitraining zu starten! Teil von etwas Großem zu werden geht selten so schnell wie mit diesem Link: https://sonnesocial.org/product/sewing-training-for-20-jobless-youth-and-single-mothers/

Ansonsten sind natürlich auch privatere Highlights passiert – darunter ein Österreichischer Abend für das SSO Team, Familienbesuch, mein erster Gipsfuß in Asien, Aung San Suu Kyi live erlebt, die Lizenz zum Pilz-Anbau erworben, meinen Reisepass vollgestempelt usw.

Abschluss der einwöchigen Pilzacademy – ab jetzt die Lizenz zum Pilzanbau in Myanmar

Daumen hoch für SONNE – wir haben noch viel vor!

Viel ist passiert und es wird kein bisschen leise – wir haben noch VIEL vor und unsere Organisations-Zukunft soll noch mehr Menschen noch bessere und noch nachhaltigere Chancen ermöglichen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und ein besseres Leben mit Perspektiven und Sicherheit zu bekommen. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass Bildung der Schlüssel zu allem ist.

Und ein kleiner Teaser für den nächsten (Mehrmonats)Blog schon mal vorausgeschickt: Wir planen unser erstes eigenes Bildungs- und Ausbildungszentrum für Straßenkinder zu BAUEN! Stay tuned & get involved!

Mehr dazu auf unserer Website (yeah!): www.sonnesocial.org

Philipps Reisebericht über sein Volontariat bei SONNE in Myanmar

Ich trat im Mai 2017 die Reise nach Myanmar an, um SONNE-International bei deren Fundraising-Aktivitäten und Online Kommunikation zu unterstützen.

Nach meiner Ankunft in Yangon blieb mir erst einmal wenig Zeit um mich an die, sagen wir einfach gewöhnunsbedürftigen Umstände zu aklimatiseren, denn bereits in den ersten Tagen besuchten wir eine Vielzahl an Projekten, welche von SONNE ins Leben gerufen wurden.

Wir besuchten unter anderem die drei Tagesbertreuungszentren, in denen insgesamt 120 Straßenkinder neben einer Mahlzeit auch Zugang zu sanitären Einrichtungen und allem voran Bildung zur Verfügung gestellt wird. Obwohl in Myanmar öffentliche Schulen gratis sind, können es sich viele Familien nicht leisten, die anfallenden Kosten für Schulmaterialien zu bezahlen – unvorstellbar, nicht wahr? Überzeugend war hierbei für mich der umfassende Ansatz von SONNE: Neben der schulischen Bildung, Betreuung und regelmäß stattfindenenden Gesundheitschecks werden auch die Eltern beraten und dabei unterstützt, den Kindern den Eintritt in das öffentliche Schulsystem zu ermöglichen.

Wir besuchten ebenfalls ein von SONNE unterstütztes Nonnenkloster, nicht allzu weit von einem der drei Tagesbetreuungszentren entfernt. Den Klöstern kommt hier in Myanmar eine besondere Rolle zu, denn sie bilden eine Art soziales Sicherungssystem für Waisenkinder und Kinder aus besonders ärmlichen Verhältnissen. Kinder aus dem ganzen Land werden von diesen Klöstern aufgenommen und finden hier für unbeschränkte Zeit ein neues Zuhause – Ausbildung inklusive. Die Leiterin des Klosters schilderte uns einige der Herausforderungen, vor denen das Kloster stand und steht – unter anderem hatten die Kinder keinen Zugang zu sauberem Wasser um sich zu waschen, was in Folge dazu führte, dass viele der Kinder eine Hautkrankheit entwickelten. Die Finanzierung einer neuen Wasseraufbereitungsanlage durch SONNE konnte hierbei Abhilfe verschaffen. Die Leiterin musste mich für einen Projektverantwortlichen gehalten haben, denn kurz vor unserem Aufbruch flüsterte sie mir zu: “Thank you, I will never forget“.
 

