Mein letzter Blog aus Bangladesh

Begonnen mit dem Projekt  August 2014-September 2015  in Jhenaigati. Beendet  Jänner 2016-April 2017 in Dhaka.
Habe ca 70 Frauen ausgebildet, und in dieser Zeit wurden ungefähr 5000 Schuluniformen produziert. Für die Mädchen Kleiderl und Hosen, für Buben Hemden und Hosen,somit ca 10.000 Stück. Eine schier unglaubliche Stückanzahl.

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Mein drittes Jahr in Bangladesch

Früher als gedacht, bin ich wieder an meine Arbeitsstätte nach Dhaka zurückgekehrt. Die Temperaturen zu Hause sind wirklich nicht die meinen, also hab ich mir gedacht nix wie weg! 2014 habe ich begonnen, 2017 kann ich meine Arbeit abschließen. Bis ich am 6.5. nach Hause fliege, ist aber noch viel zu tun, damit das so weitergeführt wird, was ich in diesen 3 Jahren aufgebaut habe. Alle Schuluniformen werden von den Frauen nochmals genäht, damit ich überprüfen kann, ob sie eh nichts vergessen haben.

Und Sharmin, die Frau vom Manager, wird von mir angelernt, was sie alles kontrollieren muß. Was sie noch nicht nähen kann, wird noch gelernt. Und sie muß auch die Schülerzahlen von Jhenaigati und Alikadom erfragen, um so Anweisung geben zu können, wieviele Uniformen zugeschnitten werden müssen. Vorher muß sie dann noch den Lagerbestand eruieren. Klingt alles sehr kompliziert, ist es auch, weil sich die Schülerzahlen auch während des Jahres ändern. Daher ist es ratsam, den Bestand, ca. 1 Monat vor dem Verteilen zu aktualisieren.
Für unser Geschäft hier in Dhaka hat Sharmin, mit meiner Hilfe 2 Kinderkleiderl genäht, eines für 6 Monate und eines für 8 Monate alte Kinder.

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Sieben Monate Dhaka

Ankunft 29.2.
Abflug  30.9.
Was hat sich in diesem Zeitraum getan? Im April gab es eine Schuleröffnung in Jhenaigati. Das war meine weiteste Reise im heurigen Jahr. Ich habe eine Uni besucht, die man mit unseren 5-jährigen höheren Modefachschulen vergleichen kann. Die Ausbildung beträgt 7 Semester, wobei ein Semester 4 Monate dauert und nach jedem Semester gibt es einen Prüfungsmonat. Nach Beendigung der sieben Semester muss jeder Student  3-4 monatiges Praktikum in einer Fabrik machen. Danach kann man den Master, Dauer 1 Jahr, und nach Master das Diplom, Dauer 2 Jahre, absolvieren. Die Kosten betragen ca. 20000-24000 TK, das sind in etwa 200-240Euro, für ein Semester. Also nicht ganz billig, wenn man aus ärmlichen Verhältnissen kommt. Aber man schafft es, wenn man nebenbei arbeiten geht. Es gibt in Dhaka ca. 10 Unis mit ungefähr 2000 Studenten und ca. 4 Unis mit 300 Studenten.

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Wow, wie die Zeit vergeht!

Jetzt bin ich schon über 3 Monate da und denke, es ist an der Zeit, dass ich wieder einmal was von mir hören lasse.
Was ist bis jetzt geschehen?
Habe einige Gewitter und ein Erdbeben überstanden. Da das mein erstes Erdbeben war, hab ich mal einige Zeit gebraucht, bis ich realisiert habe, dass das nicht ich bin, die da plötzlich schwindelig ist, sondern dass da noch was wackelt. Bin dann raus auf die Terrasse und dort bin ich auch einige Zeit geblieben, weil man ja nicht weiß, ob noch was nachkommt. Dann habe ich es wie die anderen Leute gemacht, denn die sind alle auf die Straßen gelaufen. Als sie dann wieder zurück sind in die Häuser, hab ich es ihnen nachgemacht, denn die haben doch mehr Erfahrung als ich. Brauche ich aber, ehrlich gesagt, nimmer!

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I am back again!

Neues Jahr, neue Stadt, neue Herausforderung.

Die tapferen Schneiderinnen aus Jhenaigati gehören der Vergangenheit an. Die arbeiten nun schon selbständig und ich habe einige Uniformen schon kontrolliert. Ich hoffe nur, sie haben mir nicht grad die besten Stücke zum Anschaun geschickt. Aber ich kann mir dann ja selber ein Bild machen, denn Anfang April werde ich, wie es momentan ausschaut, für 2 Tage mit Erfried und Mamun nach Jhenaigati fahren. Und ich freu mich, meine Mädels wieder zu sehen. Meine neue Bleibe ist Dhaka, die Hauptstadt von Bangladesch, wo ich nun seit 28.2.wohne und arbeite.

