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Vortrag „MYANMAR ungeschminkt“ von Armin Mösinger (SONNE-International) und Maria Schaunitzer (Kleine Zeitung)

Vortragsreihe in der Steiermark war ein voller Erfolg!

Im Mai ist unser SONNE-Kollege Armin gemeinsam mit Maria (Journalistin & SONNE-Volontärin) zu einer ganz besonderen Vortragsreihe aufgebrochen. Die beiden gebürtigen Steirer haben an insgesamt drei Orten in der Obersteiermark Station gemacht, um über ihre persönlichen Erfahrungen im Land der goldenen Pagoden zu berichten, individuelle Reisetipps zu geben und die SONNE Straßenkinderprojekte in Myanmar näher vorzustellen. Gemeinsam konzipierten sie diese besondere Vortragsreihe, um einen echten und ungetrübten Blick auf ein Land zu ermöglichen, dass es so in den kommenden Jahren nicht mehr geben wird.

Auf ihrer „Kulturmission Myanmar“ ins steirische Lassing, Admont und Rottenmann haben die beiden alle Gemeindesäle gut gefüllt. Durch ihre lockere und offene Vortragsart haben Armin und Maria nicht nur die Herzen vieler Gäste berührt, sondern das Publikum auch zu anregenden Diskussionen motiviert. Viele Gäste durften sich davon überzeugen, dass auch abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten und Heiligtümer das Leben in Myanmar sehr vielfältig, aber auch herausfordernd ist.
Myanmar öffnet sich – und bietet in seiner Ursprünglichkeit noch jene verzaubernden Bilder, die in anderen südostasiatischen Ländern kaum mehr zu finden sind. Vor allem, wenn man die wenigen touristischen Trampelpfade verlässt und in das wahre Myanmar eintaucht. Zudem klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander, die sozialen Probleme sind damit vorprogrammiert.

Als Tourist macht man sich oft wenig Gedanken, wenn man bettelnden Kindern Bargeld in die Hand drückt und damit das Betteln im Land evtl. noch mehr verstärkt. Oft sind uns die Konsequenzen solcher gut gemeinten Taten gar nicht bewusst. Welche „Goodies“ können stattdessen den Kindern nachhaltig Freude bereiten? Diese und weitere Tipps und Empfehlungen beim Reisen – auch zum Umgang mit unerwarteten Situationen – haben den Vortrag besonders lebendig und für interessierte Traveller greifbarer gemacht.

Zu guter Letzt haben wir auch super erfreuliche News im Gepäck, denn es gibt ein steirisches Vorzeigeprojekt in Indien! Denn mit Hilfe von gemeinsamen steirischem Engagement ist in der neu eröffneten indischen Schule in Basadhi ein ganzes Klassenzimmer, die „Rottenmanner Streberstubm“, finanziert worden.

Wir wünschen uns noch viel mehr solcher offenen Begegnungen und Herzensprojekte! Denn es ist unfassbar schön zu sehen, wie sich Menschen füreinander einsetzen – einfach nur, um anderen Freude und Hoffnung zu schenken, die es nicht so gut im Leben haben!

 

HAPPY END means HAPPY START for 122 Kids !!! Unser Projektmanager Armin berichtet über die Schuleröffnung in Indien.

Kurz vor jeder Projektreise wird jede Sekunde für die letzten Reisevorbereitungen ausgenutzt, denn auf mysteriöse Weise häufen sich immer kurz vor Abreise die bösen To-Dos auf meiner Liste. Glücklicherweise ging sich aber auch dieses Mal alles wieder gut aus! Naja, zumindest das Nötigste!

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Myanmar die Zweite. Vom Privileg, die Früchte sehen zu dürfen

Mit neuen Ideen und frischem Enthusiasmus im Gepäck landete ich Mitte Oktober am schicken Flughafen in Yangon. Da ich vor einem Jahr schon einmal in Myanmar gewesen war, ließ ich mich dieses Mal nicht mehr von dem modernen Flughafen hinters Licht führen. Leider musste ich voriges Jahr feststellen, dass in Myanmar viele Einheimische auf der Rollbahn der Armut gelandet sind.  Zwar ist es TouristInnen hier möglich, sich von einem luxuriösen Hotel zum nächsten zu hanteln, um nur die schönen Seiten des Landes kennen zu lernen. Meine Reise wird mich jedoch wieder an Orte bringen, die weniger schön sind und mir immer wieder die Augen für die Ungerechtigkeit in dieser Welt aufs Neue öffnen und mir die nötige Motivation geben, meinen Weg mit der SONNE weiterzugehen.