Übergabe der von SONNE bereitgestellten Lernmaterialien für die Schulkinder

 

Gruppenfoto mit einigen Kindern aus dem Nonnenkloster

Zu Beginn des Schuljahres hier in Myanmar besuchten wir auch das sogenannte NPK Dorf, ein etwas außerhalb Yangons gelegenes Dorf, in dem SONNE u.a. ein Patenschaftsprogramm und ein Sportförderprogramm führt. In den Klassenzimmern des von SONNE finanzierten Schulgebäudes ist kein leerer Platz auf den Schulbänken zu sehen – man arbeitet hier unter voller Kapazität. Wir gehen von Klassenzimmer zu Klassenzimmer und verteilen Hefte, Stifte, und andere Lernmaterialien an die Kinder. Die Kinder des Sportprogramms erhalten zusätzlich neue Trikots, Bälle und Sportschuhe. Damit der Rest der Kinder nicht leer ausgeht, erhaltet die Schule zusätzliches Equipment für sportliche Aktiviäten, wie Federball-Sets, Frisbees und Hula-Hoop Reifen, welche die Kinder am selben Tag noch benutzen. Die Mittagspause scheint für die Kinder diesmal besonders schnell zu vergehen…

Ich habe im Zuge meiner Ausbildung viel darüber gelesen, was NGOs nicht alles falsch machen, dass Entwicklungszusammenarbeit gar mehr Schaden anrichte als Hilfe zu leisten. Zweifelsohne: Es bedarf eines äußerst sensiblen Zugangs und eines ausgeprägten Verständnisses über die Bedürfnisse der Menschen vor Ort und dem Rahmen, in dem Projekte im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit abgewickelt werden. Nichtsdestotrotz bin ich für mich zu der Überzeugung gekommen: jedes Menschenleben zählt! Es gilt ebenso, Staaten zu unterstützen, die aus welchen Gründen auch immer nicht dazu in der Lage sind, ihren Bürgern Zugang zu essentiellen Dienstleistungen wie Bildung oder medizinischer Versorgung zur Verfügung zu stellen.

Wir als Individuen können einen Beitrag dazu leisten, die Lebensbedingungen von Menschen zu verbessern, denen es nicht vergönnt ist, in einem sogenannten entwickelten Land geboren worden zu sein. Jedes Kind, das durch die Hilfe von SONNE Zugang zum öffentlichen Schulsystem erhält, wird zu einem wesentlichen Teil dazu ermächtigt, einmal ein selbstbestimmteres Leben führen zu können. Allein deshalb zahlt es sich aus, für jedes einzelne dieser Kinder zu kämpfen.

Mit schönen Grüßen aus Yangon,

Philipp

Besuch eines der drei SONNE Tagesbetreuungszentren während der feierlichen Übergabe von Geburtsurkunden, die alle Kinder benötigen, um eine öffentliche Schule besuchen zu dürfen

SONNE-Obmann Erfried Malle berichtet über seine Äthiopienreise / Juni 2017

Es ist sengend heiß. Das Thermometer zeigt 45 Grad an, es ist 11 Uhr am Vormittag und die Temperatur wird im Laufe der nächsten 3-4 Stunden weiter auf über 50 Grad Hitze steigen. Für einen Europäer ist diese Temperatur schon bedrohlich und gefährlich. Ich bin mit unserer lokalen Partnerorganisation APDA unterwegs, um mir ein Bild von der unglaublich harten Realität zu machen, denen die Afar-Nomaden derzeit ausgesetzt sind.