SONNE-Bangladesch hat nun im Bezirk ein eigenes Haus. Dort ist unser Büro, Mamuns Wohnung, Schneiderei, Wohnungen für unsere Studenten, Gästezimmer und eine Dachterrassenwohnung, in der ich untergebracht bin. Ich habe 2 Zimmer, Küche, Bad mit WC. Über Wärme in den Räumen kann ich mich nicht beklagen, aber  nachdem ich  hitzebeständig bin und es in der Nacht abkühlt, ist es kein allzu großes Problem.
Aber ich bin ja auch in Bangladesch! Da darf man nicht so heikel sein. Die Terrasse ist wirklich groß und es sind schon viele Bäumchen platziert. Ich kann schon sagen, ich sitze jeden Tag zum Frühstücken unter unserem Mangobäumchen.

Carmen beim täglichen Frühstück

Carmen beim täglichen Frühstück

Die Schachteln aus Jhenaigati sind schon  ausgeräumt und alles ist an seinem Platz, sodass ich mich schon gut zurecht finde. Der große Vorteil ist, daß wir alle in einem Haus sind und uns so nicht in den täglichen Verkehr schmeißen müssen.
Am Donnerstag, 10.3. waren wir in einem Geschäft, um Nähmaschinen anzuschauen und sind anschließend auf den Stoffmarkt in die Altstadt gefahren, wo man Stoffe, Zubehör und Nähmaschinen bekommt. Zum Einkaufen haben wir 1 Stunde gebraucht, im Auto 6 Stunden!!! Normalerweise braucht man für den Weg 30 Minuten. Nur so viel, damit ihr euch zu Hause vorstellen könnt, wieviel Verkehr es hier gibt. Und überlegt euch das nächste Mal, wenn ihr im Stau steht, ob sich raunzen auszahlt, oder nicht!?!?

Das Arbeiten läuft eigentlich ganz super. Die Lehrerin ist sehr gut und wir haben schon einen genauen Plan gemacht. Sie hat einen Raum für die Anfänger und ich den anderen für das Nähen der Schuluniformen.
Bis jetzt habe ich am Vormittag 4 Frauen und am Nachmittag 5. Hosen für die Mädchen haben wir schon zuschneiden und nähen gelernt und S-Kleider haben wir auch schon einige zugeschnitten und schön langsam lernen sie zu nähen.
Wenn es so weitergeht, dann kann ich zufrieden sein. Natürlich habe ich jetzt den Vorteil, dass ich schon 13 Monate Erfahrung habe.

Habe in meiner Wohnung bereits ein heftiges Gewitter mit Sturm, Blitz und Donner und Schüttregen miterlebt. Gott sei Dank macht mir das nix aus. Da ich dieses Gewitter heil überstanden habe, konnte ich auch den 1. Blog schreiben und hoffe, dass ihr einen Eindruck bekommen habt, wie es mir in Dhaka geht.

 

 

Kein Blog ohne Zitat:

Man sollte die Dinge so nehmen, wie sie kommen.
Aber man sollte auch dafuer sorgen, dass sie so kommen, wie man sie nehmen möchte.
(Curt Götz)

Ich schicke noch bissi Wärme mit

Carmen

 

Now it´s time to say good bye!

Unglaublich, aber wahr, ich nehme nun Abschied von Jhenaigati.

Blick von meiner kleinen Dachterasse auf die Straße, wo jeden Sonntag und Mittwoch Großmarkttag ist und der Start meines täglichen Weges zur Schule.

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Meine Mädels

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschiednehmen von meinen „Mädels“, mit denen ich seit Anfang September 2014 Schuluniformen nähe und über 2000 Stück herstellen konnte – eine beachtliche Anzahl! Wie es uns dabei ergangen ist, habe ich ausführlich in meinen Blogs geschildert.

SONNE-Büroteam

SONNE-Büroteam

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschied von meinem Büroteam: Der Manager Rabbani (auf dem Motorrad sitzend), der mich überall unterstützte und alles besorgt hat, wenn ich etwas benötigte. Rajoun (3. von rechts), der Computerlehrer, mein rettender Engel in punkto Internet und allen anderen, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen.

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Ciao 2-Zimmerwohnung: wobei das 2. Zimmer als Lagerraum für die Schuluniformen diente, das ich aber mit Fotos nett dekorierte und mich sehr wohl gefühlt habe.

Mein sehr netter Bananenverkäufer

Mein sehr netter Bananenverkäufer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschied nehmen von dem Markt, wo ich schon „meine Standler“ hatte, aber besonders werde ich  den älteren Mann vermissen,  bei dem ich meine Bananen kaufte und der mir fast immer eine dazu schenkte. 6 Bananen kosten 12TK, das sind umgerechnet ca. 14 Cent. Und dass sie traumhaft gut schmecken, muss ich nicht extra erwähnen. Die Mangozeit ist leider vorbei, aber ich habe in diesem Jahr reichlich Mangos genossen!!!