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Armins Blog aus Indien

Mit viel Enthusiasmus und neuen Ideen im Gepäck – aber dieses Mal ohne Begleitung von InteressentInnen- machte ich mich nach Indien zu unseren Projekten auf. Viele spannende Aufgaben, wie zum Beispiel Projektevaluierungen, Monitoring, Abrechnungen, Ausarbeitung von Neuanträgen/Konzepten, Einstellungsgespräche, Fotoshooting für unsere neue Kampagne, Workshop für unsere lokalen Partner etc. habe ich auf meiner ambitionierten To-do-Liste.

Ganz nach dem Motto ,,Bilder sagen mehr als 1000 Worte” werde ich dieses Mal, um euch einen kleinen Einblick geben zu können, mehr Bilder sprechen lassen als darüber zu schreiben. Eines kann ich euch im Vorfeld schon verraten: Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine heiße Angelegenheit…..

 

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Rückblick auf eine Indienreise der ganz besonderen Art

Am 11. November 2015 machte ich mich nach Indien auf und hatte drei ganz besondere Menschen mit dabei. Fridolin Stögermayer, der ursprüngliche Projektgründer, der vor drei Jahren das von ihm ins Leben gerufene Schulprojekt an SONNE-International übergeben hat, wollte sich wieder einmal selbst davon überzeugen, was wir aus seinem Projekt gemacht haben.

Mit dabei war auch der renommierte Fotograf Stefan Leitner. Er hatte sich dazu bereit erklärt, unser Projekt mit seiner Kamera ehrenamtlich zu dokumentieren. Last but not least wurde unsere Reisegruppe von Alisa Buchinger, der derzeitigen Karateeuropameisterin, geschmückt. Sie ist seit einem Jahr SONNE-Projektpatin für unser Selbstverteidigungsprojekt in Indien und wollte sich vor Ort um unsere Mädchen kümmern. Was diese interessante Mischung an ganz besonderen Menschen in einer Woche Indien erleben durfte, werde ich euch rückblickend nun mit vielen Bildern erzählen.

Meiner Meinung nach waren die drei Highlights das Karatetraining mit Alisa Buchinger und unseren Mädchen, das ganztägige Sportfest und die lautstarke Schuleröffnung. Ich durfte mich natürlich nebenbei wieder um diverse Abrechnungen und andere Büroangelegenheiten kümmern, aber damit will ich euch nicht langweilen. Somit zu den Highlights meiner Indienreise:  Weiterlesen

Wir holen euch raus!

Tag 4 in Myanmar

EIN TAG IM BÜRO!

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Heute haben wir uns zwar nicht sehr weit bewegt, dennoch sind wir wieder sehr weit gekommen.

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Tag 5 in Myanmar

Heute haben wird ein Nonnenkloster besucht. Seit einiger Zeit unterstützt SONNE-International mehrere Klosterschulen. Darunter auch das Nonnenkloster Mingalar Theikdi im South Dagon Township.

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Auch hier wurden die Kinder untersucht, und wenn möglich erstversorgt. Da dieses Kloster sehr arm ist und die Kinder sehr eng nebeneinander schlafen müssen, kein Brunnen mit sauberem Wasser vorhanden ist, Hygieneartikel fehlen, leiden auch hier fast alle Kinder an Hautkrankheiten. Manchmal wundert es mich, dass einem Kinder unter solchen Lebensbedingungen noch immer ein Lächeln schenken!

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Wir haben die Leiterin des Klosters gefragt, mit welchen Sachen wir die bittere Situation dort verbessern können. Daraus hat sich eine Liste mit nötigen Artikel ergeben, die zumindest die Hygiene der Kinder verbessern kann, um gängige Krankheiten zu vermeiden. Ich habe beschlossen die SONNE-Weihnachtsgeschenke – wie im Vorjahr, die Winterpakete für Indien – heuer diesen Kindern zu widmen. Hier ist unsere zusätzliche Unterstützung mehr als nötig. Was diese Weihnachtsgeschenke beinhalten, haben wir gemeinsam zusammengestellt, und ihr werdet im November erfahren, mit welchen SONNE-Weihnachtsgeschenken ihr eure Lieben beschenken könnt und gleichzeitig die Lebenssituation dieser Nonnenschülerinnen ein kleines Stück verbessern könnt. Also ich weiß schon, was ich schenken werde.