Wir befinden uns ca. 550 Kilometer nordöstlich von Addis Abeba, in einem riesigen Steinwüstengebiet an der Grenze zu Erithrea und Djibouti. Hier leben einige hundert tausend Menschen weit abseits der modernen Zivilisation. In dieser schwersten Dürre seit über 30 Jahren, die schon unzählige Opfer gefordert hat, sind sie es, die von der Regierung alleine und ohne Lebensmittelhilfe gelassen werden. Nur die lokale Partnerorganisation von SONNE-International ist noch vor Ort um zu helfen. Alle 3 Tage kommt ein Tankwagen und befüllt die aufgestellten 3000 Liter – Plastiktanks. Das Wasser darin hält nur für etwa 2-3 Tage, denn es leben insgesamt mehr als 250 Familien aus der näheren Umgebung davon. Geht das Wasser früher zur Neige, müssen die Frauen sich auf den Weg machen. Sie müssen derzeit, da es im Bezirk keine Wasserreserven mehr gibt, sich bis zu 24 Stunden auf den Weg machen, um in den Nachbarbezirken ihre Wasserkanister vollzufüllen.

Man darf gar nicht daran denken, was passieren würde, wenn dieser Tankwagen ein technisches Gebrechen hätte.

Die Regierung spricht derzeit offiziell von 48 % chronisch mangel- und unterernährten Kindern in der Afar-Region. Die Afar-Region zählt in Äthiopien zu der ärmsten Region des Landes. Der Entwicklungsprozess hat hier erst vor kurzem begonnen. Es gibt fast keine medizinische Versorgung, kein Sozial- und Gesundheitswesen. Die Menschen sind auf sich allein gestellt. Das Leben in der Afar-Region wird von Jahr zu Jahr schwerer, denn jedes Jahr bleiben immer mehr zu erwartende Regenfälle aus. Die Probleme der Bevölkerung akkumulieren sich. Die Hoffnung und auch der Körper der Menschen wird schwächer und schwächer -in jeder Siedlung hört man von Todesopfern, die der Dürre zuzuschreiben sind. Das Überleben der Neugeborenen hängt von der zur Verfügung stehenden Muttermilch ab. Wenn diese fehlt, dann haben die Babys fast keine Chance zu überleben.

Die Tragik daran ist, dass, wie immer diese Dürre in den kommenden Monaten auch ausgehen mag, sich dieser chronische Hunger der Kinder nicht nur auf das körperliche Wachstum, sondern ebenso auf die geistige und seelische Entwicklung auswirkt. Seit einem Jahr hat es in Geyga nicht mehr geregnet, zuvor hat es auch nur einen einzigen kurzen Regenschauer gegeben.

Das seit 2005 bestehende mobile, der nomadischen Lebensweise angepasste Alphabetisierungs- und Gesundheitsprogramm von SONNE-International ist durch diese humanitäre Krise auch stark gefährdet, da derzeit alle vereinten Kräfte herangezogen werden, um den Hunger und den Durst der Menschen vor Ort zu stillen. Im letzten Jahr sind 90% des Ziegenbestandes in den von der Dürre betroffenen Bezirken bereits verendet oder mussten verkauft werden, um Getreide einzukaufen. Als Nothilfsmaßnahme startet SONNE-International nun ein Ziegenwiederaufstockungsprogramm für die von der Dürre besonders schwer betroffenen Familien, bei dem Ziegen und auch Ziegenfutter übergeben werden.

Es ist eine Tragik, dass Mitte des 21. Jahrhunderts zig-tausende Kinder seit Monaten nur noch mit dem wenigen Wasser und Brot auskommen müssen und viele dieser Kinder trotzdem nicht ihr nächstes Lebensjahr erreichen werden. Diesen Kindern fehlt es an frischer Milch, die all die Nährstoffe zuführen könnte, welche die Kinder für eine gesunde Kindesentwicklung benötigen. Eine große gesunde Ziege kostet derzeit 25 Euro, mit einer Spende in Höhe von 100 Euro könnten wir einer Familie 3 Ziegen inklusive Ziegenfutter übergeben, so dass diese größte Dürre dieser Generation auch überstanden werden kann.

Sommer“SONNEN“wende Fest – der längste Tag des Jahres wurde zu einem sonnigen Freudenfest

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Vortrag „MYANMAR ungeschminkt“ von Armin Mösinger (SONNE-International) und Maria Schaunitzer (Kleine Zeitung)

Vortragsreihe in der Steiermark war ein voller Erfolg!