Der Kasten und das Kastl sind leer, die Schachteln sind voll und warten auf den Umzug in die neue Wohnung nach Dhaka! In Dhaka werde ich das gleiche Projekt mache wie hier in Jhenaigati: Frauen das „westliche“ Nähen lehren. Beginnen werden wir mit dem Schnittzeichnen, anschließend werden wir die Schuluniformen für Alikdom in Dhaka produzieren, damit die Frauen hier nur mehr für Jhenaigati nähen müssen. In Dhaka möchte ich aber auch für unser eigenes kleines Geschäft Einzelstücke erzeugen, oder was mir noch lieber wäre, Kleider nach Maß zu fertigen. Aber natürlich step by step!!!

Ich würde sagen, das war mein Jahresrückblick von einer wunderschönen Zeit, verbunden mit viel Arbeit, hier in Jhenaigati. Aber nicht nur meine Mädels haben viel gelernt, sondern auch ich! Ich habe eine ganz andere Kultur kennengelernt, durfte bei 3 moslemischen Hochzeiten dabei sein und habe voriges Jahr im Oktober das Hindufest miterlebt.
Wir hatten 2 Schuleröffnungen.
Habe mit Rabbani häufig Schulbesuche auf dem Motorrad gemacht.
Ich denke, ganz schön viel für 13 Monate, wobei ich ca. 3 Monate auf Heimaturlaub in Österreich gewesen bin.
Eine Woche habe ich in Myanmar verbracht, damit ich mir einen Überblick verschaffen konnte, welche Möglichkeiten es dort gäbe.

Der Abschied fällt mir nicht leicht, aber was sein muss, muss sein. Im neuen Jahr eine neue Stadt mit einer entsprechenden neuen Herausforderung.

Inshala

Mein letztes Zitat für heuer:

„Der höchste Genuss besteht in der Zufriedenheit mit sich selbst“.
Jean-Jaques Rousseau

und hier ein paar meiner Lieblingsfotos:

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Die Eltern setzen Reis und die Kinder genießen das kühle Nass

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Schurma, die Musiklehrerin, auf dem Weg mit mir zur etwas abgelegenen Halchatischule

 

 

 

 

 

 

 

 

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„Rucksack, wo gehst Du mit mir hin?“

 

 

 

Somit sage ich:

Shouvo Biday – Auf Wiedersehen bis 2016

Eure Carmen

Hurra, das erste Highschoolkleid ist fertig!

Wie ihr aus Armins Blog ersehen könnt, haben wir gemeinsam mit Mr. Mamun, unserem zuverlässigen und liebenswerten Country Manager, alle Projekte in Bangladesch besucht.

Es war wirklich eine nette Reise von ca. 2060 km und ca. 66 Stunden (!) für mich, denn ich musste ja abschließend noch von Dhaka nach Jhenaigati mit dem Bus fahren. Aber da Bangladesch eine schöne Landschaft zu bieten hat, wir in einem bequemen Auto unterwegs und außerdem eine lustige Truppe waren, ist die Zeit echt schnell vergangen.  Wenn wir die ganze Strecke im Bus fahren hätten müssen (so wie ich die letzten 260 km), dann wäre es wohl nicht so angenehm gewesen.

Landschaftsaufnahme Alikadam:

 

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Hier eine Vorzeigeschule einer deutschen Architektin in Rudropur. Vielleicht entwirft sie auch einmal eine SONNE-Schule.

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Da ab Jänner sowohl in Jhenaigati als auch in Alikadom für ca. 100 SchülerInnen je eine SONNE High School für die 6. und 7. Klasse eröffnet wird, habe ich für die Schülerinnen die Kleider entworfen.

Vor der Ankunft von Mamun und Armin habe ich ein Musterkleid genäht.

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Da das Modell gefällt, geht es jetzt in Produktion.

Diesesmal kein Zitat, sondern das Gebet, dass ich jeden Tag am Morgen bete.

Lieber Gott,
ich weiß, du hast viel zu tun, und auch wirklich wichtigere Dinge als mein Anliegen, aber bitte opfere nur 3 Sekunden deiner kostbaren Zeit für mich und lass mich heute keinen „Stromstress“  haben (Stromausfälle sind in Bangladesch an Tagesordnung und können auch stundenlang dauern).  Sonst habe ich nämlich Probleme mit meinem Zeitplan, denn wir sind noch nicht fertig mit dem Lernen der Higschoolkleider, und wir brauchen Endelmaschine und Bügeleisen, und ich flieg ja am 26. nach Hause. Danke! Deine Carmen

Bis zum nächsten Blog

liebe Grüße aus einem eher verregneten Bangla
Carmen