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Tag 8 in Myanmar

Auf einen Einblick in diese Aktivitäten war ich schon sehr gespannt, seit ich das erste Mal davon gehört habe. Dennoch muss ich zugeben, dass ich mich mit einem leicht mulmigen Gefühl dieser Einrichtung das erste Mal näherte, denn hierher kommen die Kinder nicht wie bei unserer anderen Projekten freiwillig, sondern sie werden von der Polizei festgenommen und dort untergebracht.

UNSERE LEUTE HOLEN SIE DORT WIEDER RAUS!!!

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In der sogenannten „Thanlyin Boys Training School“ des burmesischen Sozialministeriums sind viele Kinder inhaftiert, die oft wegen Bagatelldelikten, oder auch nur wegen illegalem Müllsammeln aufgegriffen wurden. Unsere Mitarbeiter kümmern sich um die jugendlichen Insassen dieser Anstalt, sorgen für regelmäßige sportliche Betätigung – wieder gefördert durch das Österreichische Sportministerium – und informelle Bildung. Zuerst aber bemühen wir uns zu verhindern, dass ein Verfahren gegen die Festgenommenen eingeleitet wird. Durch den Einsatz von SozialarbeiterInnen versuchen wir, die Kinder zu ihren Familien (falls vorhanden) zurückzuführen, und in die Schule zu reintegrieren. Leider ist es sehr schwierig die Eltern ausfindig zu machen, und in manchen Fällen davon zu überzeugen ihre Kinder überhaupt wieder aufzunehmen.

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Unsere Mitarbeiter stehen bei diesem schwierigen Unterfangen einer großen Herausforderung gegenüber, aber noch größer ist die Dringlichkeit dieser Aktivitäten. Kein Kind soll wegen eines gewaltfreien Überlebenskampfs auf der Straße auch noch seine Bewegungsfreiheit verlieren.

Die hautnahe Konfrontation mit den Lebensumständen der gefangenen Kinder war nicht gerade einfach zu verdauen. Es sind unschuldige Kinder, oft ohne Perspektive. In ein bitteres Leben geboren für dass sie nichts können und gegen das sie ankämpfen müssen.

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Egal welche Hautfarben sie haben, egal welche Sprache sie sprechen, egal an welche Religion sie glauben, egal aus welchem weit entfernten Land sie stammen, egal was mit ihnen passiert – NEIN, denn es ist unsere Welt, und unser Privileg diesen Kindern gemeinsam helfen zu können.

Tag 9 in Myanmar

Für mich geht wieder eine wertvolle Reise zu Ende. Viele Momente hätte ich lieber mit euch persönlich geteilt, als oft müde darüber in meinen Blogs zu schreiben. Ich hoffe dass euch meine paar Zeilen und Bilder einen ,,kleinen“ Einblick in unsere Aktivitäten geben konnten, und glaubt mir, eure Unterstützung kommt bei unseren Schützlingen dankend an. Sollten sich Zweifler unter euch befinden, lade ich jene sehr herzlich ein, mich bei meiner nächsten Reise zu unseren Projekten in Indien zu begleiten und sich dann selbst ein Bild zu machen. Glaubt mir, ich würde euch und eure Sinne wirklich viel lieber vor Ort mitnehmen, um euch alles zu zeigen, als darüber in den Abendstunden zu schreiben.

Danke fürs Lesen und euren Rückenwind!

Euer Armin

Min ga la ba Myanmar!

Letzter Tag in Bangladesch und Tag 1 in Myanmar

Eine spannende und erfolgreiche Reise quer durch Bangladesch geht zu Ende. Es wird wieder Zeit meine sieben Sachen zu packen und zum Flughafen in Dhaka zu fahren. Dort angekommen verabschiedete ich mich von Mamun und gönnte mir noch ein kleines Frühstück, bevor mein Flugzeug nach Yangon die Turbinen startete. Die zwei Stunden Flugzeit sind im wahrsten Sinn wie im Flug vergangen.

Um 14.00 Uhr am Flughafen in Yangon angekommen, schulterte ich meinen Rucksack und schlenderte Richtung Ausgang, wo ich schon aus der Ferne ein Schild mit Mr. Armin erblickte. Bei Mr. Armin muss ich innerlich immer ein wenig lachen. Hinter diesem Schild verbargen sich zwei sympathisch lächelnde Mitarbeiterinnen von unserem lokalen Team. Während der Taxifahrt zu meiner Unterkunft haben wir uns schon super unterhalten und bei der ersten Kreuzung war das Eis schon gebrochen. Diese gute Grundstimmung steigerte meine Vorfreude auf die gemeinsamen Arbeitstage.