Im Mai ist unser SONNE-Kollege Armin gemeinsam mit Maria (Journalistin & SONNE-Volontärin) zu einer ganz besonderen Vortragsreihe aufgebrochen. Die beiden gebürtigen Steirer haben an insgesamt drei Orten in der Obersteiermark Station gemacht, um über ihre persönlichen Erfahrungen im Land der goldenen Pagoden zu berichten, individuelle Reisetipps zu geben und die SONNE Straßenkinderprojekte in Myanmar näher vorzustellen. Gemeinsam konzipierten sie diese besondere Vortragsreihe, um einen echten und ungetrübten Blick auf ein Land zu ermöglichen, dass es so in den kommenden Jahren nicht mehr geben wird.

Auf ihrer „Kulturmission Myanmar“ ins steirische Lassing, Admont und Rottenmann haben die beiden alle Gemeindesäle gut gefüllt. Durch ihre lockere und offene Vortragsart haben Armin und Maria nicht nur die Herzen vieler Gäste berührt, sondern das Publikum auch zu anregenden Diskussionen motiviert. Viele Gäste durften sich davon überzeugen, dass auch abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten und Heiligtümer das Leben in Myanmar sehr vielfältig, aber auch herausfordernd ist.
Myanmar öffnet sich – und bietet in seiner Ursprünglichkeit noch jene verzaubernden Bilder, die in anderen südostasiatischen Ländern kaum mehr zu finden sind. Vor allem, wenn man die wenigen touristischen Trampelpfade verlässt und in das wahre Myanmar eintaucht. Zudem klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander, die sozialen Probleme sind damit vorprogrammiert.

Als Tourist macht man sich oft wenig Gedanken, wenn man bettelnden Kindern Bargeld in die Hand drückt und damit das Betteln im Land evtl. noch mehr verstärkt. Oft sind uns die Konsequenzen solcher gut gemeinten Taten gar nicht bewusst. Welche „Goodies“ können stattdessen den Kindern nachhaltig Freude bereiten? Diese und weitere Tipps und Empfehlungen beim Reisen – auch zum Umgang mit unerwarteten Situationen – haben den Vortrag besonders lebendig und für interessierte Traveller greifbarer gemacht.

Zu guter Letzt haben wir auch super erfreuliche News im Gepäck, denn es gibt ein steirisches Vorzeigeprojekt in Indien! Denn mit Hilfe von gemeinsamen steirischem Engagement ist in der neu eröffneten indischen Schule in Basadhi ein ganzes Klassenzimmer, die „Rottenmanner Streberstubm“, finanziert worden.

Wir wünschen uns noch viel mehr solcher offenen Begegnungen und Herzensprojekte! Denn es ist unfassbar schön zu sehen, wie sich Menschen füreinander einsetzen – einfach nur, um anderen Freude und Hoffnung zu schenken, die es nicht so gut im Leben haben!

 

Mein letzter Blog aus Bangladesh

Begonnen mit dem Projekt  August 2014-September 2015  in Jhenaigati. Beendet  Jänner 2016-April 2017 in Dhaka.
Habe ca 70 Frauen ausgebildet, und in dieser Zeit wurden ungefähr 5000 Schuluniformen produziert. Für die Mädchen Kleiderl und Hosen, für Buben Hemden und Hosen,somit ca 10.000 Stück. Eine schier unglaubliche Stückanzahl.

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HAPPY END means HAPPY START for 122 Kids !!! Unser Projektmanager Armin berichtet über die Schuleröffnung in Indien.

Kurz vor jeder Projektreise wird jede Sekunde für die letzten Reisevorbereitungen ausgenutzt, denn auf mysteriöse Weise häufen sich immer kurz vor Abreise die bösen To-Dos auf meiner Liste. Glücklicherweise ging sich aber auch dieses Mal alles wieder gut aus! Naja, zumindest das Nötigste!

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