Am Abend spazierte ich ein wenig in der Gegend herum, um die kulinarische Vielfalt dieses Landes unter die Lupe zu nehmen. Ich habe ein kleines Restaurant auf der Straße ausgewählt und meiner ersten Kontaktaufnahme mit den lokalen Geschmäckern stand Nichts mehr im Weg. Zufrieden schlenderte ich in meine Unterkunft zurück und begann mich auf die erste Besprechung im Büro vorzubereiten.

Tag 2 in Myanmar

Nachdem ich zum Frühstück wohltuende Gemüsenudeln zu mir genommen habe, sind wir in eines unserer Day Care Center gefahren. Wie in so vielen anderen Ländern sind auch hier die Taxis rollenden Kühlschränke auf vier Rädern. Wer hier eine Klimaanlage zur Verfügung hat, nutz sie auch. Das Einsteigen in ein Taxi erinnert mich manchmal an einen Saunabesuch mit anschließender Schneeballschlacht im Freien.

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Von lächelnden Kindergesichtern wurde ich herzlich begrüßt. Berührungsängste kennen diese Kinder nicht und lassen sich aber auch nicht vom Unterricht ablenken.

In dieser Tagesbetreuungsstätte für Straßenkinder sind derzeit 44 Kinder registriert. Täglich kommen durchschnittlich 25 Kinder, um sich hier zu waschen und lesen und schreiben zu lernen. Für medizinische Versorgung ist hier auch gesorgt. Hier hatte ich das Gefühl, dass Kinder die Möglichkeit haben Kinder zu sein. Nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Familien, wenn vorhanden, werden von uns durch SozialarbeiterInnen unterstützt. Seit heuer sind zwar öffentliche Schulen in Myanmar frei zugänglich, aber es können dennoch viele Kinder dieses Angebot nicht wahrnehmen. Viele Kinder können keine öffentliche Schule besuchen, weil sie keine Geburtsurkunde haben, oder ihren Eltern das Geld fehlt für Schuluniformen, Bücher, Hefte und Bleistifte. Wir versuchen nun hier eine Brücke zu sein und helfen ihnen bei der Organisierung der Geburtsurkunden, und stellen ihnen das erforderliche Basisequipment zur Verfügung. Durch diese Maßnahmen werden wir in einem Jahr ungefähr 100 Kindern den Zugang zu einer öffentlichen Schule ermöglichen.

Da unsere Lehrerin sich um ein krankes Kind kümmern musste, wurde ich gebeten den Unterreicht zwischenzeitig fortzuführen. Da stand ich nun vor einer Tafel und wurde erwartungsvoll angelächelt. Naja, das Alphabet mal gemeinsam aufsagen kann nicht schaden, dachte ich mir. Danach ein paar Rollenspiele um Phrasen zu erklären, und ich fühlte mich schon sicher in meiner Rolle als Aushilfslehrer. Doch als ich gebeten wurde Kinderlieder zu singen, musste ich passen. Spontan ist mir kein einziges kindertaugliches Lied eingefallen und ,,Paradise City“ von Guns N‘ Roses wäre eventuell „a bissl schräg rübergekommen“. Wie dem auch sei! Danach sind wir in unser Büro gefahren, wo ich zum Glück nicht noch aufgefordert wurde zu tanzen, sondern lediglich unseren Arbeitsplan für die kommende Woche zu besprechen.

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Tag 3 in Myanmar

Nachdem ich mir zum Frühstück wieder die wohltuenden Gemüsenudeln gönnte, sind wir nach South Dagon in unser zweites Day Care Center gefahren.

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Im Anschluss haben wir das naheliegende Kloster besucht. Der Mönch „in Charge“ unterstützt unsere Bildungsinitiativen schon seit längerem und gibt unserem Team auch gute Tipps für die Umsetzung.

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Bevor wir zu unserem dritten Day Care Center aufgebrochen sind, wollte ich mir noch das Dorf ansehen aus dem die meisten unserer Schützlinge stammen. Die Lebensbedingungen dort sind alles andere als rosig. Obwohl eigentlich Schule wäre, sind dort viele Kinder zu sehen, die sich durch Müllsammeln ihr lebensnotwendiges Einkommen verdienen. Kein schöner Anblick, Kinder zu beobachten, die in Bergen von Müll nach Verwertbarem suchen. Auch in diesem Dorf fragen wir die BewohnerInnen, warum die Kinder nicht in die Schule gehen. Auch hier wurde uns gesagt, dass die fehlenden Geburtsurkunden in vielen Fällen der ausschlaggebende Grund sind.

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So, durchatmen, das Gesehene schnell verdauen, und weiter geht’s zu unserem dritten Day Care Center. Die gute Atmosphäre hier war wieder eine wohltuende Abwechslung. Das Lachen der Kinder war sofort ansteckend, und wir hatten echt viel Spaß. Unsere beiden enthusiastischen Lehrerinnen haben dieses Center echt zu einem einzigartigen Ort verzaubert. Es wurde laut gelernt, und noch lauter getanzt. Solche Momente sind mein Treibstoff.

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Tag 4 in Myanmar

Heute habe ich den ganzen Tag mit unserem Kernteam im Büro verbracht, um neue Aktivitäten gemeinsam zu besprechen. Es ist immer eine spannenden Herausforderung neue Projekte so zu konzipieren, dass mit dem vorhandenen Budget so viele benachteiligte Menschen wie möglich unterstützt werden können. Eine langfristige Perspektive und Hilfe zur Selbsthilfe stehen bei unserer Planung immer ganz oben. Wer glaubt, dass wir mit einem Geldkoffer in unsere Projektländer fliegen, um es dort unbedacht zu verteilen, der irrt! Wer mir nicht glaubt, fliegt entweder einmal mit mir mit, oder besucht mich im Büro, um einen 50-seitigen Projektantrag lesen zu können. Die minutiöse Konzeptionierung, Implementierung und anschließende Evaluierung von sozialen Projekten sind privatwirtschaftlichen Unternehmungen sehr ähnlich, nur das Umfeld und die Zielsetzung ist eine andere.

Tag 5 in Myanmar

Wenn der frühe Vogel seinen Wurm fängt, sind wir mit unserem Team schon Richtung NPK unterwegs. Seit Jahren unterstützt SONNE-International eine Klosterschule im Dorf Nga Pyaw Kyaun im Ayeyarwaddy-Deltagebiet. Vor zwei Jahren wurde mit SONNE-Mitteln ein neues Schulgebäude errichtet, in dem die Sekundarschule untergebracht ist (Schulstufen 5-8). Die älteren Kinder können ihre schulische Ausbildung jetzt endlich unter angemessenen Bedingungen fortsetzen! Wir sind zuversichtlich, diese Fortbildung  auch zukünftig durch neue Patenschaften gewährleisten zu können.

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Doch was hilft eine geeignet Schule, wenn die Kinder aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht regelmäßig am Unterricht teilnehmen können?

Deshalb macht unser mobiles Gesundheitscamp auch hier regelmäßig halt, um Untersuchungen durchzuführen und bei Bedarf kostenlos Medizin auszuhändigen. Ich durfte dabei sein, auch wenn ich hier einmal nicht unterstützend tätig war.

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An diesem Tag wurden mehr als 100 Kinder untersucht. Viele SchülerInnen hatten starke Hautausschläge und bekamen eine heilende Creme. Die Ärztin machte die Kinder auch auf die Ursachen – oft Mangel an Hygiene – ihrer Krankheit aufmerksam, bevor die Medizin von anderen MitarbeiterInnen ausgehändigt wurde. Eine Gesundheitsversorgung gehört einfach zu einer Bildungsinitiative zwingend dazu.

Ach ja, was ich euch an dieser Stelle noch erzählen möchte, war die Begegnung mit einem Jungen mit Beinprothese. Ein Dorfjunge hat uns erzählt, dass ihn sein Vater – ein Tagelöhner – vier Jahre jeden Tag mehrere Kilometer in die Schule getragen hat, bevor er dann von einer lokalen Organisation eine Beinprothese bekam. Dies ist für mich ein Zeichen, dass einerseits die Notwendigkeit für Bildung auch bei entlegenen Dorfbewohnern angekommen ist, und andererseits, dass eine kleine finanzielle Unterstützung das Leben eines Menschen wesentlich verbessern kann. Ich glaube sein Vater freut sich auch für ihn – und auch für sich!

Nach einem spannenden Tag ging es wieder mit unserem gemieteten Truck drei Stunden zurück nach Yangon. Es war eine lustige Fahrt und der quer kommende Regen konnte die gute Stimmung auch nicht verwaschen.

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Was es mit inhaftierten Kindern auf sich hat, werdet ihr in meinem nächste Blog erfahren.

Bis dann….